Warum essen die Chinesen alles?

Man hat bestimmt schon mal gehört, dass die Chinesen Frösche, Schlangen, Tierfüsse, allerlei Organe und vieles mehr essen. Um ehrlich zu sein, man kann schon sagen, dass das stimmt. Aber wie kam es dazu, dass die Chinesen fast alles essen, was verwertbar ist?
Hauptsächlich hängt es mit der Kultur zusammen und geht tausende von Jahren zurück. Damals, als die Kaiser noch das Land beherrschten. Zur damaligen Zeit war es Norm, das alle Menschen dem Kaiser jährlich Essen als Tribut geben, aber nicht irgendein Essen, es musste auch schmecken! Wenn dem Kaiser nicht gefiel, was ihm gebracht wurde, dann sah es schlecht für diese Stadt aus. Darum bemühten sich die Chinesen stets vielerlei köstliche Sachen zu kreieren. Die Chinesen wurden erfinderisch und haben deshalb so viele verschiedene Gerichte gezaubert.
Und da China riesengroß ist, gibt es in jeder Region auch immer andere Spezialitäten und andere Zubereitungsweisen. Der Palast des Kaisers war nicht nur ein Schloss, wie vielleicht hier in Europa, ein chinesisches Palast ist schon fast so groß, wie eine Kleinstadt. An Köchen gab es da mindestens hunderte, die für die Kaisersfamilie kochten.
kaiser
Die Köche im Palast mussten täglich kochen undzwar eine riesen Menge! Oftmals probierte der Kaiser nur einen einzigen Happen von einem Gericht, manches probiert er sogar gar nicht. Das ist schonmal ein Grund, warum es in China so viele verschiedene Sachen zu essen gibt. Wer schonmal in China war, weiss wie gross die Auswahl an Essen ist. Aber die Frage, warum die Chinesen alles mögliche essen ist noch nicht geklärt. Also weiter. Das arme Volk war wegen der Hungersnot auch gezwungen erfinderisch zu werden. Fangen wir nochmal von vorne an.
Das Volk musste ja jährlich viele Dinge an den Kaiser abgeben, also blieb für sie selbst nicht mehr so viel. Das Grundnahrungsmittel: Reis kann man zur damaligen Zeit schon als Zahlungsmittel betrachten. Wenn ein Bürger z.B 100kg Reis pro Jahr erntet, muss er schonmal 50kg Reis an den Stadtherren abgeben. Aber oftmals war es so, dass die Stadtherren schwarze Geschäfte betrieben und verkauften den Reis an Andere. Es blieb dann aber nicht genug, um den Kaiser zu bezahlen. Was wurde nun gemacht? Man nahm einfach noch mehr Reis vom armen Volk. Statt 50kg, mussten sie nun z.B schon 75kg Reis abgeben. Es blieb nicht mal genug, um davon zu leben! Wovon sollten sie z.B Ihre Kleidung kaufen? Außerdem kann man auch nicht von Reis allein leben.

Gegrillte Zikaden

Was taten die Menschen nun um nicht zu verhungern?
Sie aßen, was sie zu Gesicht bekamen, z.B sahen sie auf den Feldern wilde Frösche. Wer würde denn normalerweise einen Frosch essen? Die sehen doch so eklig und giftig aus. Aber aus Hunger und Verzweiflung hatten sie die Frösche gefangen und gegessen. Nachdem sie die Frösche gegessen hatten, merkten sie, ach, so schlecht schmecken die ja gar nicht und gestorben bin ich davon auch nicht. Also fingen sie noch mehr Frösche und erfanden auch mehrere Art und Weisen, wie man solche Frösche zubereiten konnte. Das haben die nicht nur mit Fröschen gemacht, sondern mit vielen Speisen.

Und auch wenn der Stadtherr mal keine schwarzen Geschäfte betrieb, gab es noch genug andere Probleme, z.B Räuber, die auf einer Reise alles raubten. Aus Armut und Hungersnot haben damals die Chinesen gelernt alles zu verwerten und aus allem etwas zu essen zu machen. Deshalb essen die Chinesen auch noch heute vielerlei Dinge, wo andere Völker nicht mal im Traum dran denken würden. Es gehört nun schon zur Kultur dazu und ist für die Chinesen ganz normal geworden.

Ein weiterer Grund, warum die Chinesen noch alles mögliche essen, ist glaub ich wegen der chinesischen Medizin. Seepferdchen, Schildkrötenpanzer, Schlangen, Skorpione usw gelten alles als Medizin.

Und in jedem Gebiet in China wird was anderes gegessen. Nur weil viele sagen, dass Chinesen Hunde essen, isst noch lange nicht jeder Chinese Hunde. Es gibt ein Gebiet, wo man wirklich Hunde isst. Diese werden aber speziell dafür gezüchtet. Viele halten schon selbst Katzen oder Hunde als Haustiere und ein Chinese würde nie auf die Idee kommen, sein eigenes Haustier zu essen. Und nur weil im Fernseher mal eine Bericht lief, dass es in Peking ein Restaurant gibt, welches Penise anbietet, isst noch lange nicht jeder Chinese Penise.

Bei manchen Sachen, die die Chinesen essen, kann ich auch nur wegschauen. Selbst essen würde ich viele Sachen nicht, aber ich kann sie verstehen. Aber etwas positives an der Sache gibt es auch, denn da die Chinesen so vieles probiert haben, gibt es jetzt in China auch wirklich leckere Sachen zu essen. Denn seien wir mal Ehrlich, ein Hummer sieht doch auch nicht wirklich geniessbar aus oder? Und wenn nicht der Erste das probiert hätte…

Ich hoffe, ich konnte euch einen kurzen Einblick verschaffen.

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6 comments

  1. Super Darstellung! Als ein „Schwiegersohn“ Chinas, habe ich auch schon einige Essenserfahrungen gesammelt und kann nur zustimmen. (Wenn ich meiner Schwiegermutter (Chinesin, über 80) Hund anböte, bekäme ich vermutlich Schläge ;-))

  2. Ich meine, daß das Chinesische Essen ursprünglich wohl ein arme-Leute-Essen war. Die Mehrzahl der Chinesen lebten doch wohl jahrhundertelang am Existensminimum. Da kann mann nicht wählerisch sein, es wird alles auf Essbarkeit untersucht. Heute hat sich der Nachteil zum Vorteil entwickelt. Die Vielfalt ist enorm. Allerdings einige Speisen, wie zB Haifischflossensuppe und Froschschenkel esse ich aus politischen Gründen nicht und geröstete Spinnen sind auch nicht das, was mir liegt. 😉

  3. Hallo Ting Ting,
    was sagen Chinesen, wenn sie das ausrücken wollen, was wir unter „Tomaten auf den Augen“, sagen?
    Ich habe grad gesehen, das du ja bereits sehr ausführlich über Seegurken berichtet hast. Tja, hatte wohl Tomaten auf den Augen. 😉

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