🍜 Die essbare Zuckermalerei (tang hua)

Ein Kunstwerk zum Essen. Heute stelle ich euch etwas vor, was man wohl aus Deutschland gar nicht kennt. Für mich ist es schon reinste Kunst, für viele aber nur eine Süßigkeit. 糖画 [Táng huà] wörtlich übersetzt heißt „Zucker malen“. Und ist eine kleine Handgefertigte Figur aus karamelisiertem Zucker, die zum verzehren gedacht ist. Für die Herstellung braucht man eigentlich nicht viel, da die einzige Zutat ja nur Zucker ist. An Werkzeugen braucht man nur eine Arbeitsplatte, eine Kelle, einen Spaten, ein Holzspieß, ein Heizgerät und natürlich viel Fingerspitzengefühl, da die Herstellung sehr schnell gehen muss. Wenn man zu langsam arbeitet wird der Zucker wieder fest, bevor man die Figur überhaupt formen konnte.

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Die Herstellung

Der Zucker wird normalerweise einfach in einem Topf karamellisiert. Mit der Kelle nimmt man dann ein wenig geschmolzenen Zucker und malt dann flink das Zuckerbild. Bevor noch der Zucker erstarrt, fügt der Zuckermaler ein Holzspieß hinzu, welches später dann als eine Art Griff dient. Zuletzt wird dann diese Figur mit einem Spaten von der Platte getrennt.
Leider leider gibt es immer weniger Zuckermaler, die solche Zuckerbilder herstellen, was ich natürlich sehr schade finde… Leider kann man mit so einem Beruf nicht wirklich Geld verdienen, es gibt eigentlich nur noch alte Menschen, die dies machen. Ich befürchte ja, dass irgendwann diese Kunst leider aussterben wird…

Das „Roulette“

Meistens gibt es neben solchen Ständen auch noch solche runden Platten mit einem Pfeil und verschiedenen Bildern, wie Drachen, Schmetterlinge, Mäuse usw. drum herum. Die Kunden können dann an dieser Platte drehen und wenn man Glück hat, kann man dann einen Drachen oder einen Phönix bekommen. Wenn man weniger Glück hat, dann bekommt man nur eine Maus oder so, diese sind in der Herstellung nämlich wesentlich leichter. Man kann natürlich auch gleich mehr bezahlen und einen Drachen verlangen, aber das Spiel mit dem Roulette macht das ganze noch ein Ticken spannender.20140120-082848.jpg

Die Schwierigkeiten

Die Zuckermalerei ist etwas ganz besonderes und nicht mit der normalen Malerei zu vergleichen. Da mit flüßigem Zucker gearbeitet wird, muss der Maler sehr schnell arbeiten, damit der Zucker nicht vorher erstarrt. Zudem muss der Maler darauf achten, dass die Linien nicht unterbrechen, da sonst das Kunstwerk nicht mehr zusammen hält.
Das ganze geht aber noch eine Stufe schwieriger, nämlich die 3D Malerei.Zuckermalerei

Neben Mian Ren ist dies einer der Dinge, die ich auf den Straßen Chinas total interessant finde. Sowas findet man wirklich nur auf der Straße und nicht in irgendwelchen Läden.

Heutzutage gibt es sogar Maschinen, die solche Zuckerfiguren herstellen können. Aber wenn sowas maschinell hergestellt wird, verliert es den ganzen Charme, meiner Meinung nach. Es ist so schade, dass es sowas immer seltener gibt…

Ich finde sie sehen so toll aus, dass sie sogar zu schade zum Essen sind. Nicht wahr?

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6 comments

  1. Das ist ja eine wahre Kunst! Aber wie so viele Dinge, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben, vorm Aussterben bedroht, wie schade, wenn solche traditionellen „Handwerke“ verloren gehen. Aber das ist in Deutschland ja nicht anders, leider….Hier geht auch immer mehr Kulturgut verloren, so auch das tragen der alten Trachten und bewahren von alten Gebräuchen, die dann unwiderruflich verloren gehen für die nächsten Generationen.
    Liebe Grüße, Ophelia

    1. Ja…da hast du Recht. Es ist wirklich schade, wenn ein Stückchen Kultur verloren geht. Irgendwann wird man viele Dinge nur noch aus Büchern her kennen….

    1. Hehe, nach deinem Aufenthalt in Amerika kannst du ja nochmal um die halbe Erdkugel fliegen und ein Jährchen in China verbringen 😉

  2. Das ganze erinnert mich irgendwie an das 3D Drucken. Mit 3D Druckern kann man dreidimensionale Bauteile drucken um einen ersten Prototypen zu bauen, um zu schauen, ob die Konstruktion überhaupt in der Praxis funktionieren kann. Natürlich wird das 3D Drucken nicht mit Zucker sondern mit Kunststoff gemacht. Ob sich der Erfinder des 3D Druckers vorher mal in China war und sich von den Zuckerbildern hat inspirieren lassen? Wer weiß… 😉

    1. Hallo Herr Ingenieur : )
      Ich finde, dass die Chinesen schon sehr erfinderisch waren, nur um eine Süßigkeit besser verkaufen zu können. An die 3D Druckerei habe ich beim Schreiben jedoch gar nicht gedacht. Naja, wer weiß : p

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