Fahrerflucht bei eigener Mutter – Das „Pengci“ Problem in China

Spät Abends am 2. August in Hubei. Ein Mann, der gerade seinen Sohn abgeholt hat überfährt zwei alte Damen auf der Seitenstraße. Als der Sohn abspringt, um den Damen zu helfen, hält der alte Mann seinen Sohn davon ab. Beide verließen daraufhin schnell den Unfallort. Jedoch als die beiden dann Nachhause kamem kam, die große Überraschung. Die eine Dame, die die beiden mit voller Wucht umfuhren, war die 81-jährige Mutter des Fahrers. Die Mutter verstarb noch am gleichen Tag.

 Quelle

In China herrscht ja schon seit vielen Jahren das „Pengci“ Problem. Unter Pengci versteht man, dass jemand sich absichtlich vor ein Gefährt wirft und dann eine Entschädigung verlangt. Fast täglich hört man solche Nachrichten und viele Chinesen sind aufgrunddessen auch nicht mehr in der „Lage“ anderen Menschen bei Notfällen zu helfen. Es könnte ja gestellt sein.

Bereits vor 2 Jahren hatte ich schon einmal kurz davon berichtet gehabt.

Hier noch ein Beispiel auch erst seit vor kurzem:

Als ein Mann mit seinem Auto vor der roten Ampel stehen blieb, hörte er ein komisches Geräusch von unter seinem Auto kommen. Sofort stieg der Mann aus, um zu schauen, was passiert war.
Mit erschrecken sah er eine ältere Frau unter seinem Auto liegen (vor dem hinteren Reifen). Es schien, dass er sie angefahren habe.

Leider gab es keine Überwachungskameras in diesem Bereich, der diesen Unfall aufgenommen hatte. Augenzeugen berichteten aber, dass die Frau selbst unter dem Auto gekrabbelt sei, als der Fahrer bei der roten Ampel anhielt.
Um seine Unschuld unter Beweis zu stellen, machte der Fahrer diesen Unfall im Internet Kund und bat Augenzeugen vorzutreten. Und es wurde dann wirklich jemand gefunden, der diesen Unfall aufgezeichnet hatte. Es stellte sich dann heraus, dass die Frau sich wirklich selbst unter das Auto geworfen hat.

Das ist jetzt ein extremes Beispiel, wo derjenige, der „Pengci“ ausübt, wirklich vom Auto getroffen wurde. Die alte Dame hatte Pech, dass sie vom Autofahrer nicht bemerkt wurde…. Aber was will man hoffen, wenn man unter einem stehenden Auto krabbelt und dann noch sogar vor dem Hinterreifen. Da schaut doch keiner hin, wenn man losfährt…

Jedenfalls, genau aus diesem Grund werden vielen Opfer auf der Straße einfach nicht geholfen. Es könnte ja alles gestelzt sein, und wenn dann keine Kamera da ist, der alles beweisen kann, ist der Helfer dann der Buh-Mann, der bezahlen muss.

Im ersten Beispiel ist ja das traurige, dass der Fahrerflüchtling seine eigene Mutter zum sterben da lies.

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9 comments

  1. Sind Dashcams, also diese Kameras, die man an der Windschutzscheibe hat und die anscheinend in Russland sehr populär sind, in China erlaubt?

    1. Mh, das weiß ich auch nicht so genau, ob die offiziell erlaubt sind. Sehe aber schon recht oft, dass Autofahrer diese Kameras benutzen und online kann man die auch kaufen. Von daher vermute ich mal schon, dass es erlaubt ist? :0

        1. Ich meinte zwar eher die Kameras, die filmen, was außerhalb des Autos passiert (z.B. Leute, die sich davor werfen), aber das ist auch interessant zu wissen.

          1. Ich hatte mich auch eher auf die Kameras bezogen, die das äußere filmen. Man sieht ja immer wieder Videos im Netz von den Autofahrern, die Unfälle mit den Kameras aufgezeichnet haben.

  2. Absolut krasse Geschichte. Mein Freund und ich fahren sehr viel mit dem Auto durch andere Länder, entweder Mietwagen oder eigenes. Nicht vorzustellen, wenn das (also es wirft sich einfach jemand vors Auto) uns als Tourist passieren würde. Aber wahrscheinlich ist es auf Chinas Straßen nicht besonders sinnvoll als Ausländer zu fahren. In Deutschland passieren auch viele Fälle von Fahrerflucht, sie sind aber meistens nicht so dramatisch und es geht meistens nur um Blechschäden.

    Ich habe noch eine andere Frage: Auf Kuba hatten wir als Mietwagen ein chinesisches Fabrikat, einen Geely. Sagt dir die Marke was? Die sind in Kuba sehr stark verbreitet. Auf deutsch gibts nur leider nicht zu viel dazu zu lesen.

    LG Myriam

    1. Ganz ehrlich…ich trau mich nicht auf den chinesischen Straßen. Die Autofahrer haben keine Hemmungen und wenn sich da noch jemand vor mich stürzen würde, würde ich wohl komplett die Fassung verlieren.
      In Ningbo (erste Stadt überhaupt) gibt es ja seit einige Monaten eine neue Regelung, dass man sich selbst das Autofahren beibringen darf. Man muss nur neben einen sitzen, der schon einen Führerschein hat und dann darf man schon (ohne richtigen Fahrlehrer und normales Auto!) durch die Stadt düsen. Finde ich persönlich einfach unverantwortlich…
      Um den Führerschein dann zu erlangen muss man später dann einfach nur nochmal zum Fahrlehrer und einen Test absolvieren………

      Ich kenne mich eigentlich mit den chinesischen Fahrzeugmodellen nicht so aus. Aber diese Marke habe ich tatsächlich schon öfters auf den chinesischen Straßen gesehen (wusste aber bis jetzt den Namen dieser Marke nicht).
      Ich bin ja sowieso nicht so ein Fan von den chinesischen Modellen, da die total unsicher sind.

  3. Ich muss sagen, dass ich allgemein dem Verkehr in China, Vietnam und Thailand nicht traue … was man da alles schon an Geschichten hört.

    Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis es sich ändert. Ich wundere mich ob es einen Grund gibt wieso es in HongKong, Japan oder Korea besser und „geregelter“ läuft. Die Infrastruktur, Regelung oder allgemeine Mentalität?

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