Traditionelles Sommergewand in Japan – Yukata

Was ganz oben auf meiner Wunschliste bei meiner Japan Reise stand war es, einmal ein japanisches Gewand anzuprobieren. Für ein Kimono war es zu dieser Jahreszeit leider viel zu heiß. So ist es ein Yukata geworden. Wer gerne Animes oder japanischen Serien schaut, kennt die folgende Szene bestimmt. Zum Sommerfest in einem Yukata mit Freunden durch die Straßen wandern, Süßigkeiten essen und Fische fangen. Und am Abend dann gemeinsam ein Feuerwerk genießen. So war zumindest meine Vorstellung, wie es in Japan ist.

Was ist ein Yukata?

Erstmal kurz, was ein Yukata ist. Ein Yukata ist ein traditionell japanisches Freizeitgewand für den Sommer (Sommerfestivals) oder zum Tragen für Zuhause, in einem Onsen, Hotel, etc. Es ist nicht wirklich für formelle Anlässe geeignet sondern wirklich nur für den Alltag. Im Vergleich zu Kimonos sind Yukatas wesentlich günstiger und auch einfacher zu tragen.

Einmal ein Yukata für einen Tag bitte

Man könnte Yukatas auch günstig in Japan kaufen. Aber da ich außerhalb Japans nie wirklich Gelegenheiten haben werde, dieses Gewand zu tragen, habe ich es mir einfach nur zum anprobieren ausgeliehen. Außerdem habe ich selbst überhaupt keine Ahnung, wie man dieses Gewand tragen soll. Das Binden der Obi ist ja wirklich kompliziert. Der Verleih war dann die einfachere Option für mich, obwohl es wirklich nicht ganz günstig war. Insgesamt habe ich etwa 140€ bezahlt für 3 verschiedene Yukatas (zwei für mich und eines für meinen Mann) für je einen Tag.

Tragekomfort

Ich muss sagen, es ist wirklich anstrengend ein Yukata zu tragen. Da alles so eng anliegt, kann man, als ungeübte, nur ganz kleine Schritte machen und im Schneckentempo voran schreiten. Und das Schuhwerk erst. Das war für mich das Schlimmste. Es lag aber nicht an der Härte der Schuhe sondern an der Enge. Für Asiaten habe ich ja schon eher große Füße mit der Schuhgröße 38/39. Ich weiß also nicht, ob es an meinen großen Füßen lag oder an den Schuhen, die die dort verliehen haben, aber ich passte einfach in keine Schuhe rein. Die Schuhe lagen so eng an meinen Füßen an, dass ich schon bereits nach 10 Minuten die ersten Wunden hatte und ich meine eigenen Schuhe anziehen musste. Das sah dann leider schon etwas komisch aus…deshalb werdet ihr auf meinen Fotos keine Schuhe sehen, lach.

Zudem ist es doch etwas heiß in den Yukatas, obwohl Yukatas schon speziell für den Sommer sind. Besonders in der Bauchgegend ist es sehr heiß. Ich war etwas überrascht, wie viele Schichten mir da um den Bauch gewickelt wurden. Ich hatte da mindestens 4-5 Schichten um den Bauch. Auf dem Bild oben seht ihr ja auf der rechten Seite einige „Tücher“ und ein Obi (weißes Tuch oben, pinkes Obi unten). Das alles wurde mir allein um den Bauch gewickelt.

Laufen in Japan viele mit Yukatas rum?

Ich hatte mir den Verleih extra an zwei Sommerfesttagen angesetzt,da ich etwas Sorgen hatte, dass es komisch aussehen könnte, wenn man an einem normalen Tag so aus dem Hause geht. Von den zwei Matsuri werde ich auch noch berichten… hier kurz mal ein Sorry, dass es mit meiner Japan Reihe so lange dauert. Komme irgendwie nie richtig dazu die Texte dazu zu verfassen 🙁
Naja, zurück zum Thema. In Osaka habe ich so auf der Straße wirklich fast keinen an einem normalen Tag mit einem Yukata durch die Gegend laufen gesehen. In Kyoto war es aber besser. Da laufen noch einige Japaner mit Yukatas durch die Straße. Kyoto soll aber auch etwas besonders sein, da diese Stadt noch sehr traditionell ist. Ich glaube aber, dass mindestens 50% der Mädels in Kyoto selbst auch Touristen waren, die mal ein Yukata anprobieren wollten. yukata anziehen in japan

Yukata Verleih

Wer auch mal nach Japan reist und ein Yukata anprobieren möchte, ist glaub ich Kyoto die beste Stadt. Ich habe dort fast an jeder Ecke einen Yukata/ Kimono Verleih gesehen. Als ich dort war habe ich mir echt gedacht, wofür ich eigentlich vorbestellt habe und dann auch noch so weit gefahren bin. Zu Fuß auf dem Weg zu meinem Yukata Shop bin ich an mindestens 3-4 weiteren Shops vorbei gelaufen, die noch um einiges günstiger waren. Ich glaub es ist aber nur in Kyoto so. In Osaka zB habe ich keinen einzigen Verleih zufällig irgendwo gesehen.

Mein Fazit

Obwohl es für mich doch sehr anstrengend war damit zu laufen, bin ich richtig froh über diese Erfahrung. Ich finde die traditionell japanische Kleidung wundervoll, genau wie die chinesischen Gewänder. Ich beneide Japan richtig, dass die ihre alte Kultur beibehalten haben und immer noch ihre Gewänder bei besonderen Anlässen / Festen tragen.

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9 comments

  1. Zauberhaft sieht das aus, steht dir sehr gut.
    Die Unbequemlichkeit muss man hinnehmen. Finde ich süß, dass man nur kleine Schritte machen kann. Ist nicht für weite Strecken gedacht. Und Toilettengänge werden dann wohl wegen des Aufwands mühsam.
    ich denke durch das enge Schnüren steht es nur Schlanken.
    Solche Traditionen müssen unbedingt aufrechterhalten werden.

    LG Maricel

    1. Hallo Maricel,
      den Yukata an sich fand ich ja noch ganz ok. Nur die Schuhe fand ich ganz schrecklich unbequem. Ich glaub ich hab echt einfach zu fette Füße 😳

      Den Toilettengang fand ich sogar überraschenderweise gar nicht so schlimm. Ist ähnlich wie mit einem langen Kleid^^

      ich denke durch das enge Schnüren steht es nur Schlanken

      Ich glaube die Japaner haben damit (noch) keine starken Probleme. Soweit ich mich erinnere habe ich keinen einzigen dicken Japaner auf meiner Reise gesehen…

      Solche Traditionen müssen unbedingt aufrechterhalten werden.

      Ja, auf jeden Fall!

  2. Hallo TingTing,

    schön dich zu lesen
    vielleicht ist das mit den Schuhen noch aus der Zeit, in der Frauen künstlich kleine Füße antrainiert wurden, ich glaube, da gab es ganz schreckliche Methoden.
    Und nein, du hast keine fetten Füße, das ist doch 38/39 und völlig normal.
    Was soll ich da mit Gr.41 sagen……wahrscheinlich gibt es da in Asien kaum noch Frauenschuhe für.

    LG

    1. Hehe ja für europäische Standards sind meine Füße wahrscheinlich normal ^^
      Ich glaube das wird mit den großen Größen in China langsam auch immer einfacher beim Einkauf. Man sieht immer öfter auch riesige Chinesen auf den Straßen und leider auch viele übergewichtige.

  3. Hallo Ting Ting,
    die Kimono verpackten Mädels sehen ja niedlich aus. Kommt der japanischen Angewohnheit, alles schön zu verpacken, wohl sehr entgegen? Erinnert irgendwie nach Geschenken, welche vorsichtig entpackt werden möchten? 🙂 Aber wie auch immer, man muß sich in diesen Textilien wohl etwas sehr bewegungseingeschränkt fühlen? Dazu noch die traditionellen Sandalen. Sicher kein großes Vergnügen für den so gekleideten.
    Nichts desto Trotz finde ich den Chipao eleganter. Mir gefällt er um Längen besser. Irgendwie schade das er im Alltag durch profane Hosen etc ersetzt wurde. Aber die Chinesinnen werden schon wissen, warum sie im Alltag keinen Chipao tragen. 😉

  4. Nachtrag. So richtig glücklich scheint dich die traditionelle japanische „Damen-Verpackung“ nicht zu machen? Es gibt hübschere und attraktiver Kleider die du problemlos tragen kannst. 🙂

    1. Hallo Horst,
      haha ja das kann gut sein 😉
      Frei bewegen kann man sich wirklich nicht. Aber ein Vorteil hat es auch. Man muss in diesem Gewand gerade stehen und sitzen, weil gerade alles so eng anliegt.
      Ich wollte mich mittags kurz hinlegen mit dem Yukata, aber das ging leider gar nicht, lach.

      Ich finde generell alle traditionelle Kleidungen in Asien hübsch. Als ich das letzte mal in Guiyang war wollte ich auch das traditionelle Gewand von dort anprobieren. Leider leider hat dafür die Zeit nicht mehr gereicht gehabt 🙁

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