Mein erstes Filzwolle-Set habe ich eher zufällig entdeckt. Beim Stöbern nach Bastelsachen in China bin ich über diese kleinen DIY-Pakete gestolpert. Alles war schon vorbereitet: Wolle, Nadeln, Zubehör. Man musste nichts planen ,einfach anfangen. Genau deshalb habe ich es ausprobiert.
Der Anfang: lieber klein anfangen… dachte ich
Mein erstes Projekt war nur ein Hut. Der von Chopper aus One Piece. Eine einfache Form, dachte ich zumindest. Als er fertig war, kam der typische Anfängerfehler: „Ach, dann mache ich gleich die ganze Figur.“
Im Nachhinein hätte ich wirklich beim Hut bleiben sollen. Die Figur sah
am Ende eher aus wie ein kleiner Teddy, der zufällig ein Kostüm trägt.
Proportionen sind beim Nadelfilzen viel schwieriger als gedacht, zu
wenig stechen und alles ist weich, zu viel und es wird unförmig hart.
Also habe ich danach das gemacht, was deutlich entspannter ist: nur noch Hüte. Ruffys Strohhut war deutlich erfolgreicher.
Wie Nadelfilzen überhaupt funktioniert
Man nimmt lose Filzwolle und sticht mit einer speziellen Nadel immer wieder hinein.
Durch winzige Widerhaken verhaken sich die Fasern miteinander, bis aus dem weichen Knäuel eine feste Form wird.
Klingt meditativ — ist es auch. Zumindest solange man nicht abrutscht. Gerade kleine Figuren bedeuten: sehr viele Treffer in die eigenen Finger.
Totoro überall
Irgendwann habe ich mich dann an Totoro versucht, obwohl ich den Film selbst bis heute nie gesehen habe. Trotzdem begegnet mir dieses Wesen in China ständig. In Schaufenstern, auf Taschen, als Schlüsselanhänger, in Cafés oder als Deko in kleinen Läden. Irgendwann kennt man den Charakter einfach, selbst ohne den Film je geschaut zu haben.
Die runde Form war perfekt zum Üben. Und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, wirklich zu verstehen, wie fest man stechen muss, damit eine Figur stabil bleibt. Ab da machte es deutlich mehr Spaß.
Kleine Figuren statt große Projekte
Mit der Zeit habe ich gemerkt: Große Figuren liegen mir nicht. Kleine Motive funktionieren besser, einfache Tiere, Hüte oder runde Charaktere. Manche wurden ganz ordentlich, andere eher… experimentell.
Gerade Details wie Schwänze oder dünne Arme werden schnell zu dick. Und korrigieren kann man fast nichts mehr. Einige Figuren existieren deshalb heute nicht mehr.

Warum ich ausgerechnet in China damit angefangen habe
Diese Bastelsets sind dort völlig normal. Nicht als großes Kunsthandwerk, sondern eher als kleine Beschäftigung zwischendurch. Man probiert es einfach aus, ohne große Vorbereitung.
Man sitzt eine Weile ruhig da, konzentriert sich nur auf Form und Material und am Ende hält man etwas in der Hand, das es vorher nicht gab. Auch wenn es manchmal eher ein schiefer Woll-Teddy ist oder ein etwas komischer Pikachu.


3 Kommentare
They look amazing!
Ich finde sie alle zu niedlich, besonders Ghibli, Pikachu und One Piece … *will auch*
Ich weiß nicht bei Hüten würde mir noch spontan der von Tuxedo Mask einfallen, ist aber eigentlich ein ganz langweiliger Hut …
ahhh warte XD … wie wärs mit dem von Trafalgar Law? Den sah ich ziemlich häufig in Online Shops und der sieht auch ziemlich plüschig aus :D
Das dir Pikachu gefallen hat, überrascht mich irgendwie..:’D
Tuxedo Masks Hut ist mir auch schon in den Kopf gekommen, aber wie du schon sagst, ist ja eigentlich nur ein normaler Zylinder ^^:
Trafalgar Law musste ich jetzt erstmal googeln… habe wohl schon zu lange nicht mehr One Piece geschaut :O Als du das erwähnt hattest, hatte ich wieder Lust zu schauen, aber in China gibs (ohne dauerhaftes Gehänge) nur die japanische Version mit chinesischem Untertitel. Das hat mich dann schon nach einer Folge wieder überfordert T-T