♨ Chinesische Bratkartoffeln mit Salz-Pfeffer (Jiaoyan-Art)

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 15,1K Aufrufe 2 Minuten Lesezeit
Dieses Gericht esse ich wahnsinnig gerne in China. Es erinnert optisch an deutsche Bratkartoffeln, schmeckt aber komplett anders. Knusprig, trocken gebraten und stark gewürzt – ohne Soße, ohne Beilagen. Genau so, wie es in China als kleines Pfannengericht oder Beilage serviert wird.

In China heißt das Gericht Jiāoyán xiǎo tǔdòu. Jiaoyan bedeutet wörtlich Salz und Pfeffer, gemeint ist jedoch immer Szechuanpfeffer, nicht schwarzer Pfeffer. Xiao tudou sind kleine Kartoffeln. Wichtig: Für dieses Gericht werden ausschließlich kleine Kartoffeln verwendet. Große Kartoffeln funktionieren nicht, weil sie innen zu weich werden und beim Braten zerfallen.

Alle Zutaten auf einem Blick:

    •    400 g kleine festkochende Kartoffeln
    •    4 EL neutrales Öl
    •    2 TL Jiaoyan 
         (chinesische Salz-Pfeffer-Mischung mit Szechuanpfeffer)
    •    5 g Schnittlauch


Hinweis zur Portionsangabe Dieses Rezept kommt bewusst ohne feste Mengen für Personen aus. In der chinesischen Küche wird selten in Portionen gedacht. Warum das so ist und wie du Rezepte trotzdem gut einschätzen kannst, erkläre ich hier: → Authentisch chinesisch kochen 

Chinesische Bratkartoffeln mit Salz-Pfeffer - Die Zubereitung

Die Kartoffeln gründlich waschen. Die Schale bleibt dran.
Die Kartoffeln in einen Topf geben und vollständig mit Wasser bedecken. 1 TL Salz ins Wasser geben. Aufkochen lassen, dann auf mittlere Hitze reduzieren und die Kartoffeln garen, bis man mit einem Stäbchen oder Messer gerade eben hindurchstechen kann. Sie dürfen nicht weich werden.

Die Kartoffeln abgießen und kurz kalt abschrecken. Dadurch stoppt der Garprozess.
Jede Kartoffel mit der flachen Seite eines Messers vorsichtig andrücken, sodass sie aufplatzt, aber nicht zerfällt.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Kartoffeln hineingeben und bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun und knusprig braten. Nicht ständig wenden – erst drehen, wenn sich eine Kruste gebildet hat.

Die Pfanne vom Herd nehmen. Die Kartoffeln sofort mit Jiaoyan bestreuen und vorsichtig durchschwenken. Mit fein geschnittenem Schnittlauch bestreuen und direkt servieren. 

Wusstest du...

In China werden solche Kartoffelgerichte meist ohne zusätzliche Zutaten gegessen. Der Fokus liegt auf Textur und Würze, nicht auf Vielfalt. Jiaoyan wird oft frisch angeröstet, damit der Szechuanpfeffer sein Zitronenaroma behält. 

Hinweis: Einige Links in diesem Beitrag sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, unterstützt du meine Arbeit. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Jiaoyan Xiao Tudou – Rezept zum Ausdrucken

Ausdrucken
Vorbereitungszeit: Kochzeit:
Bewertung 4.7/5
( 21 abgestimmt )

ZUTATEN

400 g kleine Kartoffeln
4 EL neutrales Öl
2 TL Jiaoyan
5 g Schnittlauch
Kartoffeln in Salzwasser bissfest kochen
Abgießen und kalt abschrecken
Kartoffeln flach andrücken
In Öl goldbraun braten
Mit Jiaoyan würzen
Mit Schnittlauch servieren

ZUBEREITUNG

  1. Kartoffeln bissfest kochen.
  2. Abschrecken und flach drücken.
  3. In Öl beidseitig knusprig braten.
  4. Mit Jiaoyan würzen und servieren.

Das könnte dich auch interessieren

5 Kommentare

Avatar-Foto
Onktebong 29/08/2016 - 09:13

Mich fasziniert das Thema chinesische Küche und Kartoffeln. Vielen Dank für das Rezept!
Angeblich ist Kartoffelpüree in China beliebt, könntest Du bitte ein Rezept für Tudouni bringen? Ich finde im gesamten internet nichts!
Zitat aus der Süddeutschen Zeitung: „Dann fährt man vorbei an einem Mann, der am Straßenrand mit einer Art langer Vorschlaghammer auf einen Baumstumpf einschlägt. … Was macht der da? „Kartoffelbrei“.“
Danke!

Antworten
Avatar-Foto
Ting Ting 30/08/2016 - 17:55

Kartoffelbrei in China ist schon beliebt. Aber das was derzeit sehr beliebt ist, kommt eher aus dem Westen und ist gar nicht so typisch chinesisch.
Ich habe mich kurz umgehört und viele benutzen auch die Zutat wie Butter oder Milch, was für die traditionell chinesische Küche ja gar nicht so üblich ist.
Ich muss da mal schauen, ob es da noch andere Kartoffelpüree Varianten gibt.

Antworten
Avatar-Foto
Onktebong 30/08/2016 - 20:40

Danke!
Na ja, Kartoffeln wurden wie auch Chilis, Erdnüsse, Tomaten und Mais erst nach der Entdeckung Amerikas in China erst ab dem 18. Jahrhundert eingeführt. „Typisch chinesisch“ ist da eine relative Aussage.
http://www.sueddeutsche.de/stil/china-kartoffel-suess-sauer-1.2303698
Zitat: „Dort findet man noch heute einige der interessantesten Kartoffelgerichte: phantasievoll zubereiteten Kartoffelbrei, mal gemischt mit Tomate, Knoblauch und Chili, mal gewürzt mit dem Eigelb eines gesalzenen Enteneis.“

Antworten
Avatar-Foto
Ting Ting 03/09/2016 - 03:37

Muss ich mich dann mal umhören, ob ich da was finden kann. Mache ich dann nach meinem Urlaub. Wenn ich was finden sollte, stelle ich es hier rein^^

Antworten
Avatar-Foto
ka 23/07/2017 - 10:01

großartiges rezept! danke

Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

* Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden.

Adblock erkannt

Bitte unterstützen Sie uns, indem Sie die AdBlocker-Erweiterung Ihres Browsers für unsere Website deaktivieren.