Wer nach Kyoto reist, kommt kaum an den traditionellen Süßigkeiten der Stadt vorbei. Rund um Tempel, in Einkaufsstraßen oder an Bahnhöfen findet man zahlreiche kleine Läden voller hübsch verpackter Snacks und Desserts. Die Regale sind gefüllt mit Matcha-Keksen, Reiskuchen, kunstvollen Wagashi und vielen anderen Leckereien.
Viele dieser Spezialitäten werden als Mitbringsel aus Kyoto gekauft. In Japan nennt man solche Reisegeschenke Omiyage, ein fester Bestandteil der japanischen Reisekultur.
Kyoto ist besonders bekannt für seine Süßigkeiten, die eng mit der Tee- und Genusskultur der alten Kaiserstadt verbunden sind. Viele davon werden seit Generationen hergestellt und gehören zu den klassischen Souvenirs der Stadt.
Man findet sie in Souvenirläden, in Tempelvierteln oder auf bekannten Food-Märkten wie dem Nishiki Markt in Kyoto, wo viele lokale Spezialitäten verkauft werden.
Im Folgenden stelle ich einige der bekanntesten Kyoto Süßigkeiten und Omiyage vor.
Was sind Omiyage?
Omiyage sind ein wichtiger Teil der japanischen Reisekultur. Wenn man in Japan verreist – egal ob ins Ausland, in eine andere Stadt oder nur für einen kurzen Ausflug – bringt man Freunden, Familie oder Arbeitskollegen traditionell ein kleines Geschenk mit.
Diese Mitbringsel bestehen meist aus regionalen Spezialitäten. Besonders beliebt sind Süßigkeiten, Gebäck, Snacks oder Tee aus der jeweiligen Region.
Fast jede Gegend Japans hat ihre eigenen typischen Omiyage. In Kyoto gehören dazu vor allem Matcha-Süßigkeiten aus der nahegelegenen Teeregion Uji, traditionelle Wagashi und natürlich Yatsuhashi.
Typisch für Omiyage ist außerdem die aufwendige Verpackung. Die Produkte sind meist einzeln verpackt und so gestaltet, dass sie sich gut verschenken lassen.
Eigentlich sind Omiyage also zum Verschenken gedacht. Ich habe die meisten allerdings einfach selbst gegessen. 😅
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Cha no Ka – Matcha Kekse aus Kyoto
Eine der bekanntesten Süßigkeiten aus Kyoto sind die Cha no Ka Kekse der Konditorei Malebranche. Dabei handelt es sich um knusprige Langue-de-Chat-Kekse mit Matcha, zwischen denen sich eine Schicht weiße Schokolade befindet. Für die Kekse wird hochwertiger Uji-Matcha aus Kyoto verwendet, der für seinen intensiven Geschmack bekannt ist.
Der Geschmack ist eine Mischung aus der leicht bitteren Note des Matcha, der Süße der weißen Schokolade und einem knusprigen Butterkeks. Gerade diese Kombination aus süß und herb macht die Kekse so beliebt.
Cha no Ka wird hauptsächlich in Kyoto verkauft und gilt deshalb als typisches Kyoto-Mitbringsel.
Meine Bewertung
Die Kekse sind wirklich sehr lecker. Allerdings ist der Preis auch ziemlich hoch. Für eine Schachtel mit etwa 10 Keksen habe ich ungefähr 12 € bezahlt.
Ganz ehrlich: So lecker sie auch sind – ich würde diesen Preis wahrscheinlich kein zweites Mal bezahlen. Einmal probieren lohnt sich auf jeden Fall, aber über einen Euro pro Keks ist schon ziemlich teuer.
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Nama Yatsuhashi – die berühmteste Kyoto Süßigkeit
Wenn es eine Süßigkeit gibt, die man sofort mit Kyoto verbindet, dann ist es Nama Yatsuhashi.Diese traditionelle Spezialität besteht aus einem weichen Teig aus Reismehl, Zucker und meist auch Zimt. Innen befindet sich klassischerweise eine Füllung aus Anko, einer süßen Paste aus roten Bohnen.
Der Teig wird meist zu kleinen Dreiecken gefaltet. Heute gibt es aber auch viele moderne Varianten mit anderen Geschmacksrichtungen, etwa Matcha, Erdbeere oder Schokolade.
In einem Laden nahe dem Kiyomizu-dera Tempel konnten wir viele Sorten vorher probieren. Am Ende habe ich mich für die Geschmäcker Soda und Pfirsich entschieden.
Meine Bewertung
Der Vorteil war, dass man im Laden fast alles probieren durfte.Allerdings sind diese kleinen Stücke unglaublich sättigend. Nach drei Stück hatte ich ehrlich gesagt schon genug. Zum Ende hin schmeckte vieles ziemlich ähnlich – sehr süß und etwas klebrig. Am besten fand ich persönlich die Variante mit Zimt.
Eine kleine Packung mit etwa fünf Stück kostet ungefähr drei Euro und ist damit deutlich günstiger als die Matcha-Kekse.


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Yatsuhashi – die gebackene Variante
Neben den weichen Nama Yatsuhashi gibt es auch gebackene Yatsuhashi.
Diese bestehen ebenfalls aus Reismehl, Zucker und Zimt, werden jedoch gebacken und sind deshalb deutlich knuspriger. Geschmacklich erinnern sie ein wenig an dünne Zimt-Kekse.
Die gebogene Form soll angeblich an eine Brücke oder an eine Koto, ein traditionelles japanisches Musikinstrument, erinnern.
Ich habe die Kekse zusammen mit Matcha-Eis gegessen, was überraschend gut zusammenpasste. Die leicht bittere Grüntee-Note des Eis gleicht die Süße der Kekse gut aus.
Matcha Süßigkeiten aus Uji
Viele Kyoto-Süßigkeiten basieren auf Matcha aus der Region Uji. Uji liegt südlich von Kyoto und zählt zu den bekanntesten Teeanbaugebieten Japans.
Deshalb findet man in Kyoto unglaublich viele Matcha-Produkte – von Matcha-Schokolade über Mochi bis hin zu Matcha-Keksen oder Matcha-Eis.
Gerade hochwertige Matcha-Süßigkeiten gehören zu den beliebtesten Mitbringseln aus Kyoto.
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Traditionelle Kyoto Wagashi
Kyoto ist außerdem berühmt für seine Wagashi, also traditionelle japanische Süßigkeiten.
Diese Desserts werden häufig zu Teezeremonien serviert und sind meist sehr kunstvoll gestaltet. Viele orientieren sich an den Jahreszeiten und sehen fast wie kleine Kunstwerke aus.
Typische Wagashi sind zum Beispiel Nerikiri, Manju oder Yokan. Als Omiyage eignen sie sich besonders gut, weil sie oft sehr elegant verpackt sind.
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Matcha KitKat und andere moderne Souvenirs
Neben traditionellen Süßigkeiten kaufen viele Reisende auch moderne Snacks als Mitbringsel. Besonders bekannt sind Matcha KitKat, die es in Japan in vielen verschiedenen Varianten gibt.
In Kyoto findet man häufig die Version mit Uji-Matcha. Auch wenn sie kein klassisches Kyoto-Omiyage sind, werden sie von vielen Reisenden gerne als Souvenir aus Japan mitgebracht.
Kyo Baumkuchen
Ja, richtig gelesen: Baumkuchen. Zwar auch nicht spezifisch für Kyoto, eher allgemein in Japan sehr beliebt und wird auch gerne verschenkt.
Der Baumkuchen wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einem deutschen Konditor nach Japan gebracht und hat sich dort schnell verbreitet.
In Kyoto gibt es spezielle Varianten wie:
• Matcha Baumkuchen
• Baumkuchen mit Tofu
• kleine Geschenkversionen
Ich habe den sogenannten Kyo Baumkuchen in vielen Geschäften gesehen, selbst aber nicht probiert. Ehrlich gesagt kam mir der Name einfach zu vertraut vor. Baumkuchen bekommt man schließlich auch in Deutschland, dachte ich.
Erst im Nachhinein bin ich schlauer geworden..
Fazit – Die besten Mitbringsel aus Kyoto
Kyoto hat unglaublich viele süße Spezialitäten, die sich perfekt als Mitbringsel eignen.
Besonders typisch sind Nama Yatsuhashi, gebackene Yatsuhashi, Matcha-Süßigkeiten aus Uji und traditionelle Wagashi.
Wer durch Kyoto reist, wird diese Leckereien an vielen Tempeln, in Souvenirläden oder an Bahnhöfen entdecken. Auch auf Märkten wie dem Nishiki Markt in Kyoto kann man viele dieser Spezialitäten probieren.
Und selbst wenn sie eigentlich als Geschenk gedacht sind – manchmal ist es völlig okay, sie einfach selbst zu essen.


2 Kommentare
Das ist ja schön!
In Deutschland ist ews da schwieriger passend verpackte Lebensmittel als Mitbringsel zu finden :)
Viele liebe Grüße
Franzy
Hallo Ting Ting,
letztens habe ich japanische Chips gegessen. Irgendwas zwischen salzig und Honig. Schmeckten sehr nach mehr. ;-) Etwa 1h dann war das Thema durch. :-( Glücklicherweise war die Kalorienangabe in Japanisch. Du weißt, die netten kleinen Strichzeichnungen wie sie die Chinesen auch kennen. Jedenfalls schmeckten sie zu gut als das ich sie nochmal bestellen werden. ;-)