Aufgewachsen im China-Restaurant – Alltag, Essen & Vorurte
Viele meiner Kindheitserinnerungen riechen nach Sojasauce, Fritteuse und frisch gekochtem Reis.
Während andere nach der Schule nach Hause gegangen sind, bin ich oft direkt ins Restaurant gefahren. Meine Familie hatte ein eigenes China-Restaurant und damit ein Leben, das von außen oft ganz anders aussah, als es sich von innen angefühlt hat.
In dieser kleinen Reihe schreibe ich über genau das:
über lange Arbeitstage, merkwürdige Fragen, Vorurteile, darüber, was wir wirklich gegessen haben und warum ein eigenes Lokal nicht automatisch bedeutet, dass alles „so toll“ ist, wie viele denken.
Diese Texte sind keine Rechtfertigung, kein „Aufräumen mit Vorurteilen“ im klassischen Sinne und ganz sicher kein Sachbuch über chinesische Küche. Es sind Erinnerungen, Beobachtungen und Situationen, wie ich sie selbst erlebt habe. Dinge, die man als Gast nicht sieht. Und Fragen, die mir als Kind, Jugendliche und später als Erwachsene immer wieder gestellt wurden.
Viele Vorstellungen über China-Restaurants halten sich hartnäckig. Manche sind absurd, manche nervig, manche tun einfach nur weh. Andere wiederum entstehen aus ehrlicher Neugier. In dieser kleinen Serie schreibe ich über genau diese Grauzone: über Arbeit, Familie, Essen, Gäste – und darüber, wie es ist, wenn ein Restaurant nicht nur ein Job ist, sondern das ganze Leben bestimmt.
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Die Beiträge dieser Reihe
Wenn die Eltern ein eigenes Lokal haben
Wie sich das Familienleben verändert, wenn gearbeitet wird, während andere feiern. Warum Feiertage keine Feiertage sind. Und weshalb das „eigene Restaurant“ von außen oft ganz anders aussieht, als es sich von innen anfühlt.
Was essen die Chinesen selbst im China-Restaurant?
Eine der meistgestellten Fragen überhaupt. Die ehrliche Antwort: selten das, was auf der Karte steht. Ein Blick auf das Crew-Essen, den Geruch von immer gleichem Essen – und warum Pizza manchmal einfach Pizza ist.
Vorurteile, unangenehme Gäste und Respekt
Warum Fragen nach Hund und Katze nie harmlos sind. Was Gäste sich erlauben, wenn sie glauben, anonym zu sein. Und weshalb ein Restaurant kein Freifahrtschein ist, Menschen respektlos zu behandeln.
