Auf einem Tiermarkt in Ningbo bleibe ich einmal vor einem Aquarium stehen. Eigentlich gehe ich an Fischen meistens einfach vorbei. Sie schwimmen, sie schauen, sie schwimmen weiter. Aber diese hier nicht.
Knallrot. Mit leicht nach vorne gestülpten Lippen. Von vorne betrachtet sehen sie aus, als würden sie mir die Zunge rausstrecken. Je länger ich sie anschaue, desto unechter wirken sie. Fast wie kleine Comicfiguren.
Und trotzdem begegnen sie mir in China immer wieder.
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Rote Fische sind kein Zufall
Diese auffälligen Tiere sind sehr wahrscheinlich Blutpapageienbuntbarsche – eine künstlich gezüchtete Hybridform, die besonders in Ostasien beliebt ist.
Warum gerade diese?
In China hat die Farbe Rot eine starke symbolische Bedeutung. Sie steht für:
• Glück
• Wohlstand
• Erfolg
• Schutz
Dazu kommt noch ein sprachliches Detail: Das chinesische Wort für Fisch (鱼 yú) klingt wie das Wort für Überfluss (余 yú).
Ein roter Fisch vereint also gleich mehrere Glückssymbole.
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Warum sieht man sie überall?
Wer durch China läuft, bemerkt schnell: Aquarien stehen in Restaurants, Hotels, Einkaufszentren – teilweise riesig. Und darin schwimmen erstaunlich oft genau diese leuchtend roten Fische.
Das hat mehrere Gründe:
• Sie gelten als Glücksbringer
• Sie passen gut zu Feng-Shui-Vorstellungen
• Sie sind relativ robust
• Ein großes Aquarium signalisiert Wohlstand
Gerade in Restaurants gehört ein Aquarium fast zum Inventar. Es wirkt repräsentativ. Und lebendig.
Nicht ganz unumstritten
Was viele nicht wissen: Diese Fische sind keine natürliche Art. Sie wurden ursprünglich in Taiwan gezüchtet und sind eine Hybridform verschiedener Buntbarsche.
Manche Linien haben leicht verformte Mäuler. Es gibt auch Kritik an der Zuchtpraxis und daran, dass manche Tiere künstlich intensiver gefärbt werden. Solche ungewöhnlichen Zuchtformen sind übrigens kein Einzelfall. Besonders beeindruckt haben mich damals die sogenannten Blasenaugen-Goldfische, die noch einmal eine ganz andere Geschichte erzählen.
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Mein erster Eindruck damals
Als ich den Fisch fotografierte, wusste ich das alles nicht. Ich fand nur, dass er irgendwie… dumm guckte. Und dass seine Zunge aussah, als hätte jemand sie vergessen zurückzuschieben.
Heute sehe ich das Bild anders.
Es ist nicht nur ein merkwürdiger Fisch. Es ist ein kleines Stück chinesischer Alltagskultur: Glückssymbol, Statusobjekt, Konsumgut – alles in einem Aquarium.

3 Kommentare
Die Fische kenne ich aus dem China Restaurant in unserer Stadt! :D Die haben wirklich genau gleichen, nur in einem ganz laaangen Aquarium und als Kind bin ich immer das Apuarium lang gelaufen, weil die Fische einem immer hinterher geschwommen sind. Total süß!
Oh echt :shock:
In unserem alten Restaurant gab es auch Fische, aber keine Goldfische, sondern Kois in einem Innenteich. Die schwammen einem auch immer hinterher und lutschten sogar am Finger, wenn man den ins Wasser steckte.
Aber irgendwann fand ich die doch irgendwie langweilig :roll:
Die gucken ja schön dumm xD
Wir haben zwei Aquarien, aber selbst kann ich kaum etwas mit Fischen anfangen. Ich suche mir nur gern welche mit aus *lach*
Mein Chef hat in seinen japanischen Garten auch Kois herumschwimmen. Mal ganz nett anzuschauen aber spannend ist etwas anderes ;)