Mein Japan Reiseplan – 2 Wochen Kansai (Osaka, Kyoto & Nara)

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 5,8K Aufrufe 5 Minuten Lesezeit

Insgesamt haben wir 15 Tage in Japan verbracht – realistisch bleiben davon etwa 13 Tage vor Ort, wenn man Hin- und Rückreise abzieht.

Wir haben uns bewusst für die Kansai-Region entschieden: Osaka, Kyoto und ein Abstecher nach Nara. Tokyo und Hokkaido standen zwar ebenfalls auf meiner Wunschliste (Hokkaido wäre im Sommer perfekt gewesen), aber irgendwann muss man Prioritäten setzen. Und quer durch ganz Japan zu reisen, ist zeitlich und finanziell eben doch eine andere Liga.

Im Nachhinein war die Entscheidung für Kansai richtig. Drei Städte, drei unterschiedliche Stimmungen und genug Zeit, um nicht permanent von Spot zu Spot zu hetzen.



5 Tage Osaka – Großstadt mit Energie

Osaka (大阪市) ist nach Tokyo und Yokohama eine der größten Städte Japans. Lebendig, etwas lauter, weniger geschniegelt als Kyoto und für mich persönlich ein guter Start in die Reise.

Wir hatten kurz überlegt, uns den Osaka Amazing Pass zu holen, mit dem man an einem Tag viele Attraktionen abklappern kann. Aber das hätte bedeutet: Programm durchziehen, Zeitdruck, Haken setzen. Das wollten wir nicht. Lieber langsamer unterwegs sein.

Ein Moment, der mir besonders im Kopf geblieben ist, war ein ganz unspektakulärer: ein Sportplatz in der Nähe unserer Airbnb-Wohnung. Keine Sehenswürdigkeit. Keine Touristen. Nur Schüler beim Training. Wir saßen dort einfach und haben zugesehen. Das war für mich fast interessanter als manche „Must-See“-Attraktion.

Osaka Castle

Natürlich durfte die Burg Osaka nicht fehlen. Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Sie ist imposant, keine Frage, aber auch sehr voll. Selbst früh morgens war es schon gut besucht. Der Blick von oben lohnt sich trotzdem, vor allem wenn man sehen will, wie modern Osaka eigentlich ist.

Umeda Sky Building

Das Umeda Sky Building ist 173 Meter hoch und durch das „Floating Garden Observatory“ verbunden. Wir standen unten und haben diskutiert, ob wir hochgehen. 1000 Yen für die Aussichtsplattform fanden wir damals recht teuer (inzwischen noch teurer). Wir sind nicht hochgefahren. Uns war der Preis für einmal Aussicht einfach zu hoch. Also nur Außenansicht und weiter.

Dotonbori (Namba / Minami)

Abends nach Dotonbori zu gehen, gehört fast schon zum Pflichtprogramm. 
Leuchtreklamen, riesige Figuren, Streetfood, Menschenmassen. Wir waren gleich zweimal dort.
Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten, sondern wegen der Stimmung.

Kaiyukan Aquarium & Bay Area

Am letzten Tag waren wir im Aquarium. Nach vielen Tempeln und Stadtspaziergängen war das ein ruhigerer Abschluss. Das Kaiyukan hat mich wirklich beeindruckt, deutlich mehr als erwartet.

Was wir ausgelassen haben?

Universal Studios Japan. Tempozan Riesenrad. Einige Museen. Nicht aus Desinteresse – sondern weil man nicht alles sehen kann. Und das ist okay.

8 Tage Kyoto – Tempel, Schreine und Realität

Kyoto war komplett anders. Historischer. Ruhiger. Und ehrlich gesagt auch anstrengender.

Kyoto war einst Hauptstadt Japans, das merkt man. Tempel, Schreine, traditionelle Gassen. Aber: Acht Tage waren für uns zu lang. Drei bis vier Tage hätten gereicht, um die wichtigsten Orte entspannt zu sehen.

Dazu kam, dass wir relativ weit außerhalb gewohnt haben. Jede Fahrt ins Zentrum hat Zeit gekostet. Wenn ich nochmal entscheiden könnte, würde ich definitiv etwas mehr zahlen für eine bessere Lage.

Kyoto Station & Kyoto Tower

Die Kyoto Station wirkt wie ein Fremdkörper zwischen all den Tempeln. Modern, groß, mit Einkaufszentrum. Von oben hat man eine schöne Aussicht über die Stadt.


Fushimi Inari Taisha

Die tausenden roten Torii-Tore, ja, sie sind beeindruckend. Aber man sollte entweder sehr früh oder sehr spät hingehen. Sonst steht man mehr im Stau als im Schrein.

Gion Matsuri

Wir waren im Juli dort, also mitten im Festivalmonat. Der 17. Juli gilt als Höhepunkt. Ich wollte unbedingt hin. Die Realität? Sehr voll, sehr chaotisch. Spannend, es einmal erlebt zu haben, aber nicht mein persönliches Highlight. Ich glaube, solche Feste sind beeindruckender, wenn man den kulturellen Hintergrund besser kennt.

Nishiki Markt

Hier habe ich die besten Daifuku meines Lebens gegessen. Der Markt ist touristisch, aber trotzdem sehenswert, wenn man sich für japanische Küche interessiert.

Toji Markt

Jeden 21. des Monats Flohmarkt am Toji-Tempel. Im Internet klang das spektakulärer, als es sich für uns angefühlt hat.

Kiyomizudera

Eigentlich war ich nur dort, weil ich bei meinem Yukata-Verleih die falsche Filiale gebucht hatte. Manchmal führen Fehler zu guten Entscheidungen.

Was wir nicht gemacht haben, obwohl es klassische Kyoto-Highlights sind:
Kinkaku-ji (Goldener Pavillon), Arashiyama Bambuswald, Philosophenweg. Alles Orte, die man problemlos ergänzen könnte, aber irgendwann waren wir tempelmüde.


Tagestrip nach Nara – mehr als nur Hirsche

Nara war ursprünglich nur ein kurzer Abstecher. Geplant war eigentlich der Umami Park wegen der Sonnenblumen. Wir waren aber eine Woche zu früh dort und die Blumen sahen dementsprechend nicht so toll aus.

Also sind wir spontan weiter in den Nara Park.

Dort laufen die berühmten Sikahirsche frei zwischen Tempeln und Besuchern herum. Natürlich ist das touristisch, aber trotzdem eindrucksvoll.


Todai-ji Tempel

Der Todai-ji beherbergt die riesige Daibutsu-Statue, eine der größten sitzenden Buddha-Statuen aus Bronze weltweit. Schon die Tempelhalle selbst ist beeindruckend groß. Wenn man davorsteht, merkt man erst, welche Dimensionen das Ganze wirklich hat.

Kasuga-Taisha Schrein

Nur wenige Minuten entfernt liegt der Kasuga-Taisha mit seinen unzähligen Laternen. Der Weg dorthin durch den Wald hat fast eine eigene Atmosphäre, ruhiger als der Bereich rund um die Hirsche.

Für Nara sollte man mindestens einen halben Tag einplanen. Wer es entspannter mag, bleibt einen ganzen Tag.

Rückblick auf unsere Route

Unsere 2 Wochen in Kansai waren keine perfekte Checkliste-Reise.
Wir haben Dinge ausgelassen. Manches überschätzt. Manches unterschätzt.

Osaka hat mich überrascht.
Kyoto hat mich ermüdet.
Nara war kompakter, als ich dachte.

Würde ich die Route nochmal so planen?
Ja, aber mit weniger Tagen in Kyoto und vielleicht einem zusätzlichen Ort wie Kobe oder Himeji.
Reisen bedeutet auch, im Nachhinein klüger zu sein.

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4 Kommentare

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Myriam 05/08/2016 - 21:09

Hi,

dein Reisebericht hat mir gut gefallen. Das letzte Foto ist witzig. Ich habe zuerst gedacht, dass das eine Statue ist. Aber das Tier inmitten der Menschenmassen ist echt oder? Ich dachte immer, diese Tiere seien scheu?
Meine Chinesischlehrerin meinte, als sie in Japan war, konnte sie vieles lesen und verstehen, weil einige Zeichen ähnlich/gleich seien. Stimmt das? Konntet ihr auch die japan. Zeichen verstehen?

LG Myriam

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Ting Ting 06/08/2016 - 03:18

Hehe, das Tier ist schon echt^^ Die Hirsche im Nara Park sind ganz und gar nicht mehr scheu. Die „heiligen“ Hirsche haben eine lange Geschichte in Nara. Ich denke die sind dann halt mit der Zeit einfach sehr zutraulich geworden. Und da so viele Menschen sie verhätscheln auch etwas übermütig geworden? Die laufen einem hinterher, zupfen an Kleidungsstücken, verbeugen sich nur um etwas Futter zu erbetteln…

Das mit der Schrift stimmt. Die Japaner benutzen Kanji, Hiragana und Katakana. Die Kanji entstammen aus der chineischen Schrift. Von daher kann man eigentlich schon so einiges als Chinese in Japan lesen. Das war sehr praktisch für uns, da nicht überall englische Übersetzungen vorhanden waren (kleine Bahnstationen, etc).
Das ganze hilft aber nur beim verstehen, da die Zeichen in Japan ganz anders ausgesprochen werden.
In Kyoto habe ich mich zB ja mit einer Bekannten getroffen und unter anderem übers Essen gesprochen. Sie sprach die ganze Zeit von „Gyōza“ und mein Mann war total überfragt, was das ist. Als sie aber dann das Zeichen auf Papier gebracht hat, fielen ihm die Schuppen von den Augen :D
餃子 – „Jiaozi“ auf chinesisch
餃子 – „Gyōza“ auf japanisch
(chinesische Maultaschen bedeutet das Wort)
Schreiben tut man aber beides gleich ^^

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Eva 11/08/2016 - 09:12

Schöner Bericht – kommt ihr alles aus meinem Urlaub im Mai noch sehr bekannt vor :)
Wobei wir nur einen Tag für Osaka hatten (leider) und 5 Tage für Kyoto inkl. Nara, den Rest der Zeit waren wir in Tokyo. Ich fand Kyoto aber schon sehr lohnenswert und hätte auch noch ein, zwei Tage mehr dort rumgekriegt.
Liebe Grüße!

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Ting Ting 12/08/2016 - 13:06

Hallo Eva,
Kyoto ist schon schön. 8 Tage waren für uns persönlich aber etwas zu viel. Wir haben uns bei der Wohnungssuche schwer getan, da genau das Gion Fest war. Und deshalb nur noch eine Wohnung bekommen, die sowas von weit weg von allen Attraktionen war. Ich glaub da hatten wir einfach etwas Pech.
Nach Tokyo will ich das nächste mal unbedingt auch ^^

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