TCM Akupunktur in China – meine Erfahrungen beim Akupunkteur

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 3,5K Aufrufe 3 Minuten Lesezeit
Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, fand ich schon immer interessant. Nicht im Sinne von „alles heilt alles“, sondern eher aus Neugier: Wie wird damit im Alltag wirklich umgegangen? Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob ich darüber nicht einmal schreiben möchte. Ich bin selbst keine Expertin, habe aber einige Behandlungen miterlebt – vor allem Akupunktur und Schröpfen. In diesem Artikel geht es ausschließlich um meine persönlichen Erfahrungen mit Akupunktur in China.


Was Akupunktur aus chinesischer Sicht bedeutet

Akupunktur ist für viele längst kein Fremdwort mehr. In der TCM geht man davon aus, dass die Lebensenergie – oft als Qi bezeichnet – entlang bestimmter Bahnen durch den Körper fließt. Solange dieser Fluss harmonisch ist, gilt der Mensch als gesund. Wird er gestört, kann es laut TCM zu Beschwerden kommen.

Mit Akupunktur versucht man, diesen Energiefluss wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu werden feine Nadeln an bestimmten Punkten gesetzt, die jeweils mit bestimmten Körperbereichen in Verbindung stehen. Der Patient beschreibt seine Beschwerden, und der Akupunkteur entscheidet daraufhin, welche Punkte behandelt werden.

Wichtig ist dabei: Akupunktur gilt in der TCM nicht als Allheilmittel. Sie soll unterstützen und regulieren, nicht reparieren, was bereits „kaputt“ ist. Das wird in China meist sehr nüchtern gesehen.


Mein Besuch beim Akupunkteur

Ich selbst war bei dieser Behandlung nicht die Patientin, sondern nur Begleitung. Eine Freundin von mir hatte Probleme mit ihren Händen: ständiges Jucken und leichte Schwellungen. Nachdem sie der Ärztin ihre Beschwerden geschildert hatte, ging es recht zügig los.

Meine Freundin legte sich auf eine Liege, und die Ärztin setzte ohne große Erklärungen mehrere Nadeln – in die Hände und in die Knie. Zusätzlich wurde eine Wärmelampe auf die Knie gerichtet, um diesen Bereich zu erwärmen. Danach hieß es: liegen bleiben und warten.

Etwa 20 Minuten später kam die Ärztin zurück und entfernte alle Nadeln. Meine Freundin war jedoch noch nicht ganz zufrieden und sagte, dass sie weiterhin Schmerzen verspüre. Die Ärztin reagierte daraufhin wortlos, verschwand kurz und kam mit einem kleinen Hammer zurück, der mit feinen Nadeln besetzt war.

Damit klopfte sie recht energisch auf Finger, Handgelenke und Knie. Ja, es blutete. Und ja, es tat weh. Meine Freundin schrie auch kurz auf – vor allem, weil es völlig unerwartet kam. Danach war die Behandlung beendet, und wir wurden entlassen.


Tut Akupunktur weh?

Die normalen Akupunkturnadeln selbst sind meist kaum schmerzhaft. Sie pieken kurz, bluten nicht und fühlen sich nach einer Weile eher ungewohnt als schmerzhaft an. Die Hammermethode hingegen war eindeutig schmerzhaft, allerdings nur für den Moment.

Kurz danach ging es meiner Freundin deutlich besser. Ihre Beschwerden waren verschwunden, und sie beschrieb das Gefühl als „leicht“ und „erfrischt“. Auch in den folgenden Tagen hatte sie keine Probleme mehr mit den Händen.

Bei vielen Beschwerden reicht allerdings ein einzelner Besuch nicht aus. In China ist es üblich, Akupunktur regelmäßig anzuwenden, nicht nur einmal.


Akupunktur zum Abnehmen?

Was ich in China häufig gesehen und gehört habe, ist Akupunktur zur Gewichtsreduktion. Dafür gehen viele Menschen regelmäßig zum Akupunkteur. Ob und wie stark der Effekt ist, hängt sicher von vielen Faktoren ab.

Eine Frau, die ich damals kannte, erzählte mir, sie habe mit Akupunktur etwa zehn Kilo abgenommen. Ob das ausschließlich daran lag, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber Akupunktur wird in China durchaus auch für solche Zwecke genutzt – ganz selbstverständlich und ohne große Diskussionen.


Mein Fazit

Akupunktur wird in China sehr pragmatisch betrachtet. Nicht als Wunderheilung, sondern als eine Möglichkeit, den Körper zu unterstützen. Die Behandlungen sind oft direkter, weniger erklärend und manchmal auch deutlich rustikaler, als man es aus westlichen Praxen kennt.

Ob es funktioniert, muss jeder für sich selbst entscheiden. Meine Erfahrung als Beobachterin war jedenfalls beeindruckend – vor allem, wie selbstverständlich und ohne große Erwartungshaltung Akupunktur dort angewendet wird.

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3 Kommentare

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Amaya Yume 07/10/2013 - 12:01

10kg °-° das klingt ziemlich gut. aber ich glaube ich hätte zu viel angst vor den nadeln >.<

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Ting Ting 08/10/2013 - 09:33

Aha! Deine Seite gibs also doch noch xD Aber eine anderer Name
Die Nadeln sollen aber wirklich nicht weh tun :)

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Myriam 08/10/2013 - 21:03

Hallo,
vielen Dank für deinen Post. :) Das mit dem Hammer ist ja krass. Aber es scheint geholfen zu haben. Dass man von der Akupunktur abnehmen kann, wusste ich noch gar nicht.
LG Myri

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