Japan Reisebericht – Meine persönlichen Erfahrungen & Eindrücke nach 2 Wochen

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 4,5K Aufrufe 3 Minuten Lesezeit

Seit ich klein war, wollte ich nach Japan. Anime, Mangas, Schuluniformen, Tokio bei Nacht – das Bild in meinem Kopf war über Jahre gewachsen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen, als ich schließlich zwei Wochen dort verbrachte.

Zwei Wochen sind nicht viel. Man sieht Städte, Tempel, Restaurants, Züge, aber kein echtes Alltagsleben. Was ich hier schreibe, sind deshalb keine Analysen, sondern Eindrücke. Subjektiv. Teilweise oberflächlich. Aber ehrlich.


Verhalten der Japaner – höflich, hilfsbereit, zurückhaltend

Dass Japaner höflich sind, ist kein Klischee. Es stimmt. Wir haben uns mehrfach verlaufen. Fast niemand sprach gut Englisch, trotzdem hat uns jeder geholfen. Manche suchten mit dem Handy nach dem Weg, eine Frau lief sogar den gesamten Weg mit uns bis zur Unterkunft.

Was mich gleichzeitig überrascht hat: die Stille. In Bahnen wird kaum gesprochen. Auf der Straße wird nicht laut geredet. Selbst bei vielen Menschen bleibt es ruhig. Für mich wirkte das respektvoll – aber auch ein wenig distanziert.

Uniformen sind ebenfalls allgegenwärtig. Schüler, Angestellte, Supermarktpersonal, Büroangestellte. Man erkennt sofort, wer wohin gehört. Struktur ist sichtbar.



Leben in Japan – Enge Städte und wenig Platz

Was mir weniger gefallen hat, war die Enge. Häuser stehen extrem dicht nebeneinander. Straßen sind schmal. Gehwege teilweise winzig oder fehlen ganz. Man läuft mit Autos gemeinsam auf der
Straße.

Anders als in vielen chinesischen Städten wird weniger extrem in die Höhe gebaut – unter anderem wegen Erdbebensicherheit. Dadurch entsteht ein sehr kompaktes Stadtbild.

Man gewöhnt sich daran. Aber man merkt es.


Essen in Japan – gut, aber intensiver als erwartet

Grundsätzlich fand ich das Essen in Japan sehr lecker. Aber für meinen Geschmack war vieles sehr stark gewürzt, oft sehr salzig oder sehr süß.

In Ramen- oder Udon-Restaurants bestellten wir teilweise zusätzlich heißes Wasser, um die Brühe etwas zu verdünnen. Währenddessen sahen wir, wie andere Gäste noch extra Sojasauce hinzufügten. Da merkte ich: vielleicht liegt es einfach an unserem Geschmack.

Was mir gefiel: Zu fast jeder Mahlzeit gibt es kostenlos Wasser oder Tee. Oft stehen Krüge direkt auf dem Tisch. Ohne Bestellung. Ohne Diskussion. Das wirkt selbstverständlich und angenehm.


Getränkeautomaten in Japan – wirklich überall

Was man sofort bemerkt: Getränkeautomaten stehen gefühlt alle paar Meter. In Städten. In Wohngebieten. Selbst an abgelegenen Orten.

Man muss keine Angst haben zu verdursten. Im Winter sind viele Getränke sogar warm erhältlich.
In zwei Wochen haben wir wahrscheinlich ein kleines Vermögen in diese Automaten gesteckt.



Sauberkeit in Japan – aber kaum Mülleimer

Japan ist extrem sauber.  Aber es gibt kaum Mülleimer. Das wirkt zunächst widersprüchlich.

Neben Getränkeautomaten stehen getrennte Behälter, meist nur für Flaschen und Dosen. Ansonsten nimmt man seinen Müll mit. Das ist normal. Niemand wirft etwas auf den Boden.

Als Tourist läuft man dann schon mal eine Weile mit leerer Verpackung herum, bis man sie entsorgen kann. Unpraktisch, aber funktionierend.


Moderne Toiletten in Japan – Technik im Badezimmer

Ja, das Klischee stimmt ebenfalls. Japanische Toiletten sind technisch auf einem anderen Level.
Beheizte Sitze, Spülfunktionen, Musik. Man braucht manchmal einen Moment, um alle Knöpfe zu verstehen.

Am Flughafen oft mit englischer Beschriftung. In normalen Wohnungen eher nicht. Es ist technisch beeindruckend, aber auch ein gutes Beispiel für Japans Liebe zum Detail im Alltag.

Nicht lebensnotwendig, aber definitiv eine Erfahrung.



Mein persönliches Fazit nach 2 Wochen

Japan hat mich beeindruckt. Nicht wegen einzelner Sehenswürdigkeiten, sondern wegen Struktur, Höflichkeit und Alltag. Es ist ordentlich, durchorganisiert, ruhig. Man fühlt sich sicher. Gleichzeitig wirkt vieles sehr geregelt und angepasst.

Zwei Wochen reichen nicht aus, um ein Land wirklich zu verstehen. Aber sie reichen, um zu merken, dass Japan anders funktioniert und genau das macht es interessant.


FAQ – Häufige Fragen zu meinen Japan Erfahrungen

Wie ist Japan wirklich im Alltag?

Sehr strukturiert, ruhig und organisiert. Höflichkeit spielt eine große Rolle.

Sind Japaner wirklich so höflich?
Ja – zumindest habe ich es durchgehend so erlebt.

Ist Japan teuer?
Unterkünfte können teuer sein. Essen ist je nach Auswahl moderat bis hochpreisig.

Kommt man mit Englisch durch?
Teilweise. Verstanden wird man oft – gesprochen weniger.

Ist Japan sauber?
Extrem sauber. Aber öffentliche Mülleimer sind selten.

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2 Kommentare

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lisa-marion 31/07/2016 - 11:32

Einmal habe ich so ein WC gesehen. In der Schweiz, im Thurgau. Im Privathaushalt.
Als ich das WC nutzen wollte, grinzte das Ehepaar, wo ich zu besuch war.
Ich war total übervordert mit all den Knöpfen.
Sogar ein Fön gibt es in der Keramik Schüssel. Musik war aber nicht dabei.
Bis ich dann heraus gefunden habe wie man die Spülung betätigt verging eine Weile.
Das grinzen meiner Bekannten war durchaus berechtigt.

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Ting Ting 03/08/2016 - 10:10

haha, kann mir die Situation nur zu gut vorstellen ^^
Mit Fön habe ich auch schon welche gesehen. Habe ich aber nicht ausprobiert, da es eine öffentliche Toilette war. Ich habe in Japan wirklich schon die verschiedensten Toilleten gesehen…
Was ich aber auch sehr gut finde sind so Toiletten mit eingebauter Spüle. Da geht das Wasser durch einen Hahn, bevor es in die Toilette geht. Da das Wasser ja sowieso sauber ist kann man sich dann vorher noch die Hände waschen. Ist eigentlich total wassersparend gedacht die Idee ?

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