Luftverschmutzung und Smog gehören in vielen Regionen Chinas leider immer noch zum Alltag. Besonders in den Wintermonaten kommt es regelmäßig zu dichten Smogphasen, die ganze Städte einhüllen. Wie sich das nicht in Zahlen, sondern im echten Leben anfühlt, habe ich in Ningbo selbst erlebt.
Seit mehreren Tagen liegt über Ningbo ein grauer Schleier. Anfangs hielt ich es für ganz normalen Nebel, doch schnell wurde klar, dass es sich um Smog handelt. Die Luft wirkt schwer, der Himmel ist farblos, und selbst tagsüber fühlt sich alles gedämpft an. Von draußen sieht man kaum noch klare Konturen, alles verschwimmt in einem trüben Grau.
Erst später habe ich erfahren, dass zu dieser Zeit nicht nur Ningbo betroffen ist, sondern viele Städte in mehreren Provinzen Chinas. Teilweise soll die Sicht an manchen Orten auf wenige Meter begrenzt sein. Auch hier verbessert sich die Lage kaum. Obwohl angekündigt wird, dass sich der Smog bald verziehen soll, ist davon aus dem Fenster betrachtet wenig zu merken.
Smog im Alltag – Leben mit schlechter Luft
Was mich am meisten überrascht hat, war weniger der Smog selbst, sondern wie schnell man ihn im Alltag akzeptiert. Viele Menschen tragen Mundschutz, gehen ihrer Arbeit nach, erledigen Einkäufe, als wäre alles normal. Ich trage selbst eine Maske, auch wenn ich ehrlich gesagt nicht wirklich glaube, dass sie viel hilft. Die Luft fühlt sich trotzdem schmutzig an, sie findet ihren Weg – egal ob mit Maske oder ohne.
Schockierend fand ich vor allem, wie lange solche Smogphasen anhalten können. Es ist kein kurzer Ausnahmezustand, sondern etwas, das sich über Tage zieht. Man lebt damit, plant seinen Alltag darum herum und hofft einfach, dass der Wind irgendwann dreht.
Rückblickend war das einer der Momente, in denen mir besonders bewusst wurde, wie unterschiedlich Umweltprobleme wahrgenommen werden. Während Smog in Deutschland sofort für große Schlagzeilen sorgen würde, gehört er hier für viele Menschen einfach dazu. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil es im Alltag kaum Alternativen gibt.
Dieser Smog in Ningbo war für mich kein theoretisches Thema, sondern eine ganz reale Erfahrung. Eine, die man nicht riechen oder messen muss, um sie zu verstehen, man spürt sie.

4 Kommentare
Das ging sogar hier durch die Medien. Die Feinstaubbelastung
ist weit über den zulässigen Grenzen. (das geht übrigens in Deutschland auch, nur nicht mit den chinesischen Dimensionen)
Ting Ting, mach jetzt bitte deine Fenster zu.
Das ist wie im Horrorfilm. Wie kann da bitte Gemüse und Obst noch gesund sein ?
Die Fenster sind zu, aber ob das wirklich etwas dagegen hilft…
Mit dem Obst und Gemüse…da weiß ich auch nicht so recht, aber in Deutschland wird glaub ich auch nicht mit Pestiziden gegeizt und naja, ob das auch wirklich gut ist? :roll:
Man, das sieht aber wirklich schlimm aus, richtig bedrohlich dieser „Nebel“. Da bin ich aber froh, dass bei uns die Sonne vom Himmel strahlt und ich den ganzen Tag draußen sein konnte (bei frischer Luft).
Ich drücke Euch die Daumen, dass sich die Lage bald bessert und Ihr wieder frische Luft atmen könnt.
Liebe Grüße, Ophelia
Oh, ich hoffe dass das deine Gesundheit nicht belastet ;^;. Das sieht wirklich krass aus.