Shanzha (山楂), im Englischen meist Hawthorn oder Chinese Hawthorn genannt, ist eine kleine rote Frucht, die in China schon seit Jahrhunderten gegessen wird. Viele Menschen außerhalb Chinas kennen sie vor allem durch Tanghulu (糖葫芦) – die kandierten Fruchtspieße mit harter Zuckerschicht, die man häufig auf chinesischen Straßenmärkten sieht.
Die Früchte sehen auf den ersten Blick wie kleine Äpfel aus, schmecken aber deutlich säuerlicher.
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Wie schmeckt Shanzha?
Shanzha hat einen frischen, leicht herben Geschmack mit deutlicher Säure. Am ehesten erinnert die Frucht an eine Mischung aus Apfel und Cranberry.
Gerade diese Säure ist der Grund, warum Shanzha in China oft für Süßigkeiten verwendet wird. In Kombination mit Zucker entsteht ein angenehmes Gleichgewicht zwischen süß und sauer. Bei Tanghulu funktioniert das besonders gut, weil die Zuckerschicht außen hart und süß ist, während die Frucht innen frisch und leicht säuerlich bleibt.
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Wie Shanzha in China gegessen wird
In China wird Shanzha auf verschiedene Arten verarbeitet. Frische Früchte werden häufig auf Märkten verkauft, besonders im Herbst. Viele Menschen essen sie aber nicht einfach roh, sondern als Snack oder Dessert.
Sehr verbreitet sind zum Beispiel Fruchtsnacks aus Shanzha, die man in fast jedem chinesischen Supermarkt findet. Dazu gehören gepresste Fruchtrollen, kleine Bonbons oder dünne Fruchtplatten. Diese Produkte bestehen meist aus pürierter Frucht, Zucker und etwas Stärke.
Auch Getränke aus Shanzha sind beliebt. In einigen Regionen wird aus der Frucht Saft oder ein leicht säuerlicher Tee hergestellt.
Mein Lieblingssnack aus Shanzha waren immer 糖霜山楂 (Tángshuāng Shānzhā). Dabei werden die kleinen roten Weißdornfrüchte mit Zucker erhitzt und anschließend geschwenkt, sodass sich außen eine feine, weiße Zuckerkristallschicht bildet. Innen bleibt die Frucht weich und leicht säuerlich, während der Zucker außen süß und leicht knusprig ist.
In meinen ersten Jahren in Ningbo gab es einen kleinen Stand, an dem ich diese gezuckerten Shanzha besonders gerne gekauft habe. Heute existiert er leider nicht mehr..
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Shanzha und Tanghulu
Die bekannteste Verwendung von Shanzha ist ohne Zweifel Tanghulu. Für diese Streetfood-Spezialität werden mehrere Früchte auf Holzspieße gesteckt und anschließend mit heißem Zuckersirup überzogen. Wenn der Zucker abkühlt, entsteht eine dünne, glasartige Schicht.
Besonders im Winter sieht man Tanghulu überall auf chinesischen Straßen. Verkäufer tragen oft lange Ständer, an denen dutzende rote Fruchtspieße hängen. Dieses Bild gehört für viele Menschen fest zur Winterzeit in Nordchina.
Wenn du Tanghulu selbst ausprobieren möchtest, findest du hier das passende Tanghulu-Rezept mit Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Wo Shanzha wächst
Shanzha wächst vor allem in Nord- und Zentralchina. Die Früchte werden meist im Herbst geerntet. In dieser Zeit findet man sie frisch auf Märkten oder bei Straßenständen.
Außerhalb Chinas sind frische Shanzha allerdings schwer zu finden. Die Früchte sind relativ empfindlich und werden deshalb selten exportiert. Viel häufiger trifft man in Asia-Supermärkten auf verarbeitete Produkte aus Shanzha, zum Beispiel Bonbons oder Fruchtsnacks.
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Meine Erfahrung mit Shanzha
Erst als ich nach China gezogen bin, habe ich gemerkt, wie präsent sie eigentlich hier ist. In vielen Läden liegen ganze Stapel von Hawthorn-Snacks, und im Winter sieht man an vielen Straßenständen die typischen Tanghulu-Spieße.
Roh habe ich die Frucht nur einmal gegessen, weil sie wirklich ziemlich sauer ist. In Süßigkeiten und auch in Tees gefallen sie mir deutlich besser.
