Liang Ban (凉拌) heißt wörtlich „kalt gemischt“. Gemeint sind Gerichte, die kalt serviert und meist nur leicht gewürzt werden. Manche Zutaten werden vorher kurz blanchiert oder gekocht, andere gar nicht. Danach werden sie abgeschreckt, abgekühlt und mit Sauce vermischt. Liang Ban zeigt ganz gut, wie im Alltag gekocht wird. Nicht jedes Gericht muss aufwendig sein oder lange auf dem Herd stehen. Vieles entsteht nebenbei, angepasst an das, was gerade da ist.
Was Liang Ban ausmacht
Liang Ban ist kein Rezept mit festen Regeln.
Es geht nicht darum, etwas exakt nachzukochen, sondern um ein Grundprinzip:
• Zutaten bleiben klar erkennbar
• wenig Hitze, oft nur kurz blanchiert
• Würzung eher direkt als schwer
• frisch, leicht, manchmal etwas scharf oder sauer
Was wird als Liang Ban gegessen?
Viele denken zuerst an Gemüse, aber Liang Ban ist viel breiter.
Typisch sind zum Beispiel:
• Gurken
• Okraschoten
• Spinat oder Wasserspinat
• Sojasprossen
• Holzohrenpilze (Mu Err)
• Seidentofu oder fester Tofu
• Tofuhaut (Fupi)
• dünn geschnittenes, gekochtes Rindfleisch
• Hähnchenbrust
• Schweinebauch oder Schweineohren
• tausendjährige Eier (Pidan)
Gemeinsam ist all diesen Gerichten: Sie sind kalt, schlicht gewürzt und werden in China oft zu Beginn auf den Tisch gestellt. Nicht als Vorspeise im westlichen Sinn, sondern als eines von mehreren Gerichten, die man gemeinsam isst.
Typische Würzung für Liang Ban
Die Würzung ist oft simpel und variiert je nach Region und Haushalt. Häufig verwendet werden:
• helle Sojasauce
• Reisessig
• Sesamöl
• Knoblauch
• Zucker (nur wenig)
• Salz
• Chili oder Chiliöl
Nicht alles kommt immer zusammen. Liang Ban lebt davon, dass es nicht überladen ist. Am besten wird es wahrscheinlich deutlich an einem Beispiel
Liang Ban Okraschoten
Okraschoten eignen sich besonders gut für Liang Ban, weil sie mild sind und eine leicht schleimige Konsistenz haben. Ja! Richtig gelesen, Okraschoten sind schleimig. Für den ein oder anderen kann das Gewöhnungsbedürftig sein, ich finde die schleimige Konsistenz aber richtig lecker. In Deutschland kann man sie manchmal mit etwas Glück im Asia Markt finden.
Alle Zutaten auf einem Blick:
Hinweis: Ohne Portionsangaben – chinesische Gerichte werden gemeinsam geteilt. Warum das so ist, erkläre ich hier
🌿 Zum Braten & Garnieren
• 2 Knoblauchzehen
• 2 EL helle Sojasauce
• 1 EL Austernsauce
• 1 EL Reisessig
• 1 EL Sesamöl
• ½ EL Zucker
• 1 Prise Salz
• optional: frische Chili oder Chiliöl
Liang Ban Okraschoten - Die Zubereitung
Die Okraschoten waschen. Einen Topf mit Wasser, etwas Salz und einem Esslöffel Öl zum Kochen bringen. Die Okraschoten darin etwa eine Minute blanchieren, dann sofort in Eiswasser abschrecken.
Die Enden abschneiden und die Okraschoten auf einem Teller anrichten.
Kalt servieren.
Wusstest du...
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6 Kommentare
Ich mag Okraschoten sehr sehr gerne, toll das du den Beitrag teilst, danke auch wenn du mich nicht von Okraschoten überzeugen musst.
Viele Grüße,
Jesse-Gabriel
Hi Jesse-Gabriel,
danke für deinen Kommentar :)
Hoffe, dass die Okraschoten noch etwas bekannter werden. Sie sind wirklich lecker ^^
Schön, dass du wieder Rezepte teilst. Schaue ständig auf deine Seite und gucke, ob es neues gibt. Liebe Grüße
Hallo Nadine,
hehe, ja es sind in letzter Zeit etwas weniger Rezepte geworden ^^“ Aber es freut mich zu hören, dass du hier öfters vorbei schaust. Das gibt mir Ansporn doch wieder etwas mehr zu schreiben :)
Hallo Ting Ting,
Ich würde mich sehr darüber freuen. Meine Mama kommt aus China daher freue ich mich, wenn ich bekannte Rezepte hier finde :) so ganz das komplette Rezept verrät sie mir nicht, damit ich noch ganz oft zu ihr essen gehe 🤭
Hallo TingTing!
Ich bin gerade auf deine Seite gestoßen (wegen deines Beitrags zu den Shiotake-Pilzen) und wollte mein Lib für die tollen Rezepte und Infos aussprechen. Ich liebe gute Küche aus aller Welt und freue mich immer, wenn ich authentische Einblicke aus erster Hand erhalte.
Okraschoten kannte ich bisher nur aus der kreolischen und arabischen Küche, aber dein Beitrag war eine echte Bereicherung und ich werde das Rezept bald nach“kochen“ :)
Danke, ich werde sicher öfters vorbeischauen!