♨ Mondkuchen Rezept – Yuebing einfach Zuhause selber machen

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 17,9K Aufrufe 3 Minuten Lesezeit

月饼 [Yuèbǐng], Mondkuchen, gehören untrennbar zum chinesischen Mondfest (中秋节). Sie werden traditionell im Familienkreis geteilt und symbolisieren Vollständigkeit und Zusammenhalt.
Lasst euch vom Wort „Kuchen“ nicht irritieren: Mondkuchen sind kein lockerer Rührkuchen, sondern sehr kompakt, reichhaltig und sättigend. Ein kleines Stück reicht meist völlig aus.

Eine der klassischsten Varianten ist der kantonesische Mondkuchen (广式月饼) mit süßer Lotussamenpaste und einem gesalzenen Eidotter, der den Vollmond darstellen soll.

Falls du dich noch für andere Mondkuchen Varianten interessierst: 
→ Die verschiedenen Mondkuchen Varianten in der chinesischen Küche

Alle Zutaten auf einem Blick:

Wie Gerichte in China im Alltag gegessen werden und welchen Platz sie haben, erkläre ich hier: 
→ Authentisch chinesisch kochen

🥢 Ölteig

    •    100 g Mehl mit wenig Gluten
    •    70 g Invert-Zuckersirup
    •    25 g Erdnussöl
    •    1 g Kansui (枧水 / Lye Water)

       Füllung

    •    300 g Lotussamenpaste
    •    5 gesalzene Eidotter

       Glasur

    •    1 Ei (Eigelb und Eiweiß im Verhältnis 2 : 1)

       Zusätzlich

    •    ca. 1 TL Baijiu oder Shaoxing-Wein (nur für die Eidotter)
    •    Mondkuchenform

Mondkuchen - Die Zubereitung

Zuerst den Invert-Zuckersirup leicht erwärmen, er soll flüssig, aber nicht heiß sein. Unter ständigem Rühren zunächst das Kansui einarbeiten, danach das Erdnussöl. Die Mischung anschließend vollständig abkühlen lassen.
Das Mehl in eine Schüssel sieben und den abgekühlten Sirup einarbeiten. Alles vorsichtig zu einem weichen, leicht öligen Teig verkneten. Der Teig ist deutlich weicher als normaler Brotteig – das ist richtig so.

Den Teig abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 2 Stunden ruhen lassen, damit er geschmeidig wird.

Währenddessen die gesalzenen Eidotter vorbereiten. Diese kurz abspülen, trocken tupfen und mit etwa 1 Teelöffel Baijiu oder Shaoxing-Wein beträufeln. Die Eidotter anschließend 8–10 Minuten dämpfen, bis sie gerade fest sind. Danach vollständig abkühlen lassen.

Die Lotussamenpaste in 5 Portionen à ca. 60 g teilen. Jede Portion flach drücken, einen Eidotter in die Mitte legen und vollständig mit der Paste umschließen.
Den Ölteig in 5 Portionen à ca. 30 g teilen. Jede Teigportion vorsichtig flach drücken und eine Lotus-Eidotter-Kugel damit umhüllen. Die Oberfläche glatt rollen.
Die Kugeln leicht bemehlen, in die Mondkuchenform drücken und vorsichtig wieder lösen. Die Oberfläche der Mondkuchen ganz leicht mit Wasser besprühen.

Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C etwa 10 Minuten backen, bis die Oberfläche gerade anfängt fest zu werden. Herausnehmen und vollständig abkühlen lassen.
Für die Glasur Eigelb und Eiweiß im Verhältnis 2 : 1 verquirlen. Die abgekühlten Mondkuchen sehr dünn damit bepinseln. Anschließend bei 180 °C nochmals 5 Minuten backen, bis sie eine gleichmäßige Farbe haben.

Die Mondkuchen danach vollständig auskühlen lassen und luftdicht verpackt 1–2 Tage ruhen lassen. Erst in dieser Zeit wird die Oberfläche weich und glänzend – direkt nach dem Backen sind Mondkuchen immer noch fest.

Wusstest du...

Mondkuchen werden traditionell nicht frisch gegessen, sondern brauchen eine kurze Reifezeit. Erst danach entfalten sie ihre typische weiche Textur und den runden Geschmack. Dass Mondkuchen sehr kompakt sind, ist kein Fehler – genau so sollen sie sein.

Mondkuchen Rezept zum Ausdrucken

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Für: 5 Mondkuchen Vorbereitungszeit: Kochzeit:
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ZUTATEN

Ölteig
100 g Mehl (low gluten)
70 g Invert-Zuckersirup
25 g Erdnussöl
1 g Kansui (Lye Water)
Füllung & Glasur
300 g Lotussamenpaste
5 gesalzene Eidotter
1 Ei (2:1 Eigelb:Eiweiß)
ca. 1 TL Baijiu oder Shaoxing

ZUBEREITUNG

  1. Zuckersirup leicht erwärmen, Kansui und Erdnussöl einrühren, abkühlen lassen.
  2. Sirup mit Mehl verkneten, Teig 2 Stunden ruhen lassen.
  3. Eidotter mit Alkohol beträufeln, 8–10 Minuten dämpfen, abkühlen lassen.
  4. Lotuspaste um die Eidotter formen.
  5. Teigportionen um die Füllung legen, glatt rollen.
  6. In Mondkuchenform drücken, Oberfläche leicht befeuchten.
  7. Bei 200 °C 10 Minuten backen, abkühlen lassen.
  8. Dünn mit Ei bestreichen, bei 180 °C 5 Minuten fertig backen.
  9. Luftdicht verpackt 1–2 Tage ruhen lassen.

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10 Kommentare

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Panda-Kulturarche 23/09/2015 - 20:40

Was für ein wunderbares Mondkuchen-Rezept. Schön detailliert für die Anfänger ;-) Danke! … Ich hab’s gleich mal auf meiner Website verlinkt.

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Ragnar 24/09/2015 - 04:37

Hallo Ting Ting,
die Kuchen sehen toll aus. Schmecken sie auch gut? Ich kann mir diese Süß-Salzig-Ei-Mischung noch nicht so recht vorstellen und habe auch noch nie Mondkuchen probiert. Magst Du sie?
Liebe Grüße, Ragnar

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Ting Ting 24/09/2015 - 10:19

Hallo Ragnar,
ich denke, dass es Geschmackssache ist. Habe schon von einigen gehört, dass sie das nicht mögen. Als ich diese Sorte zum ersten Mal aß mochte ich sie auch nicht.
Es war für mich auch komisch. Innen salzig und außen klebrig süß. Bei uns gab es sie aber jedes Jahr zum Mondfest in Deutschland (und immer nur diese Sorte). Irgendwann dann hatte ich gefallen daran bekommen. Heute esse ich sie sehr gerne.

Ich denke, da ja bald Mondfest ist, gibt es die sicherlich auch im Asiamarkt zu kaufen. Kannst dich da vielleicht erstmal antasten, ob dir der Geschmack liegt^^

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Ragnar 24/09/2015 - 23:32

Das ist eine gut Idee, ich schaue am Samstag mal, ob es sie hier in einem Asiamarkt gibt.

Und es stimmt, es gibt öfters mal Dinge, die man auf Anhieb nicht so gerne isst, die man dann aber besonders gerne isst, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat. Koriander ist sowas für mich. Das mochte ich zuerst gar nicht und jetzt richtig gern.

LG Ragnar

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Nini 14/10/2015 - 21:51

Oh wie cool, jetzt weiß ich wie man die Kuchen selber machen kann. Vielen Dank für das Rezept.
Es tut mir leid, dass ich jetzt erst die hier überall kommentiere. Ich habe ne ganze Weile kaum bis keine Blogs gelesen und hole das ab un zu immer wieder mal nach. Also wunder dich nicht, wenn ich hier gerade alles zuspamme. >__<

liebe Grüße!

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Ting Ting 16/10/2015 - 11:13

Haha, nein das ist nicht schlimm^^ Ganz im Gegenteil :D
Mach ich eigentlich auch so immer

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Caro 12/09/2019 - 10:26

Hi, ich bin interessiert daran, das Rezept auszuprobieren, aber weiß nicht, woher ich die Lauge herbekommen kann. Was genau ist damit gemeint?
Liebe Grüße

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Ting Ting 12/09/2019 - 11:35

Hallo Caro,
ich habe jetzt eine genauere Bezeichnung hinzu gefügt. Für dieses Rezept benötigt man Kansui. Auf Englisch „Lye Water“. Es ist ein Gemisch aus Kaliumcarbonat und Natriumbicarbonat.
Wenn du in einer größeren Stadt wohnst, kannst du es mal im Asiamarkt versuchen und ausschau nach Lye Water halten. Online habe ich bei Ebay welche gesehen. Alternativ kannst du auch versuchen es selbst herzustellen. Da habe ich hier ein Rezept zu gefunden: https://www.kochbar.de/tipp/1301/Gebacken-Soda-selber-herstellen.html

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Natalie 16/09/2020 - 15:58

Interessantes Rezept.
Wo tue ich den Puddingpulver dazu, der auf der Zutatenliste mit drauf ist?

Antworten
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Ting Ting 18/09/2020 - 15:27

Hallo Natalie,
habe ich im Rezept nicht hinzugeschrieben, sorry. Verwende es mit dem Mehl zusammen.

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