Die teuflische Wassernuss und wie sie schmecken

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 8,7K Aufrufe 2 Minuten Lesezeit

Hast du schon mal von essbaren Dämonenköpfen gehört?
Bei uns zu Hause in China landen sie tatsächlich regelmäßig auf dem Tisch. Gemeint ist die Wassernuss (chinesisch: 菱角, Língjiǎo). Wir nennen sie spaßeshalber „Dämonenkopf“. So heißen sie natürlich nicht offiziell – aber wenn man sie einmal gesehen hat, versteht man sofort, warum.

Die Schale ist dunkel, fast schwarz, mit zwei spitzen Auswüchsen, die wie kleine Hörner aussehen. Schaut man etwas genauer hin, wirkt sie manchmal wirklich wie ein Gesicht, das einen anstarrt. 

Was ist eine Wassernuss eigentlich?

Trotz ihres Namens ist die Wassernuss keine Nuss, sondern die Knolle einer Wasserpflanze. Sie wächst in Seen, Teichen und Reisfeldern. Gegessen wird nur der Kern im Inneren der harten Schale.

In vielen Regionen Chinas taucht sie vor allem saisonal auf, meist im Herbst und Winter. 

Wie schmeckt Wassernuss?

Wer die Wassernuss zum ersten Mal probiert, ist oft überrascht. Geschmacklich erinnert sie stark an Esskastanien, ist aber etwas milder. Die Konsistenz ist weicher und feiner, weniger trocken als bei Maronen. Leicht süßlich, angenehm nussig, ohne dominant zu sein.

Gekocht wird sie weich und mehlig. Roh kann sie zwar knackig sein, wird aber eher selten gegessen. Bei uns zuhause kommt sie fast immer gekocht auf den Tisch.

Wie man Wassernüsse in China isst

Am häufigsten werden sie einfach in Wasser gekocht. Nach etwa 15–20 Minuten lässt sich die harte Schale deutlich leichter knacken und der weiße Kern kommt zum Vorschein. Das Öffnen ist trotzdem etwas fummelig, weil die Schale sehr fest ist.

Manchmal werden sie auch gedämpft oder geröstet, ähnlich wie Maronen. In manchen Regionen landen sie in Suppen oder Eintöpfen, wo sie eine milde, leicht süßliche Note mitbringen. Es gibt auch Varianten, bei denen sie kandiert oder in Honig eingelegt als Snack gegessen werden.

In der traditionellen chinesischen Medizin gelten Wassernüsse als kühlendes Lebensmittel und werden oft mit innerer Hitze oder Verdauung in Verbindung gebracht. Ob man daran glaubt oder nicht – gegessen werden sie trotzdem ganz normal im Alltag.

Wichtig ist, dass Wassernüsse am besten gekocht verzehrt werden, um mögliche Keime aus dem Wasser abzutöten.

Nicht zu verwechseln

Was viele nicht wissen: Die hier gemeinte Wassernuss ist nicht dieselbe wie die weiße Wasserkastanie, die man im Westen oft aus der Dose kennt und die in Pfannengerichten knackig bleibt.

Es handelt sich um zwei unterschiedliche Pflanzen. Die hier beschriebene Wassernuss (菱角, Língjiǎo) wird nach dem Kochen weich und mehlig und hat geschmacklich kaum etwas mit der Dosenvariante gemeinsam.

Wassernuss in Deutschland – warum so selten?

Während Wassernüsse in Asien weit verbreitet sind, stehen sie in Deutschland unter Naturschutz, da sie hier als vom Aussterben bedroht gelten. In normalen Supermärkten findet man sie deshalb nicht. Gelegentlich gibt es sie in asiatischen Läden oder online, meist jedoch verarbeitet oder konserviert.


Warum man sie trotzdem isst

Viele Menschen essen Wassernüsse nicht, weil sie spektakulär schmecken, sondern weil sie dazugehören. Sie sind sättigend, mild, unkompliziert. Kein großes Geschmackserlebnis, aber vertraut. Genau solche Lebensmittel machen einen großen Teil des Alltagsessens aus.

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6 Kommentare

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Carina 21/09/2013 - 17:42

Oh wow, die Dinger sehen irgendwie…anders aus. Interessant anders. Mal sehen, obs die hier in den USA gibt. :D

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Bammy 22/09/2013 - 09:23

Sowas habe ich noch nie gesehen oO Und beim Titel und ersten Bild hätte ich auch sofort abgekauft das sie Dämonenköpfe heißen xD

So, mein sonntaglicher Plan: Alle Blogeinträge von dir durchlesen *-*

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Ting Ting 23/09/2013 - 10:05

Hallo Bammy!
Ich fühle mich geehrt, dass du dir wirklich die Zeit genommen hast, alle Blogeinträge von mir zu lesen Ô_Ô
Ich habe mich über jeden einzelnen Kommentar von dir gefreut (-^〇^-)

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Ophelia 22/09/2013 - 18:07

Ich finde sie sehen irgendwie kleinen Fledermäusen ähnlich.
Maronen mag ich gerne, die gibt es in der Schweiz bald an vielen kleinen Ständen in den Städten, lecker!
Guten Start in die Woche, Ophelia

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Vanny 24/09/2013 - 14:42

Noch nie gesehen Oo
Aber Dämonenköpfe ist ziemlich passend :D

Liebe Grüße, Vanny ♥
Leere Zeilen

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Cirria Crafts 08/10/2013 - 22:48

Es gibt schon komische Sachen. Ich hätte ja nie gedacht, dass etwas essbares unter dieser Schale steckt, aber das Innere erinnert mich bisschen an Marzipan. Schade das ich keine Kastanien mag… ^^

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