Winterzeit ist bei uns Hot-Pot-Zeit. Chinesischer Hot Pot (火锅, huǒguō) lässt sich am ehesten mit Fondue vergleichen, ist aber viel mehr als nur ein Essen. In der Mitte des Tisches steht ein Topf mit heißer Brühe, der während des Essens weiterkocht. Rundherum liegen Fleisch, Gemüse, Tofu, Pilze und Nudeln bereit.
Gegessen wird gemeinsam aus einem Topf. Jeder hat seine eigene Schüssel mit Dipping Sauce, aber alles andere teilt man. Genau das macht chinesischen Hot Pot so besonders.
Warum Hot Pot in China nie alleine gegessen wird
Hot Pot alleine zu essen gilt in China als seltsam.. fast schon traurig. Dieses Gericht lebt vom Zusammensein. Während die Brühe leise köchelt, sitzt man am Tisch, redet, wartet, lacht und isst immer wieder zwischendurch. Es gibt keinen festen Ablauf und keinen Zeitdruck.
Gerade im Winter ist chinesischer Hot Pot sehr beliebt. In vielen Regionen Chinas gab es früher keine Heizungen, und der dampfende Topf auf dem Tisch war eine einfache Möglichkeit, sich gemeinsam aufzuwärmen.
Brühe beim chinesischen Hot Pot – scharf oder mild
Der Name „Hot Pot“ kommt nicht von ungefähr. Früher war Feuertopf oft extrem scharf. Die Brühe war tiefrot von Chilis und Szechuanpfeffer. Heute gibt es viele Varianten. Manche mögen es so scharf, so dass die Nase läuft und die Zunge kribbelt.
Aber auch für die Leute, die es nicht scharf mögen, kann Hot Pot ein Genuss werden. Mit einer milden Hühnerbrühe oder Knochenbrühe ist das Problem ganz schnell gelöst.
Viele Restaurants servieren oft zwei Brühen gleichzeitig: eine klare, milde Brühe und eine scharfe Brühe. Beides kommt in einen geteilten Topf, sodass jeder nach seinem Geschmack essen kann.
Welche Utensilien braucht man für chinesischen Hot Pot?
Für Hot Pot braucht man kein spezielles Equipment, aber ein paar Dinge sind praktisch:
– Ein großer Topf, ein spezieller Feuertopf ist optional, wenn man zwei verschiedene Brühen servieren will.
– Gasbrenner oder Kochplatte für den Tisch, damit man das ganze auch vom Esstisch aus genießen kann und nicht stehend vor dem Herd in der Küche speisen muss.
– Stäbchen und kleine Schüsseln für Dipping Saucen.
– Hot Pot Skimmer sind nett, aber nicht zwingend nötig, wenn man gut mit Stäbchen bereits zurecht kommt.
Vorbereitung für chinesischen Hot Pot
1. Die Brühe vorbereiten
Die Brühe ist die Basis. Ob Knochen-, Hühner- oder Gemüsebrühe ist Geschmackssache. Für scharfen Hot Pot kann man Huo Guo Di Liao zubereiten oder eine fertige Paste aus dem Asiamarkt kaufen.
Wichtig: immer mehr Brühe vorbereiten, als in den Topf passt. Während des Essens verdampft Flüssigkeit und muss nachgegossen werden. Notfalls geht auch heißes Wasser, wobei der Geschmack dann milder wird.
2. Zutaten vorbereiten
Fast alle Zutaten sollten vorab gewaschen werden. Fleisch, Fisch und
Meeresfrüchte werden in mundgerechte Stücke geschnitten. Gemüse lieber
nicht zu klein schneiden, sonst findet man es später im Topf nicht mehr.
3. Dipping Sauce
Jeder stellt sich seine eigene Sauce zusammen. Es gibt keine festen Regeln. Man kombiniert einfach Zutaten, die man mag.
4. Tisch vorbereiten
Der Topf kommt in die Mitte, die Zutaten werden rundherum platziert. Jeder bekommt eine Schüssel, Stäbchen und seine Sauce.
Typische Zutaten für chinesischen Hot Pot
Die Auswahl ist nahezu unbegrenzt. Wichtig ist eine gute Mischung. Zu viele gleiche Zutaten machen das Essen schnell eintönig. Für vier Personen nehmen wir meistens 2-4 verschiedene Fleisch/Meeresfrüchte Zutaten, 2-3 grünes Gemüse und 3-4 verschiedene Tofusorten und 2-3 Pilzsorten und Nudeln. Hier habe ich für euch einige Möglichkeiten zusammen gestellt:
Fleisch und Meeresfrüchte
- Hauchdünn geschnittenes Rind, Lamm oder Schwein aus dem Tiefkühlbereich
- Fleisch-, Fisch- oder Garnelenbällchen
- Fisch wie Lachs oder Heilbutt
- Meeresfrüchte wie Garnelen, Muscheln oder Tintenfisch
Gemüse und Pilze
- Pak Choi, Chinakohl, Wasserspinat oder Chrysanthemenblätter
- Lotuswurzel, Kartoffel oder Süßkartoffel – benötigt sehr lange zum garen. Die Lotuswurzel kann am Anfang schon hinein gegeben werden. Die Kartoffeln lassen die Brühe trüben und würde ich
persönlich erst zur Mitte hin hinein geben. - Pilze wie Enoki, Shiitake, Austernpilze oder Shimeji. Welche Pilze allgemein in China gerne gegessen werden, könnt ihr auf meiner Pilze Pantry gerne nachlesen.
Tofu, Getrocknetes und Nudeln
- mittleren oder festen Tofu (kein Seidentofu, da er in der Brühe zerfließen wird)
- getrocknete Tofustangen* (essbar, wenn sie ganz schlabbrig sind).
- frittierte Gluten Bällchen 面筋* (fertig, wenn sie ganz schlabbrig sind)
- getrocknete Speckkrusten*
- Verschiedene Nudeln (essen wir immer zum Schluss als Sattmacher).
Dipping Soßen
Nachfolgend einige Zutaten, die ihr für die Sauce zusammen mischen könnt. Achtung! das
sind nur Anregungen! Nicht alle Zutaten miteinander vermischen, sondern
selbst eine Sauce aus einigen Zutaten kreieren, die ihr lecker findet. - frischen Koriander
- gehackten Knoblauch
- Frühlingszwiebeln/ Schnittlauch
- chinesische Sesampaste
- Sojasauce*
- Sesam Öl*
- Chili Öl*
- Chili Flocken
- geröstete, gehackte Erdnüsse
- fermentierten Tofu
- Reisessig*
- Erdnussbutter
- Sha Cha Sauce*
- etc.
Wie isst man Hot Pot richtig?
Zutaten werden portionsweise in die Brühe gegeben. Zuerst sollte man die Zutaten hinein geben, die am längsten brauchen um gar zu werden, wie z.B die Fleisch/Fisch Bällchen. Die dünnen Fleischscheiben schnappt ihr euch mit den Stäbchen, lässt sie für wenige Sekunden eintunken und zieht es dann auch gleich wieder raus zum Essen. Das Fleisch ist so dünn geschnitten, dass es sehr schnell gar wird. Gebt aber Acht, dass ich euch beim Essen nicht den Mund verbrennt, da alles brühend heiß aus dem Topf kommt.
Seid beim Essen nicht zu ungeduldig und achtet darauf, dass auch alles gar ist, was ihr da aus dem Topf heraus holt. Die frittierten Glutenbällchen, Tofustangen und Speckkrusten schmecken erst richtig, wenn sie komplett weich sind.
Hot Pot ist kein schnelles Essen. Man nimmt sich Zeit, wartet, redet und isst zwischendurch.
Genau das macht den Feuertopf so besonders. Wenn du Hot Pot noch nie ausprobiert hast, lohnt es sich. Und wenn du ihn schon kennst, weißt du vermutlich genau, warum er für viele mehr als nur ein Essen ist.
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7 Kommentare
Hallo Ting Ting, was ist das dort auf dem Teller rechts oberhalb von der Schüssel mit dem Koriander? Pilze ohne Kopf, Ricecake?
Hallo Andreas,
das sind Reiskuchen. In Deutschland findet man so dicke längliche Reiskuchen meistens als „korean rice cakes“ im Asiamarkt.
Danke für die Antwort Ting Ting,
die Koreanischen Reiskuchen kenne ich (Dak-galbi ist super lecker). Aber die sind ziemlich dick und etwas kürzer als die auf dem Bild, deswegen meine Verwunderung. Weicht man die ein, bevor man die in den Hotpot tut?
Mhh, also die Nian Gao (Rice Cakes) hat mein Bruder gemacht, ich meinte nur, dass man so dicke Rice Cakes im deutschen Asia Markt meistens unter koreanische Rice Cakes findet ;)
Diese Reiskuchen brauchte man vorher nicht einweichen (waren frisch). Die getrockneten Reiskuchen sollte man vorher einweichen, da sie sonst steinhart sind.
Sorry, ich hab nur so dumm nachgefragt, weil wir hier in Dresden mittlerweile zwei Läden habe, die ein dediziert Chinesisches Sortiment haben sowie zwei mit hauptsächlich Koreanischen Lebensmitteln. Da möchte ich natürlich in Ermangelung eines Chinesischen Bruders schon das richtige erwischen :-)
Nochmals vielen lieben Dank und 新年好.
Hallo Ting Ting, gestern habe ich die fertige Tüte mit der Mischung gekauft. Leider befindet sich darauf kein Hinweis, wie man sie verwendet. Wieviel davon in Brühe oder heißem Wasser geben? Nun stehe ich hier und weiß nicht wie ich sie heute Abend zubereiten soll. Eine schnell Antwort wäre sehr lieb.
Hallo Susi,
habe deinen Kommentar leider jetzt erst gesehen. Ich weiß nicht genau, was für eine Fertigmischung du gekauft hast und für wie viele Personen der Hot Pot sein soll. Ich würde mich einfach mal langsam heran tasten. Erstmal vielleicht 1/4 der Packung hinein geben und mal probieren. Wenn dir es nicht würzig/scharf genug sein sollte, kannst du ja noch etwas ergänzen.
Ich persönlich gebe normalerweise nie die ganze Packung in die Brühe, ist meistens mir zu scharf.