Taxifahren in China – was du wissen solltest

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 8,K Aufrufe 2 Minuten Lesezeit

Wer zum ersten Mal nach China reist, ist beim Thema Taxi oft unsicher. Darf man einfach einsteigen? Wird man übers Ohr gehauen? Braucht man Chinesisch? Viele dieser Sorgen stammen noch aus einer Zeit, in der Taxifahren tatsächlich komplizierter war. Heute ist es vor allem eines:
stark digitalisiert. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man wissen sollte, um entspannt anzukommen.

Grundsätzlich ist Taxifahren in China sicher. Probleme entstehen fast immer dann, wenn man sich auf inoffizielle Angebote einlässt oder Abläufe nicht kennt. Genau deshalb lohnt es sich, ein bisschen vorbereitet zu sein.

Hinweis: Wenn du dich gerade intensiver auf eine Reise nach China vorbereitest, habe ich alle grundlegenden Infos in einem zentralen Überblick gesammelt: China Reisetipps – Vorbereitung & Orientierung.


Offizielle Taxis und inoffizielle Fahrer

In großen Städten gibt es weiterhin reguläre Taxis mit Taxameter, klarer Kennzeichnung und Fahrer-ID. An Flughäfen und Bahnhöfen stehen sie meist in festen Warteschlangen. Diese Taxis sind zuverlässig und preislich reguliert.

Daneben existieren auch heute noch sogenannte „schwarze Taxis“. Das sind private Fahrer ohne Lizenz, die vor allem an Flughäfen, Bahnhöfen oder spät abends in touristischen Gegenden aktiv sind. Sie sprechen Reisende direkt an und bieten Fahrten zu Festpreisen an. Das wirkt manchmal bequem, ist aber unnötig. Preise sind oft höher, es gibt keine Absicherung und im Zweifel auch keine Anlaufstelle bei Problemen. Es gibt heute keinen echten Grund mehr, solche Angebote anzunehmen.

Wie sich Taxifahren verändert hat

Der größte Unterschied zu früher ist, dass viele Menschen in China gar kein Taxi mehr auf der Straße anhalten. Fahrten werden über Apps organisiert, allen voran über Didi. Der Ablauf ähnelt westlichen Ride-Hailing-Diensten: Ziel eingeben, Preis sehen, Fahrer zugewiesen bekommen, automatisch bezahlen.

Für Reisende bedeutet das vor allem eines: weniger Stress. Man muss nicht verhandeln, nicht erklären, wohin man möchte, und nicht diskutieren, ob der Taxameter läuft. Der Preis steht vorher fest, die Route ist nachvollziehbar und jede Fahrt ist dokumentiert. Das reduziert Missverständnisse erheblich.



Sprache und Kommunikation

Auch heute sprechen die meisten Taxifahrer kein Englisch. Das ist im Alltag aber kaum noch ein Problem, weil Navigation fast immer über Apps läuft. Wichtig ist lediglich, dass man das Ziel auf Chinesisch parat hat, entweder digital oder als gespeicherte Adresse. Wer versucht, nur mit englischen Straßennamen oder spontanen Erklärungen zu arbeiten, wird schnell an Grenzen stoßen.



Bezahlung und Trinkgeld

Bargeld spielt beim Taxifahren kaum noch eine Rolle. Bezahlt wird in der Regel digital. Trinkgeld ist in China nicht üblich und wird weder erwartet noch eingefordert. Der Fahrpreis ist der Fahrpreis, ohne zusätzliche Höflichkeitsregeln.



Typische Missverständnisse statt klassischer Betrug

Viele Geschichten über manipulierte Taxameter, gefälschte Geldscheine oder dramatische Betrugsmaschen stammen aus einer anderen Zeit. Heute sind die häufigsten Probleme eher banal. Man landet am falschen Eingang eines Gebäudes, auf der falschen Straßenseite oder ein Ziel wurde minimal falsch interpretiert. Das ist ärgerlich, aber kein Betrug. Meist reicht ein kurzer Blick auf die Karte, um das zu klären.

Echte Probleme treten fast ausschließlich bei inoffiziellen Fahrten auf. Wer reguläre Taxis oder App-Fahrten nutzt, bewegt sich im normalen, kontrollierten Rahmen.



Mein Fazit

Taxifahren in China ist kein Abenteuer mehr, sondern Teil des ganz normalen Alltags. Wer sich auf offizielle Taxis oder App-Fahrten beschränkt, braucht keine Angst vor Abzocke zu haben. Die größte Herausforderung ist nicht Sicherheit, sondern Vorbereitung: ein funktionierendes Smartphone, mobiles Internet und eine Zieladresse auf Chinesisch.

Mit diesen Basics ist Taxifahren in China heute oft einfacher als in vielen anderen Ländern.

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5 Kommentare

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gernot 22/10/2019 - 14:27

Hallo Ting Ting,
ich bin gerade in China. Von Frankfurt kommend in Shanghai gelandet und dann mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Xuzhou.
Ich war mit einem illegalen Taxi unterwegs und wir wurden von der Polizei gestoppt.
Der Fahrer bekam Probleme, ich musste noch nicht einmal meinen Reisepass zeigen. Das Beste: Ein Polizist fuhr mich mit einem Polizeiauto in Rekordgeschwindigkeit zum College, wo ich als Ausbilder arbeite.
Vielen Dank für deine schöne Seite, die Informationen haben mir bei der Vorbereitung sehr geholfen.
Ich bin jetzt seit zwei Wochen in China, bald wechsel ich an ein College in Guandong. Insgesamt bin ich 70 tage unterwegs.
Viele Grüße
Gernot

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Ting Ting 26/10/2019 - 10:55

Hallo Gernot,
da hattest du aber einen abenteuerlichen Start in China ^^
Vielen Dank, das freut mich zu lesen! Ich wünsche dir noch eine schöne Zeit in China :>

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Harri 08/11/2019 - 09:53

Hallo Ting Ting,
ich habe die Erfahrung gemacht (sechsmonatiges Praktikum in Hangzhou), dass viele Taxifahrer nicht lesen können. Daher habe ich den Namen eines bekannten Gebäudes in der Nähe meiner Wohnung gelernt (gǔ lóu – Trommelturm) und wurde dann immer dahin gefahren. Davor war ich sehr frustriert, da mich viele Taxifahrer wieder aus dem Taxi gebeten haben, ich dachte, sie wollten mich nicht fahren, konnten aber wohl nur meine Adresse (ausdruck in chin. Schriftzeichen) nicht lesen. Zum Trommelturm wurde ich immer gefahren.

Eine tolle Seite ist das hier, besonders der Rezepteteil gefällt mir gut und ich habe schon vieles nachgekocht.

Danke und schöne Grüsse

Harri

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laohaigua 06/06/2023 - 08:39

Hallo Harri, ich wohne in Hangzhou. Ich finde es komisch, dass die Fahrer nicht lesen können. Wenn sie nicht lesen könnten, könnten sie die Fahrschulprüfung nicht bestehen und keinen Führerschein bekommen. Ich vermute, dass sie wegen Bezahlungsweise dich abgelehnt haben. Vielleicht haben sie den Eindruck, dass die Ausländer nicht mit Handy bezahlen und sie möchten nicht auf die Zahlung von Karte oder Bargeld warten. Und in den letzten Jahren benutzen die Chinesen Taxi-hailing app wie Didi, Amap u.s.w. Sie buchen vorher schon per Handy ein Taxi und der Fahrer weiss wohin die Passager fahren wollen. Sie haben vielleicht schon Buchungen und haben keine Zeit für dich.
LG aus Hangzhou

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Francine 29/01/2020 - 17:05

Meine Erfahrung in Peking war auch, dass es absolut unüblich ist, sich anzuschnallen im Taxi. Ich habe darauf bestanden, meinen Gurt rauszutüdeln und auch anzulegen, und der Taxifahrer reagierte ziemlich beleidigt. Das gilt vermutlich als Kritik am Fahrstil? Der Fahrer selber fuhr auch ohne Gurt.

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