Was ich euch heute zeige, ist eigentlich eine kleine Spielerei. Eine von der Sorte, die es schon lange gab, bevor es Computer, Fernseher oder Smartphones gab. Damals entstanden solche kleinen Kunstwerke ganz einfach zum Spielen, Zeitvertreib oder als kleine Freude für Kinder.
Die Figuren werden hauptsächlich aus frischen Palmenblättern hergestellt. Die Fotos hier sind 2014 in Wuxi entstanden, während des Frühlingsfests. Dort gab es einen kleinen Stand, an dem ein Handwerker diese Figuren direkt vor Ort faltete. Ohne große Werkzeuge, fast nur mit den Händen und einem Messer.
Gefaltet wurden vor allem Tiere: Frösche, Motten und ganz besonders Heuschrecken. Die sah man dort am häufigsten. Innerhalb weniger Minuten entstand aus einem schlichten Blatt eine erstaunlich detailreiche Figur.
Das Handwerk selbst ist sehr alt und zählt zu den traditionellen volkstümlichen Kunstformen in China. Flecht- und Falttechniken mit Pflanzenmaterial gibt es seit mehreren tausend Jahren. Früher wurden damit nicht nur Spielzeuge hergestellt, sondern auch ganz alltägliche Dinge wie Schuhe, Mützen, Körbe, Matten oder einfache Behälter für den Haushalt.
Teilweise wurden die Blätter sogar vor dem Flechten eingefärbt. Durch das geschickte Zusammenbinden und Überlagern entstanden Muster, die nicht nur praktisch, sondern auch dekorativ waren. Vieles davon war reine Handarbeit und Wissen, das innerhalb von Familien weitergegeben wurde.
Heute sieht man diese Palmenfaltkunst meist nur noch zu Festen oder auf Märkten. Die Figuren sind nicht für die Ewigkeit gedacht. Sie trocknen, verlieren ihre Farbe und zerfallen irgendwann wieder. Vielleicht liegt genau darin ihr Reiz.
