Kong Ming Laternen / Himmelslaternen

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 7,4K Aufrufe 2 Minuten Lesezeit

Eine Kong Ming Laterne, oft auch Himmelslaterne genannt, ist im Grunde ein kleiner Heißluftballon aus Papier. Früher wurden diese Laternen in China zu besonderen Anlässen in den Himmel steigen gelassen, vor allem zum Laternenfest. Sie sollten Wünsche erfüllen, indem man die Wünsche leise zuflüstert oder auf die Laternen drauf schreibt.

Heute wirken diese Bilder für viele romantisch. Gleichzeitig sind Kong Ming Laternen in den meisten Städten Chinas längst verboten. Nicht aus Tradition, sondern wegen der Brandgefahr.

Wie eine Kong Ming Laterne funktioniert

Die Laterne besteht aus dünnem Papier, das nach unten offen ist. Ein leichter Draht- oder Bambusrahmen hält die Form. Unten an der Öffnung ist ein Stück Stoff befestigt, welches mit
brennbarer Flüssigkeit oder Wachs getränkt ist.
Zündet man dieses an, erwärmt sich die Luft im Inneren. Die Laterne steigt auf, ähnlich wie ein Heißluftballon. Durch das dünne Papier ist sie auch aus großer Entfernung gut sichtbar. Wenn viele Laternen gleichzeitig aufsteigen, entsteht ein wunderschöner Nachthimmel.

Genau darin liegt aber auch das Problem.


Woher der Name stammt

Der Name Kong Ming Laterne geht auf Zhuge Liang zurück, einen bekannten Strategen aus der Zeit der Drei Reiche vor rund 2000 Jahren. Zhuge Liang trug den Beinamen Kong Ming. Der Legende nach nutzte er diese Laternen ursprünglich als militärisches Kommunikationsmittel, nicht für Feste oder Wünsche.

Erst später entwickelte sich daraus eine symbolische Tradition, die heute vor allem mit dem Laternenfest verbunden wird.

Warum die Himmelslaternen heute verboten sind

So schön diese Laternen im Nachthimmel auch sind, bergen sie auch viele Gefahren. Bereits beim loslassen der Laterne kann bei Unachtsamkeit die ganze Laterne in Flammen aufgehen. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Kong Ming Laterne, die ich in Deutschland an Silvester gesehen habe. Das ist aber schon ziemlich lang her. Damals war ich glaub ich noch 17 oder 18 Jahre alt.
Der erste Versuch ging damals auch ziemlich in die Hose und die ganze Laterne entflammte sich.

Aber auch nach dem Start bleibt das Risiko. Wind kann die Flugbahn unberechenbar machen. Die Laterne kann kippen, wieder herunterkommen oder unterwegs in Flammen aufgehen. Wenn sie auf einem Dach, in einem Wald oder auf trockenen Feldern landet, reicht das für einen Brand.

Deshalb sind Kong Ming Laternen heute in vielen Ländern und Städten verboten. Auch in China. In Ningbo zum Beispiel besteht seit Jahren ein offizielles Verbot. 

Zwischen Tradition und Realität

Kong Ming Laternen gehören zur chinesischen Kulturgeschichte. Sie sind ein schönes Symbol, aber kein harmloses Spielzeug. Die Vorstellung, Wünsche in den Himmel zu schicken, hat etwas Schönes. Aber sie stammt aus einer Zeit, in der es keine dichten Städte, keine Industriegebiete und keine trockenen Sommer gab wie heute.

Was früher symbolisch war, ist heute schlicht riskant. Deshalb sieht man Kong Ming Laternen inzwischen häufiger auf Fotos, in Filmen oder auf alten Aufnahmen als im echten Himmel.

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1 Kommentar

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Achim 19/02/2016 - 03:13

Vor ein paar Jahren kaufte meine Schwester diese Himmelslaterne und muss dazu sagen, das ich sowas noch nicht kannte. Wir haben die Himmelslaterne auf einen großen Balkon hochsteigen lassen.
Es war ein toller Anblick, aber auch sehr gefährlich. Wir hatten dann doch Angst das es auf ein Haus fällt oder sonst was passiert.
In Deutschland sind sie jetzt verboten.

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