Wenn man in Deutschland an Ahornblätter denkt, verbindet man sie meistens mit dem Herbst, wenn sich die Blätter bunt verfärben und von den Bäumen fallen. Aber ist schon einmal jemand auf die Idee gekommen, diese Blätter zu essen?
In Japan schon.
Dort gelten frittierte Ahornblätter tatsächlich als eine kleine Delikatesse. Dieser ungewöhnliche Snack wird Momiji Tempura genannt – „Momiji“ bedeutet Ahornblatt und „Tempura“ beschreibt die japanische Art des Frittierens.
Auch wenn die Idee im ersten Moment etwas seltsam klingt, gehört Momiji Tempura zu den eher ungewöhnlichen Snacks aus Japan und ist vor allem in der Region Osaka bekannt.
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Was sind Momiji Tempura genau?
Momiji Tempura ist eine traditionelle Spezialität aus Minoh, einer Stadt im Nordwesten der Präfektur Osaka. Besonders rund um den Minoh Park findet man mehrere kleine Stände, die diesen Snack verkaufen.
Die Gegend ist vor allem im Herbst sehr beliebt. Viele Besucher kommen dann nach Minoh, um die bunten Herbstfarben zu sehen. Die Saison der roten und gelben Ahornblätter gehört zu den schönsten Naturerlebnissen in Japan.
Wenn du Momiji Tempura einmal probieren möchtest, ist der Herbst deshalb eine besonders gute Reisezeit.
Für die Herstellung werden übrigens nicht einfach irgendwelche Ahornblätter verwendet. Es werden nur gelbe und unversehrte Ahornblätter gesammelt, da sie besonders zart sein sollen.
Die Zubereitung von Momiji Tempura
Die Zubereitung dieser Süßspeise ist überraschend aufwendig.
Zuerst werden die Ahornblätter gesammelt und anschließend über ein Jahr lang in Salzfässern eingelegt. Dadurch werden sie haltbar gemacht.
Danach werden die Blätter aus den Fässern genommen, das Salz wird abgewaschen und die Blätter werden in einen Teig aus Mehl, Sesam und Zucker getaucht.
Anschließend werden sie etwa 20 Minuten lang frittiert, bis sie goldbraun und knusprig sind. Dabei wird jedes Blatt einzeln frittiert, sodass die Form des Ahornblattes erhalten bleibt.
Das Ergebnis ist ein knuspriger Snack, der ein wenig wie ein süßes Tempura-Gebäck aussieht.
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Wie schmecken frittierte Ahornblätter?
Die Ahornblätter selbst haben kaum einen starken Eigengeschmack. Der Geschmack kommt hauptsächlich vom Teig, der süß und leicht nussig durch den Sesam ist. Die Konsistenz ist knusprig und leicht karamellig.
Im Grunde erinnert der Snack eher an eine süße frittierte Teigknabberei – nur eben in der Form eines Ahornblattes.
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Eine ungewöhnliche japanische Spezialität
Neben bekannten japanischen Snacks wie Takoyaki, Taiyaki oder Okonomiyaki gibt es in Japan auch viele weniger bekannte Spezialitäten.
Momiji Tempura gehört definitiv zu den ungewöhnlicheren Snacks. Ein Hingucker sind sie auf jeden Fall.

10 Kommentare
*lach* das erinnert mich an diese zahlreichen Snacks aus Deutschland. Weist schon, die die bei den Salzstangen stehen :D
Aber wieso nicht, wenns schmeckt *g*
Gibt es in China eigentlich so etwas wie den 1. April? ;-)
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Ja, gibt es… aber auch nur am 1. April ;)
Ich muss gerade lachen … Ich habe mir nämlich vor geraumer Zeit tatsächlich überlegt, ob man Blätter essen kann bzw. ob die irgendwo gegessen werden und was aus ihnen gemacht wird. Darauf kam ich, als ich irgendwelche Rezepte mit „Löwenzahn“ gelesen hatte … lustig. :’D
Also probieren würde ich sie auf jedenfall. :)
Ja kann man und es scmeckt auch super!
https://www.smarticular.net/vergessene-anwendungen-fuer-ahorn-nahrung-und-heilung-aus-heimischen-waeldern/
https://www.chefkoch.de/rezepte/3101871463050320/Wildes-Brennnessel-Ahorn-Curry.html
https://www.multikulinarisch.es/1048-PflueckStueck-Spitz-Ahorn.html
https://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/ahorn/
http://www.hisakuni.net/process.htm
https://www.smarticular.net/sauerkraut-aus-ahornblaettern-kostenloses-aus-der-natur-ins-einmachglas/
Oder in feine Streifen schneiden und wie Sauerkraut fermentieren, lecker!
Ich liebe deine Blog Ting Ting, danke dafür!
Grüße sendet,
Jesse-Gabriel
Hallo Jesse-Gabriel,
vielen Dank für deinen Kommentar und die verschiedenen Anregungen zu den Ahornblättern :)
Das habe ich zufällig letzten Monat bei Yahoo aufgschnappt, aber das mit dem Teig wusste ich nicht. Habe mich schon gewundert wieso die nach dem Frittieren so „fluffig“ aussehen ^-^ “‘
Hallo .. gibt es dazu ein Rezebt wie u. womit man das einlegen der Blätter in Salzfässern genau macht.
Hallo Heinz-Jürgen,
leider weiß ich auch nicht wie man die Ahornblätter herstellt. Ich habe aber mal meine japanische Freundin gefragt. Mal schauen ob sie uns da weiter helfen kann. Ich berichte dann hier, sobald ich was weiß^^
Wunderbar!!!
Ein aufschlussreicher Text den du veröffentlicht hast.
Mal schauen was es noch auf deiner Webseite zu sehen gibt.