Kasuga Taisha & Tōdai-ji Tempel in Nara – zwischen Laternenwald und Großem Buddha

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 6,2K Aufrufe 3 Minuten Lesezeit

Eigentlich war unser Nara-Besuch gar nicht geplant. Wir wollten ursprünglich zur Sonnenblumenwoche in den Umami Park, waren aber eine Woche zu früh. Also Planänderung. Stattdessen ging es spontan in Richtung Nara Park.

Und dort landet man fast automatisch bei zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt: dem Kasuga Taisha Schrein und dem Tōdai-ji Tempel.

Beides liegt nur wenige Gehminuten auseinander – und doch wirken die Orte völlig unterschiedlich.

Kasuga Taisha – der Schrein der tausend Laternen

Der Kasuga Taisha (春日大社) wurde im Jahr 768 von der mächtigen Fujiwara-Familie gegründet. Bekannt ist er vor allem für seine unzähligen Stein- und Bronzelaternen, die von Gläubigen über Jahrhunderte gestiftet wurden.

Wenn man durch den bewaldeten Weg auf den Schrein zuläuft, fühlt sich alles etwas gedämpft an. Moos, Steinlaternen, rotes Holz, Waldgeruch. Es ist ruhiger als im offenen Parkbereich.

Zweimal im Jahr, im Februar und August, werden die Laternen zur Setsubun- bzw. Obon-Zeit entzündet. Dann muss die Atmosphäre noch einmal ganz anders sein.

Wir selbst sind nicht in den kostenpflichtigen Innenbereich gegangen, sondern nur durch das frei zugängliche Gelände spaziert. Das hat mir persönlich schon gereicht, um einen Eindruck zu bekommen.

Eintritt Hauptbereich: ca. 500 Yen
Botanischer Garten: ebenfalls 500 Yen
Öffnungszeiten: saisonabhängig (meist ab 6:00 Uhr)


Nandaimon-Tor – mehr als nur ein Eingang

Wenn man vom Schrein weiter Richtung Norden läuft, taucht irgendwann ein massives Holztor auf: das Nandaimon-Tor. Schon hier merkt man, dass der Maßstab größer wird. Das große Holztor vor dem Tōdai-ji wird oft nur durchquert, dabei lohnt sich ein Blick nach links und rechts.

Dort stehen die zwei Nio-Wächterfiguren, massive Holzstatuen mit finsteren Blicken. Sie sollen den Tempel beschützen und wirken entsprechend einschüchternd. Das Tor selbst ist frei zugänglich und 24/7 begehbar.


Tōdai-ji Tempel – der Große Buddha von Nara

Hinter dem Tor liegt der Tōdai-ji Tempel (東大寺), eines der Wahrzeichen von Nara.

Die Haupthalle – die sogenannte Daibutsuden – gilt als das größte aus Holz errichtete Gebäude der Welt. Auch wenn die heutige Version „nur“ zwei Drittel der ursprünglichen Größe besitzt, wirkt sie immer noch überwältigend.

Drinnen sitzt er dann: der Große Buddha von Nara. Rund 15 Meter hoch, aus Bronze gefertigt und eine der bekanntesten Buddha-Statuen Japans. Man steht davor und merkt, wie klein man eigentlich ist.

Im Vergleich zum lebhaften Park draußen ist es hier deutlich ruhiger. Keine Hirsche, keine Futterverkäufer, nur Holz, Raum und dieser riesige Buddha.

Eintritt: ca. 600 Yen
Öffnungszeiten: je nach Saison zwischen 7:30–17:30 Uhr


Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Kasuga Taisha, Nandaimon und Tōdai-ji lassen sich gut in 2–3 Stunden erkunden. Alles liegt nah beieinander im Nara Park.

Wer zusätzlich noch:
    •    Kōfuku-ji Tempel
    •    Isuien oder Yoshikien Garten
    •    oder sogar den weiter entfernten Hōryū-ji Tempel

sehen möchte, sollte einen ganzen Tag einplanen.



Mein Eindruck

Ich fand die Kombination aus Waldschrein und riesigem Holztempel spannend. Kasuga wirkt stiller, fast zurückhaltend. Tōdai-ji dagegen monumental.

Wenn man nur wegen der Hirsche nach Nara kommt, verpasst man diesen Teil der Stadt.
Und genau hier merkt man, warum Nara einmal Japans Hauptstadt war.

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1 Kommentar

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Tamara 22/09/2018 - 15:05

Hey Ting Ting! Toller Bericht über Nara! Ich kenn die Stadt nur von Fotos und Dokumentationen, möchte aber unbedingt bald hin. Die japanische Architektur ist so beeindruckend! Lg, Tamara

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