Nishiki Markt Kyoto – Kyotos berühmter Streetfood-Markt und „Küche der Stadt“

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Veröffentlicht: Aktualisiert: 6,6K Aufrufe 4 Minuten Lesezeit

Wenn man durch Kyoto reist, stößt man früher oder später auf den Nishiki Markt (錦市場). Der Markt liegt mitten im Stadtzentrum und gehört zu den bekanntesten Orten für japanisches Streetfood und lokale Spezialitäten.

Oft wird der Nishiki Markt auch „Kyotos Küche“ genannt. Der Name passt ziemlich gut, denn hier findet man viele Zutaten und Gerichte, die typisch für die Küche der alten Kaiserstadt sind.

Der Markt besteht nicht aus einer klassischen Markthalle, sondern aus einer etwa 390 Meter langen überdachten Einkaufsstraße mit zahlreichen kleinen Geschäften und Essensständen. Viele dieser Läden existieren schon seit Generationen und verkaufen Produkte, die oft direkt aus Kyoto oder der umliegenden Region stammen.



Der Nishiki Markt – über 400 Jahre Geschichte

Der Nishiki Markt hat eine lange Geschichte. Seine Ursprünge reichen über 400 Jahre zurück.

Ursprünglich entstand hier ein Fischmarkt. Das lag vor allem daran, dass das Grundwasser in dieser Gegend besonders kühl war. Händler konnten ihren Fisch dadurch länger frisch halten.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Markt zu einem wichtigen Handelsplatz für Lebensmittel in Kyoto. Heute verkaufen hier über hundert kleine Geschäfte eine große Auswahl an regionalen Zutaten, Snacks und traditionellen Spezialitäten.

Der Nishiki Markt  gilt als einer der wichtigsten kulinarischen Sehenswürdigkeiten Kyotos.

Unser Besuch auf dem Nishiki Markt

Wir haben den Nishiki Markt direkt an unserem ersten Nachmittag in Kyoto besucht.

An diesem Tag waren wir aus Osaka angekommen und hatten nicht mehr viel Zeit für größere Sehenswürdigkeiten. Der Markt im Stadtzentrum war deshalb ein perfektes Ziel für den ersten Tag.

Unser Gasthaus lag in Shinomiya, sodass wir etwa 30 Minuten unterwegs waren, bis wir den Markt erreicht hatten. Die Fahrt kostete ungefähr 290 Yen pro Person, also etwas mehr als zwei Euro.

Als wir ankamen, war der Markt ziemlich voll. Neben vielen Touristen waren auch zahlreiche Einheimische unterwegs, die hier ihre Lebensmittel einkauften.

Da die Straße recht schmal ist, kommt man nur langsam voran. Uns hat das aber gar nicht gestört. Gerade dadurch hatte man genug Zeit, sich die vielen kleinen Stände genauer anzuschauen.

Die Atmosphäre auf dem Markt ist wirklich angenehm. Die Verkäufer wirken nicht aufdringlich und viele der angebotenen Produkte sind sehr sorgfältig präsentiert. Außerdem ist alles erstaunlich sauber – was in Japan eigentlich fast überall der Fall ist.


Essen auf dem Nishiki Markt

Der Nishiki Markt ist ein großartiger Ort, um lokale Spezialitäten aus Kyoto zu probieren. Viele der Snacks, die hier verkauft werden, eignen sich auch perfekt als typische Omiyage aus Kyoto, also als Mitbringsel für Freunde oder Familie.

Neben frischen Zutaten findet man hier auch viele kleine Essensstände mit Snacks zum Mitnehmen. Viele Besucher kommen vor allem wegen des Streetfoods hierher.

Besonders häufig sieht man Stände mit:
    •    gegrillten Meeresfrüchten
    •    Reiskrackern
    •    eingelegtem Gemüse
    •    japanischen Süßigkeiten
    •    verschiedenen Spießen mit Fleisch oder Fisch

Viele Produkte kann man vor dem Kauf auch probieren, was den Markt besonders interessant macht.

Tako Tamago – der vielleicht ungewöhnlichste Snack

Eine der bekanntesten Spezialitäten auf dem Nishiki Markt ist Tako Tamago.

Dabei handelt es sich um kleine kandierte Baby-Oktopusse, die auf einen Holzspieß gesteckt werden. Im Inneren befindet sich ein Wachtelei.

Die leuchtend rote Farbe und die ungewöhnliche Form fallen sofort ins Auge. Genau deshalb wollten wir diesen Snack auch unbedingt einmal probieren. Ein Spieß kostete ungefähr 300 Yen.

Geschmacklich war es allerdings nicht ganz mein Fall. Ich bin generell kein großer Fan von Meeresfrüchten, deshalb hat mich der Snack nicht komplett überzeugt.

Trotzdem gehört Tako Tamago zu den bekanntesten Streetfood-Gerichten auf dem Nishiki Markt.

Süße Spezialitäten aus Kyoto

Was mich in Japan besonders begeistert hat, sind die vielen japanischen Süßigkeiten.

Auf dem Nishiki Markt gab es einen kleinen Stand, der verschiedene gekühlte Daifuku mit Fruchtfüllung verkauft hat.

Daifuku bestehen aus weichem Klebreisteig und enthalten unterschiedliche Füllungen. In diesem Fall waren es frische Früchte wie Erdbeeren, Blaubeeren oder Orangen. Zusätzlich befand sich im Inneren noch eine cremige Füllung, die ein wenig an Vanilleeis erinnerte.

Diese Süßigkeiten waren unglaublich lecker. Auf dem Rückweg habe ich mir deshalb gleich noch mehrere gekauft.

Am besten gefallen haben mir die Varianten mit Erdbeere und Blaubeere. Die Version mit Orange fand ich dagegen etwas weniger überzeugend.

Und ja – entschuldigt bitte die angebissenen Fotos. Ich wollte euch einfach zeigen, wie die Süßigkeiten im Inneren aussehen und hatte nicht gerade zufällig unterwegs ein Messer dabei.

Tipps für den Besuch des Nishiki Marktes

Der Nishiki Markt gehört zu den beliebtesten Food-Spots in Kyoto. Besonders am Nachmittag und am Wochenende kann es deshalb ziemlich voll werden.

Wer den Markt etwas entspannter erleben möchte, sollte möglichst am Vormittag oder am frühen Nachmittag kommen.

Außerdem lohnt es sich, einfach langsam durch die Gasse zu schlendern und immer wieder kleine Snacks zu probieren. Gerade dadurch bekommt man einen guten Eindruck von der Vielfalt der japanischen Küche.


Fazit – Streetfood und Spezialitäten im Herzen von Kyoto

Der Nishiki Markt ist einer der besten Orte, um die kulinarische Seite von Kyoto kennenzulernen.

Hier trifft traditionelles Handwerk auf modernes Streetfood. Von eingelegtem Gemüse über frische Meeresfrüchte bis hin zu süßen Desserts gibt es unglaublich viel zu entdecken.

Auch wenn der Markt heute ein beliebtes Touristenziel ist, hat er sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt.

Wenn ihr Kyoto besucht und euch für japanisches Essen interessiert, solltet ihr dem Nishiki Markt auf jeden Fall einen Besuch abstatten. 

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9 Kommentare

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Fabian 14/12/2017 - 23:33

Huuu Daifuku mag ich auch sehr… Und nachdem du nun schon wieder ein Jahr in Deutschland bist (herzlichen Glückwunsch?!) wäre es bestimmt mal wieder Zeit für eine Japan-Besuch, oder? Dann könntest du auch nachschauen, wie die Daifuku hießen ;) Wobei es bei Orange und Blaubeere eigentlich recht einfach sein sollte: Orenji (オレンジ) und Buruuberii (ブルーベリー). Erdbeere ist Ichigo (苺). Das Vanilleeis war vielleicht auch Custard? Das wäre auch eine beliebte Füllung für Taiyaki und ist sehr lecker :) huuu, ich bekomme Hunger.

Vielen Dank für diesen schönen Beitrag! Wo geht denn dein nächster Urlaub hin?

Lg,
Fabian

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Ting Ting 14/12/2017 - 23:40

Hallo Fabian,
danke für die Übersetzungen :3 Ja, das kann auch sein, dass es Custard war. Auf jeden Fall total lecker, mhhh :D
Wir fliegen wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres wieder nach China für ein paar Monate, da mein Mann dort aus beruflichen Gründen hin muss. Wir werden dann spontan entscheiden, ob wir Zeit finden einen längeren Trip zu machen. Auf meiner Wunschliste stehen ja auch noch Taiwan und Südkorea. Aber steht noch unsicher, ob es klappen wird v.v

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Ragnar 15/12/2017 - 09:16

Hallo Ting Ting,
ja, die Zeit vergeht viel zu schnell. Dabei bist Du ja noch so jung, denn ich habe das Gefühl, je älter man wird umso schneller vergeht sie.
Hast Du Dich denn inzwischen wieder an den etwas geruhsameren Alltag in Deutschland gewöhnt?
LG Ragnar

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Ting Ting 15/12/2017 - 17:50

Hallo Ragnar,
soo jung bin ich aber auch nicht mehr, lach. Zu meiner Schulzeit ging mir die Zeit nicht schnell genug vorbei und plötzlich sind schon fast 10 Jahre vorüber. Aber ja, etwas Zeit hab ich noch vor mir. In weiteren 10 Jahren werde ich wahrscheinlich wieder ganz anders denken, als jetzt ^^
Ja, ich habe mich wieder gut in Deutschland eingelebt. Danke der Nachfrage :)

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Ragnar 17/12/2017 - 18:38

Hallo Ting Ting,
das freut mich sehr, dass Du Dich hier wieder wohlfühlst!

Kandierter mit Wachtelei gefüllter Baby-Octopus klingt für mich so, als müsste ich mich überwinden es zu essen. Die Daifuku klingen mir auch sehr viel appetitanregneder!

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Ting Ting 29/12/2017 - 22:32

Das habe ich mir schon gedacht, dass der Oktopus für die meisten Deutschen nicht sehr einladend ausschaut :D
Ich selbst bin aber sehr probierfreudig, wenn es nicht allzu extreme Sachen sind^^

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Bettina Halbach, Dipl.-Oecotroph. 09/08/2018 - 10:35

Hallo Ting Ting, danke für deinen ausführlichen Bericht und die schönen Fotos :-) Ich muss gestehen, ich habe immer etwas Angst vor der japanischen Küche und den Gerichten dort, weil sooo fremd – dein Beitrag weckt meine Neugierde, es doch mal zu probieren. Liebe Grüße Bettina

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Ting Ting 10/08/2018 - 12:46

Hallo Bettina,
neues zu probieren ist am Anfang sicherlich immer eine Überwindung. Man kann aber dadurch sooo tolle Sachen entdecken und den Horizont erweitern. Für mich gehört das Probieren der regionalen Küche immer bei einer Reise dazu :)

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Bettina Halbach 20/08/2018 - 13:32

Du bist echt mutig ☺️

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