Sehenswürdigkeiten in Nara - Tempel, Hirsche und Weltkulturerbe

Nara (奈良市) war von 710 bis 784 die erste dauerhafte Hauptstadt Japans und gehört heute zu den beliebtesten Tagesausflügen in der Kansai-Region. Von Kyoto oder Osaka aus ist die Stadt schnell erreichbar, viele Besucher kombinieren Nara mit einem halben oder ganzen Reisetag.

Was Nara besonders macht, ist die ungewöhnliche Mischung aus UNESCO-Welterbe, riesigen Tempelanlagen und frei lebenden Sikahirschen mitten im Stadtgebiet. Dieser Überblick hilft dir bei der Orientierung. Zu einzelnen Orten findest du bei mir ausführliche Reiseberichte.

Allgemeinen Reisetipps zu Japan kannst du im Artikel Alles was du für deine erste Japan Reise wissen solltest nachlesen. 

Wie viel Zeit sollte man für Nara einplanen?​

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten rund um den Nara Park reichen etwa 4–6 Stunden.

Wer zusätzlich Horyuji besuchen möchte, sollte einen ganzen Tag einplanen.

Alles rund um Park, Todaiji, Kasuga Taisha, Kofuku-ji und die Gärten liegt relativ nah beieinander und ist gut zu Fuß machbar.

Die verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Nara

Nara Park – die berühmten Sikahirsche

Der Nara Park ist das Herzstück der Stadt. Hier leben über 1.000 Sikahirsche, die sich frei bewegen. Der Park selbst ist kostenlos zugänglich.

Für 150–200 Yen kann man spezielle Hirschkekse kaufen. Die Tiere reagieren allerdings sehr schnell auf Futter. Sobald sie merken, dass man Kekse in der Hand hält, wird es hektisch.

Wichtig: Wenn das Futter aufgebraucht ist, Hände sichtbar hochhalten. So erkennen die Hirsche, dass nichts mehr da ist.

Einen ausführlichen Erfahrungsbericht zu den Hirschen findest du in meinem separaten Artikel.

Todaiji Tempel – der Große Buddha von Nara

Der Todaiji (東大寺) ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Die Haupthalle zählt zu den größten Holzgebäuden der Welt. Im Inneren befindet sich die rund 15 Meter hohe bronzene Buddha-Statue (Daibutsu).

Eintritt: ca. 600 Yen
Besuchsdauer: 45–60 Minuten

Mehr Details und Eindrücke habe ich im eigenen Tempelbericht beschrieben.

Kasuga Taisha – der Schrein der Laternen

Kasuga Taisha wurde 768 gegründet und ist bekannt für seine tausenden Stein- und Bronzelaternen. Zweimal jährlich (Februar und August) werden diese beleuchtet.

Der äußere Bereich ist frei zugänglich.
Der innere Bereich ist kostenpflichtig.

Der Schrein liegt etwas ruhiger im Waldgebiet hinter dem Park.

Kofuku-ji Tempel

Der Kofuku-ji gehört zum UNESCO-Welterbe „Historic Monuments of Ancient Nara“. Besonders auffällig ist die fünfstöckige Pagode, eine der höchsten in Japan.

Die Pagode selbst ist nicht begehbar, aber das Gelände ist frei zugänglich. Museen und Hallen sind kostenpflichtig.

Isuien und Yoshikien Garten

Wer eine ruhigere Atmosphäre sucht, kann einen der beiden klassischen japanischen Gärten besuchen:
• Isuien – gepflegte Gartenanlage mit Teich, kostenpflichtig
• Yoshikien – kleiner, aber kostenlos zugänglich
Beide liegen nur wenige Gehminuten vom Todaiji entfernt.

Horyuji Tempel

Horyuji liegt außerhalb des Stadtzentrums und zählt zu den ältesten erhaltenen Holzbauwerken der Welt. Auch diese Anlage gehört zum UNESCO-Welterbe.

Wer sich besonders für Geschichte interessiert, sollte diesen Tempel zusätzlich einplanen. Für einen reinen „Nara-Highlight-Tag“ ist er jedoch optional.

Nara innerhalb der Kansai-Region

Nara liegt in der Kansai-Region im Westen Japans – einer der historisch und kulturell bedeutendsten Gegenden des Landes. 

Gerade für Erstbesucher lohnt es sich, mehrere Tage in Kansai einzuplanen und die Städte wie KyotoOsaka, Nara und evtl Kobe oder Himeji miteinander zu verbinden.

Anreise nach Nara

Von Kyoto:
ca. 45–50 Minuten (JR oder Kintetsu)

Von Osaka:
ca. 40–50 Minuten

Die Kintetsu Nara Station liegt näher am Park als die JR Nara Station.

Beste Reisezeit für Nara

Frühling (März–April): Kirschblüte im Park
Herbst (Oktober–November): Laubfärbung
Sommer: sehr heiß und schwül
Winter: ruhiger, weniger Besucher

Fazit

Nara eignet sich perfekt als Tagesausflug in der Kansai-Region. Die Wege sind kurz, die Highlights konzentriert, und die Kombination aus Natur, Religion und frei lebenden Hirschen ist ungewöhnlich.

Für mich persönlich war es weniger die „eine große Sehenswürdigkeit“, sondern die Gesamtheit aus Park, Tempeln und Atmosphäre, die Nara besonders macht.

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