♨ Mapo Tofu – scharfer Tofu mit Hackfleisch aus der Sichuan Küche

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Veröffentlicht: Aktualisiert: 17,8K Aufrufe 3 Minuten Lesezeit

Mapo Tofu ist ein klassisches Gericht aus der chinesischen Provinz Sichuan, die für ihre Schärfe bekannt ist. Besonders an kalten Tagen wird dieses Gericht gern gegessen. Die Kombination aus Chili und Szechuanpfeffer sorgt für das typische má-Gefühl: ein leicht betäubendes Kribbeln auf der Zunge. Genau das ist gewollt  und macht Mapo Tofu so besonders.

Alle Zutaten auf einem Blick:

Hinweis zur Portionsangabe Dieses Rezept kommt bewusst ohne feste Mengen für Personen aus. In der chinesischen Küche wird selten in Portionen gedacht. Warum das so ist und wie du Rezepte trotzdem gut einschätzen kannst, erkläre ich hier: → Authentisch chinesisch kochen 

🥢 Grundzutaten

🌶️ Würzen & Aromaten

🌿 Zum Braten & Garnieren

  • 30 g Erdnussöl
  • 30 g Frühlingszwiebeln
  • frischer Koriander (optional)

🥄 Zum Binden

  • Stärkemehl
  • etwas Wasser zum Anrühren

Mapo Tofu - Die Zubereitung

Szechuanpfeffer richtig vorbereiten

Szechuanpfeffer hat einen sehr intensiven, leicht betäubenden Geschmack und ist nicht jedermanns Sache beim ersten Probieren. Am besten entfaltet er sein Aroma frisch gemahlen.
Dafür die Pfefferkörner ohne Fett in einer Pfanne leicht anrösten, bis sie duften. Anschließend abkühlen lassen und im Mörser oder in der Mühle fein mahlen.

Den Seidentofu in etwa 2 cm große Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Mit kaltem Wasser auffüllen und eine Prise Salz hinzufügen. Den Tofu etwa 15 Minuten ziehen lassen. Das macht ihn zarter und mildert den Eigengeruch. Danach vorsichtig abgießen und beiseitestellen.
Das Hackfleisch im Erdnussöl bei mittlerer Hitze knusprig anbraten. Anschließend aus der Pfanne nehmen, das Öl jedoch darin lassen.
Doubanjiang in den Wok geben und bei niedriger Hitze etwa eine Minute anbraten. Dabei ständig rühren, damit nichts anbrennt. Knoblauch und fermentierte schwarze Bohnen hinzufügen und kurz mitbraten, bis es aromatisch riecht.
Nun Douchi und Kochwein dazugeben, kurz umrühren und das angebratene Hackfleisch wieder zurück in den Wok geben. Mit Brühe aufgießen und bei hoher Hitze aufkochen lassen. Mit heller Sojasauce würzen und bei Bedarf leicht salzen.
Den Tofu vorsichtig unterheben. Nicht rühren, sondern die Pfanne gelegentlich schwenken, damit die Würfel nicht zerfallen. Etwa 5 Minuten sanft köcheln lassen.
Stärkemehl mit etwas Wasser verrühren und portionsweise zugeben, bis die Sauce die gewünschte dickflüssige Konsistenz erreicht.

Mapo Tofu auf einem Teller anrichten und gleichmäßig mit dem gemahlenen Szechuanpfeffer bestreuen. Mit Schnittlauch oder Frühlingszwiebelgrün garnieren. Wer mag, kann zusätzlich frischen Koriander verwenden. Schmeckt am besten mit schlichtem, weißem Reis 

Wusstest du...

dass Mapo Tofu nach einer echten Person benannt ist?

Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: „Ma“ steht für pockennarbig, „Po“ für eine ältere Frau oder Wirtin. Gemeint ist eine Köchin, die im 19. Jahrhundert in Chengdu ein kleines
Lokal betrieb und für ihre Tofu-Gerichte bekannt war.

Einer Überlieferung nach wollten ihre Gäste irgendwann nicht mehr nur vegetarisch essen. Also gab sie Hackfleisch zu ihrem Tofu, kräftig gewürzt mit Doubanjiang und Szechuanpfeffer. Das Gericht kam so gut an, dass es bald nicht mehr „Tofu von nebenan“, sondern einfach „Mapo Tofu“ hieß – nach der Köchin selbst.

Welche Version nun genau stimmt, lässt sich heute nicht mehr sagen. Sicher ist nur: Das Gericht hat seinen Namen nicht wegen einer Marketingidee bekommen, sondern weil es über Jahre hinweg immer wieder bestellt wurde.

Hinweis: Einige Links in diesem Beitrag sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, unterstützt du meine Arbeit. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Mapo Tofu Rezept zum Ausdrucken

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Vorbereitungszeit: Kochzeit:
Bewertung 4.6/5
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ZUTATEN

400 g Seidentofu 50 g Hackfleisch (Rind oder Schwein) 30 g Erdnussöl
30 g Doubanjiang 20 g fermentierte schwarze Bohnen 20 g Knoblauch
300 ml Brühe 15 g helle Sojasauce 10 g Reiswein
1 g Szechuanpfeffer Stärkemehl Salz
Frühlingszwiebeln Koriander (optional)

ZUBEREITUNG

  1. Tofu in ca. 2 cm große Würfel schneiden, 15 Minuten in kaltem Salzwasser ziehen lassen.
  2. Hackfleisch in Erdnussöl knusprig anbraten, herausnehmen.
  3. Doubanjiang im Öl kurz anrösten, Knoblauch und schwarze Bohnen zugeben.
  4. Reiswein einrühren, Fleisch zurückgeben, mit Brühe aufkochen.
  5. Mit Sojasauce und Salz abschmecken, Tofu vorsichtig unterheben.
  6. 5 Minuten köcheln lassen, mit Stärke binden.
  7. Anrichten, mit Szechuanpfeffer, Frühlingszwiebeln und optional Koriander bestreuen.

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22 Kommentare

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Kati 28/10/2013 - 13:14

Liebe Ting Ting,
Ich freue mich so, dass ich über deine Seite gestolpert bin! Ich habe drei Jahre lang in Nordostchina gewohnt und gearbeitet und habe noch keine Originalrezepte der Speisen von dort gefunden… bis jetzt! Vielen Dank! Ich werde heute gleich die ersten Rezepte ausprobieren. Liebe Grüsse aus Bayern nach Ningbo
Kati

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lejla 27/09/2019 - 20:53

Hallo ting ting! Habe vor das mal nachzukochen für meine wg , weiss jedoch nicht für wieviele dieses rezept gelegt ist und kann es auch nirgendswo finden. Vielleicht bin auch blind…. ;)
LG

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Ting Ting 01/10/2019 - 11:34

Hallo Lejla,
die Notiz zu den Mengenangaben findest du am rechten Seitenrand. Ist vielleicht nicht ganz so auffällig an der Seite ^^“
In China ist es nicht üblich nur ein Gericht zu kochen. Von daher sind meine Rezepte nicht in Portionen unterteilt.

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Ting Ting 30/10/2013 - 16:00

Hallo Kati,
vielen Dank für dein Kommi! :)
Ich hoffe, dass dir die Rezepte schmecken werden^^

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Julia 08/01/2014 - 00:28

Hallo liebe Ting Ting,
mein Freund und ich sind totale Fans von (echtem) chinesischem Essen. Wir sind Chinesisch-Studenten und werden dieses Jahr im Herbst für ein Jahr nach China gehen. Heute haben wir das Mapo-Doufu nachgekocht und sind begeistert :) Ist zwar nichts für Leute, die es nicht scharf vertragen, aber einfach ein bisschen weniger Douchi, dann geht das auch ;)
Auf jeden Fall vielen Dank für deine tollen Rezepte. Ich denke mal wir werden noch viele andere probieren ;)
Liebe Grüße,
Julia (und Paul)

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Ting Ting 13/01/2014 - 08:11

Hallo ihr beiden :)
ich freu mich, dass es euch geschmeckt hat ^^ Mapo Tofu ist sehr scharf, stimmt. Habe ganz vergessen das zu erwähnen, für diejenigen, die es vielleicht nicht so scharf mögen x)
Wohin in China wird es euch denn verschlagen? Einige Deutsche die ich hier in China kenne, stehen ja nicht so auf das echte chinesische Essen. Wenn ihr aber Fans von echtem chinesischem Essen seid, dann werdet ihr bestimmt viel Spaß in China haben :D Zumindest, was das Essen anbegeht^^

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Julia 23/01/2014 - 00:00

Halli Hallo,

wir werden wahrscheinlich erstmal nach Tianjin gehen und dort ein halbes Jahr studieren und dann mal sehen :-)
Ja, wir freuen uns wirklich schon sehr auf das Essen dort. Bis dahin müssen wir es hält hier versuchen nach zu kochen :-)
Liebe Grüße, Julia

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Nico 03/02/2015 - 19:43

Hey Ting Ting,

ich würde gern das Rezept nach kochen, frage mich aber welchen Tofu ich am besten dafür nehme. Ich möchte es so traditionell essen wie möglich.

Und mach bloß weiter so, einen richtig schicken Blog hast du hier.

Gruß
Nico

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Ting Ting 04/02/2015 - 15:05

Hallo Nico,
danke für dein Kompliment :3
Wenn du es traditionell möchtest, würde ich dir „老豆腐“ („harter“ Tofu) empfehlen.
Bild – harter Tofu

Manche bevorzugen aber auch „嫩豆腐“ (weicher Tofu).
Bild – Weicher Tofu

Der harte Tofu ist in der Konsistenz fester und wenn man den in die Hand nimmt, geht er auch nicht kaputt. Und der weiche Tofu „zerbröselt“ sehr schnell ähnlich wie Pudding.
Leider kenne ich die deutschen Übersetzungen nicht.
Ich weiß auch nicht, ob man diese Tofu Sorten in Deutschland finden kann…
Heutzutage ist es in China aber auch gar nicht mehr sehr „streng“ bzw. sehr traditionell gehalten. Oft gibt es die Gewürzmischungen auch einfach in der Tüte zu kaufen…

Achja, traditionell nimmt man für den Mapo Tofu Rinderhack.

Ich wünsche dir gutes Gelingen : )

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Mareike 01/02/2018 - 00:13

Hi Ting Ting!
Kann man das Hackfleisch in diesem Gericht auch weglassen oder trägt es sehr zum Geschmack bei?
Und hat das Gericht einen anderen Namen, wenn man es ohne Fleisch kocht?
Oder kannst du vielleicht ein traditionelles vegetarisches Rezept mit Szechuan Pfeffer empfehlen?
Ich möchte nämlich gerne frischen Szechuan Pfeffer an ein paar Freunde verschenken und direkt ein Rezept dazugeben – Da jedoch einige Vegetarier dabei sind, suche ich ein Rezept ohne Fleisch. ;)
Viele Grüße, Mareike

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Ting Ting 01/02/2018 - 15:41

Hallo Mareike,
ich persönlich finde schon, dass es ohne Hackfleisch ganz anders schmeckt. Aber oftmals ist das ja auch eine persönliche Empfindung. Du kannst es einfach mal probieren. Evtl. schmeckt es auch so ganz gut. Oder du kannst es vielleicht mal mit dem Tipp von Dieter probieren ^^
Einen anderen Namen gibt es nicht. Ein „traditionelles“ Gericht..schwer zu sagen. Szechuan Pfeffer ist ja ein Gewürz, da gibt es zu viele Möglichkeiten. Mit Kartoffeln wäre eine gute Möglichkeit finde ich. Da habe ich hier auch ein Rezept zu: https://tingtingsnest.com/2016/♨-mini-kartoffeln-mit-salz-und-pfeffer-jiaoyan-xiao-tudou/

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dieter 01/02/2018 - 14:11

hallo ting ting,
du wirst ja des öfteren nach einem (fleischersatz) gefragt. ich erlaube mir einfach mal einen tipp zu geben. ich finde es eigentlich keinen ersatz sondern eine eigenständige alternative und meine damit grünkern. es hat einen umamigeschmack, schmeckt nussig und erzeugt ein bissgefühl ähnlich dem hackfleisch. sehr lecker schmeckt es auch als brätling. habe ich schon chinesisch angelehnt versucht.also das pürierte ( oder durch den fleischwolf ) grünkernmus nach geschmack würzen, ei dazu, dann ingwer, knoblauch, chili und frühlingszwiebel unterheben und ausbraten. dazu gorgonzolasauce, ein gedicht, lach
https://www.norma-online.de/at/angebote/ab-montag,-20.11.17/bio-sonne-t-46968/bio-getreide-i-46975
lg, dieter

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Ting Ting 01/02/2018 - 15:48

Hallo Dieter,
das klingt ja interessant. Vielen Dank für den Tipp^^ Ich werde mich da mal etwas einlesen und schauen, ob ich etwas leckeres daraus machen kann. Soll ja sehr gesund sein?

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dieter 01/02/2018 - 18:51

ja ting ting,
nicht nur sehr gesund sondern auch vielseiteig. ich verwende die ganzen körner, gibt es aber auch als schrot. deswegen müssen sie auch kräftig nach packungsanweisung in salzwasser oder brühe gekocht werden. lieber 5min.länger. bissprobe machen. der geschmack ist dennoch eher neutral (aber gut, nussig ) dass es sich mit fast allen kombinieren lässt. zb. möhren oder zucchini in die brätlinge reiben. risotto mit austernpilzen etwa. aber zum 1. test wäre bolognese geeignet. so wie du es immer machst, nur mit grünkern statt hack. gutes gelingen und viel spass beim testen. lg

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Ting Ting 07/02/2018 - 20:19

Die Bolognese klingt einfach. Ich denke das werde ich die Tage probieren, wo mein Mann nicht Zuhause ist :D (er mag ja nicht so sehr westliches Essen, lach). Ich hoffe ich werde im Supermarkt nebenan fündig.

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Mareike 01/02/2018 - 19:17

Danke für deine schnelle Antwort! ^^ Ja, ich denke auch, dass es schon einen Unterschied machen wird, das Fleisch wegzulassen… Vielleicht teste ich das Gericht mal in beiden Variationen. ;-) Der Tipp von Dieter klingt auf jeden Fall interessant.
Und das Kartoffel-Rezept liest sich auch lecker! Jetzt bekomme ich Hunger…! :-D

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dieter 07/02/2018 - 23:00

hallo ting ting,
einen ratschlag muss ich noch dringend loswerden. verwende nicht einfach nur die gekochten körner.denn dazu braucht man nämlich eine starke kauleiste, lach. und der körper kann es auch nicht so gut verwerten. ich besitze einen kleinen fleischwolf und drehe den grünkern einfach durch. dann wird es so etwas “ batzelig “ wie hack. du hast doch bestimmt einen grossen mörser in dem du das matschig bekommst. falls nicht, stabmixer verwenden, dazu braucht es aber flüssigkeit um es aufzumixen. es können ruhig noch ganze körner drin sein, aber eben nicht soo viele. falls es dir gut schmeckt, sag bescheid denn ich hätte da noch ein paar rezepte.
lg, dieter

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Ting Ting 11/02/2018 - 12:01

Hallo Dieter,
ich habe die Grünkerne in einer Bolognese gestern probiert. Danke für den Tipp mit dem zerkleinern! Sonst hätte ich sie bestimmt alle ganz gelassen. 2/3 hatte ich zerkleinert und 1/3 noch ganz gelassen. Und es war immer noch etwas anstrengend zu kauen. Wenn ich alle ganz gelassen hätte, hätte ich bestimmt Muskelkater in den Backen bekommen :mrgreen: Ich denke beim nächsten Mal werde ich noch weniger ganze Stücke drin lassen. Alles in allem hat es mir aber ganz gut geschmeckt :)

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Bacy 28/06/2018 - 17:54

Vielen Dank für das tolle Rezept. Habe ich am Wochenende nachgekocht und hat genauso wie in China geschmeckt. Da werden Erinnerungen wieder wach. vielen Dank :D

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Ting Ting 02/07/2018 - 20:30

Hallo Bacy,
das freut mich zu lesen. Vielen Dank für dein Feedback! :)

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