Home Modernes ChinaChina Reisetipps 5 Tipps, wie man in China erfolgreich die Preise runter feilscht

5 Tipps, wie man in China erfolgreich die Preise runter feilscht

by Ting Ting

Das Shopping in China. Ein absoluter Traum, wenn es um die Auswahl geht. Ein Albtraum, wenn es um den Einkauf selbst geht. Es ist ein echtes Abenteuer und eigentlich auch ein MUSS für jeden, der schon mal in China war. Die Auswahl an Dingen, die man einkaufen kann ist wirklich riesengroß und die Preise der Hit… wenn man denn verhandeln kann!

Wo kann man in China feilschen und wo nicht?

Als Tourist neigt man dazu lokale Spezialitäten oder Souvenirs mitzunehmen. Wenn man in Supermärkten oder Einkaufszentren einkaufen geht sind die Preise festgelegt. Die Artikel sind wie in hiesigen Shops mit Preisschildern versehen. Man muss also einfach nur das bezahlen, was auch ausgeschildert ist. Geht man jedoch auf Flohmärkte oder kleinen Geschäften ohne Preisausschilderung sind gute Verhandlungsfähigkeiten von großen Vorteil. Generell kann man überall verhandeln, wo die Artikel nicht mit Preisen ausgeschildert sind.

Tipps für richtiges Feilschen in China

Beim Einkauf in Läden ohne Preis Ausschilderung darf man das feilschen nicht vergessen. Sagt die Verkäuferin, das kostet 200CNY und du schlägst direkt zu, kannst du dir sicher sein, dass man dich aufs Ohr gehauen hat. Jeder Chinese weiß, dass man feilschen muss. Das ist in den Preisen bereits einkalkuliert. Du kannst dir vorstellen, dass die Verkäufer dann ziemlich glücklich sind, wenn Touristen kommen und zum vollen Preis einkaufen. Daran können sie sich richtig satt verdienen. Denn wenn die sehen, dass jemand vom Ausland oder sogar nur von einer anderen Stadt kommt, schlagen die Preise manchmal richtig in die Höhe!

Man sollte davon ausgehen, dass die Verkäufer den Preis so um die 60% aufstocken. Wenn die Händler sagen, es sei bereits der billigste Preis, glaubt denen auf keinen Fall. Betrachtet das Feilschen als eine Art Spiel. Normalerweise macht man es in China so, dass man nach dem Preis des Artikels fragt. Wichtig dabei ist aber, dass man kein großes Interesse zeigt. Der Verkäufer soll den Eindruck haben, dass es dir egal ist, ob du den Artikel bekommst oder nicht. Denn wenn der Verkäufer erst ein mal merkt, dass du großes Interesse an einem Kauf hast, wird es sehr schwer die Preise runter zu handeln.

#1. Mache selbst ein Angebot und frage nicht nach dem Preis

Ich mache es gerne so, dass ich direkt ein Preisangebot mache und nicht erst nach dem Preis frage. Innerlich mache ich mir einen Preis aus, den ich bereit wäre zu zahlen und nenne dem Händler dann die hälfte des Preises. Der Händler wird dir daraufhin normalerweise ein Gegenangebot machen. Verhandele so lange, bis die Summe kommst, die du dir zuvor ausgedacht hast (oder drunter).  Für diese Methode musst du dich aber natürlich etwas mit den Marktpreisen auskennen. Du willst ja nicht mit zu hohen Preisen beginnen zu verhandeln. Alternativ fragst du halt zuerst nach den Preis und feilscht dann langsam herunter. Persönlich finde ich aber es andersum einfacher zu feilschen.

 

Verhandelt auf chinesisch und verlange Mengenrabatte

Vor dem verhandeln ist es vom Vorteil einige Brocken chinesisch zu lernen. So erweckst du den Eindruck, dass du bereits Erfahrungen im Feilschen hast und die einheimischen denken vielleicht, dass du schon eine Weile in China lebst und nicht nur ein Touristen bist. Es ist dann viel wahrscheinlicher, dass sie eher auf das Feilschen eingehen. Es ist dabei egal wie gut du eigentlich wirklich chinesisch kannst. Rede einfach ganz selbstbewusst.

#2. Geh weg, wenn der Händler nicht auf dein Feilschen eingeht

Wenn du merkst, dass der Verkäufer nicht gewillt ist auf deinen Preis einzugehen ist die beste Möglichkeit dem Händler den Rücken zuzuwenden, als wenn du gehen wollen würdest. „Tai gui le“ – bedeutet wörtlich: zu teuer und geht dann einfach. In den meisten Fällen wird der Händler dir dann hinterher rufen und will einen Kompromiss eingehen. Das heißt für dich also, dass noch Spielraum im Preis ist. Du solltest aber dann nicht grinsend dich umdrehen und sofort zuschlagen. Tut so, als würdetst du nur widerwillig zurück gehen wollen und versuch den Preis noch etwas zu drücken. Nach einigem Hin und Her gibt der Händler entweder nach oder am Preis ist wirklich nichts zu machen. Und du kannst dann entscheiden, ob das Objekt dir wirklich zu diesem Preis Wert ist.

#3. Verlange Mengenrabatte bei Großeinkäufen

Kaufst du mehrere Shirts und Hosen ein oder einen großen Obstkorb, verlange nach einem Mengenrabatt. Kaufst du größere Mengen ein, hast du immer eine gute Chance darauf aufzubauen.

 

Schaue dich um, bevor du im erstbesten Laden einkaufst

Bei den meisten Märkten ist es so, dass die verschiedenen Händler ähnliche Artikel verkaufen. Gibt der erste Händler  nicht nach, köannst du immer noch beim Nachbarn vorbei schauen und dort nach dem Preis fragen. Wenn du bei verschiedenen Verkäufern anfragst bekommst du nach kurzer Zeit auch ein Gefühl, wie die Preise so sind und kannst das ganze besser abwägen.
Das ganze ist halt eine Art Spiel zwischen dir und dem Verkäufer, was meiner Meinung ziemlich nervig und unnötige Zeitverschwendung ist. Deswegen kaufe ich nicht so gerne in solchen Märkten ein, sondern meistens nur online.  Aber das ist halt China.

#4. Habe immer kleine Geldscheine parat zum feilschen

Wenn du dir einen guten Preisüberblick verschafft hast, stecke dir passend genau die Summe in deinen Geldbeutel, den du gewillt bist zu zahlen und gehe dann damit zum nächsten Händler. Wenn der Händler beim Feilschen einen höheren Preis nennt, zücke deinen Geldbeutel heraus, zähl das Geld vor seinen Augen und sag ihm: „Ich habe nur 30RMB bei mir, mehr kann ich nicht zahlen“. Der Händler hat dann nur die Möglichkeit auf das Angebot einzugehen oder dieses Geschäft zu verlieren (denn in seinen Augen hast du ja nur so viel Geld bei dir). Sollte der Händler immer noch Gewinn machen können, wird er sicherlich auf das Angebot eingehen.

 

Hab keine Hemmungen beim Feilschen

Schäme dich nicht dafür einen viel niedrigeren Preis zu nennen. Manche Verkäufer beginnen mit so einem irrwitzigen hohen Preis, dass ich manchmal nur lachen kann. Ich war mal mit meinem Großvater auf dem Markt einkaufen und fragte nach dem Preis. 300 wurde mir genannt. Kurze Zeit später kam mein Großvater dazu, der natürlich dort einheimischer ist und hat die Ware für 20 bekommen.
Die meisten Verkäufer wollen so extrem hoch wie möglich anfangen, wenn die wissen, dass du kein einheimischer bist. Denn entweder schlägst du zum vollen Preis zu oder du freust dich bereits über die geringste Preisreduzierung und die Verkäufer können dann richtig Profit schlagen. Also habe kein schlechtes Gefühl, wenn du den Preis erstmal richtig niedrig ansetzt.
Lass dich nicht veräppeln. Solche Sätze wie: ich mach dir ein Sonderangebot, weil du so nett ausschaust oder ich verdiene schon gar nichts mehr dran, sind meistens Standard Sätze, was die Verkäufer so sagen. Versuche so weit wie möglich zu feilschen aber treibe es auch nicht zu extrem. Will der Verkäufer absolut nicht mit dem Preis runter gehen, dann akzeptiere dies auch.
Aber Achtung! Niemals den Preis auf den von dir gewünschten Betrag runter feilschen und dann nicht kaufen!!! Denn wenn das passiert, dann kann die Verkäuferin schon mal ganz schon sauer sein und einen beleidigen.

#5. Kein Händler wird seine Ware unter seinem Wert verkaufen. Mach dir also keine Sorgen, dass die Händler nichts daran verdienen, auch wenn sie das meinen sollten. 

 

Öffnungszeiten in China

Besonders Abends und an Wochenenden ist sehr viel los in den Innenstädten. Alles ist schön beleuchtet und viele Menschen kann man auf der Strasse sehen. Die Läden haben fast alle bis 22:00Uhr auf. Ruhetage kennt man hier nicht. Auch Sonntags haben die Läden bis 22:00Uhr auf.
In Deutschland gar nicht vorstellbar, dass so spät abends und auch an Sonn- und Feiertagen so viele Menschen in der Stadt herumlaufen und shoppen gehen. Aber in China ist es so das besonders an den Sonn- und Feiertagen die Einnahmen sehr groß sind. Denn die meisten müssen da nicht arbeiten und haben Zeit zum shoppen.In China gibt es wirklich viele Sachen, die es in Deutschland gar nicht gibt. Die Mode ist hier ebenfalls ganz anders wie in Deutschland, die Kleidungen sind sehr ausgefallen und süß. Also besonders gut für die Jüngeren unter uns geeignet. Und für die Europäer, die hier in China Urlaub machen, ist hier alles wirklich ein Schnäppchen!

Keine Ruhe beim Einkaufen

Zum Einkauf selbst, ich sagte ja, dass es wirklich ein Albtraum ist (zumindest für mich) hier einzukaufen. Überall wo man hingeht, wird man sofort angesprochen, was man denn kaufen möchte, was man denn suche. Manchmal habe ich schon Angst mir etwas anzuschauen. Denn wirft man einen längeren Blick auf ein Produkt wird man garantiert sofort angesprochen! „Gefällt das Ihnen, möchten Sie das mal anprobieren“, etc. Mich nervt das ganze ganz schön, denn eigentlich will ich mich doch nur in Ruhe umschauen. Aber für die Chinesen ist dieses Verhalten ganz normal und nennt sich „Service“.  Meistens stehen die Preise nicht auf den Produkten und man muss sowieso die Verkäufer/in ansprechen, um nach den Preis zu fragen.

Fazit: Wer einmal nach China reist, muss unbedingt mal shoppen gehen. Aber passt auf, dass man dich nicht übers Ohr haut. Meistens sind die Sachen zwar immer noch günstiger wie in Deutschland. Dennoch ärgert es einen doch, wenn man wüsste, dass man das eigentlich noch billiger hätte bekommen können.

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6 Kommentare

Preise in China für Lebensmittel | Ting Ting's Nest 16/06/2013 - 07:46

[…] ich schonmal berichtet habe, ist feilschen beim Einkaufen in China normal. Aber nicht bei Nahrungsmitteln. Jedenfalls nicht immer Bei Händlern auf der Straße kann […]

Reply
angelazeh 11/10/2013 - 22:16

Hallo,
es ist wirklich toll und sehr informativ auf Deinen Seiten zu stöbern.
Meine Tochter ist gerade in der Ningbo Binhai School mit 30 weitern deutschen Schülerinnen unseres Gymnaiums im Rahmen eines Austauschs und ich bräuchte mal einen Tipp. Da i