Hong Kong ist für viele der erste Kontakt mit Asien und genau deshalb so überwältigend: Wolkenkratzer, Märkte, Meer, Berge, Hightech und Tradition liegen hier extrem dicht beieinander. Vieles wirkt vertraut, anderes komplett fremd. Wer unvorbereitet ankommt, ist schnell überfordert. Wer sich vorher einliest, kommt deutlich entspannter an.
Diese Seite ist keine klassische „10 Dinge, die du tun musst“-Liste. Sie ist eine Orientierungsseite für alle, die das erste Mal nach Hong Kong reisen und wissen wollen, was wirklich wichtig ist, worauf man achten sollte – und was man sich sparen kann.
Zu manchen Themen findest du auf meinem Blog vertiefende Artikel – hier bekommst du den Überblick.
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Auch wenn Hong Kong politisch zu China gehört, funktioniert es im Alltag ganz anders als Mainland China.
Für Reisende ist dieser Unterschied enorm wichtig: Hong Kong hat ein eigenes Einreise- und Rechtssystem, eine eigene Währung, ein offenes Internet und andere Alltagsregeln. Viele typische „China-Themen“, auf die man sich sonst vorbereiten muss, spielen hier keine oder nur eine sehr geringe Rolle.
Du brauchst für Hong Kong kein China-Visum, westliche Apps und Webseiten funktionieren ohne Einschränkung, und Englisch ist im Alltag deutlich präsenter als in vielen chinesischen Großstädten. Gleichzeitig fühlt sich Hong Kong kulturell chinesisch an – nur eben westlicher, internationaler und strukturierter. Gerade für Erst-Asien-Reisende ist Hong Kong deshalb oft der perfekte Einstieg. Wenn dich der Unterschied aus Reisesicht genauer interessiert, lies gern hier weiter:
Hong Kong oder China – die wichtigsten Unterschiede für Reisende
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Für deutsche Staatsbürger ist Hong Kong weiterhin visumfrei: Ein gültiger Reisepass reicht für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen aus. Bei der Einreise erhältst du einen sogenannten Landing Slip (ein kleines Papier/Beleg). Den solltest du unbedingt aufbewahren, weil er bei der Ausreise wieder kontrolliert werden kann.
Wichtig zu wissen: Hong Kong hat ein eigenes Einreise- und Rechtssystem. Die Einreise nach Hong Kong ist nicht gleichzusetzen mit einer Einreise nach Mainland China.
Hong Kong liegt in der Zeitzone GMT+8 (im Winter sieben Stunden vor Deutschland, im Sommer sechs).
Amtssprachen sind Kantonesisch, Mandarin und Englisch. In der Praxis dominiert Kantonesisch, aber mit Englisch kommst du im Alltag erstaunlich weit, vor allem in Hotels, im öffentlichen Verkehr und in touristischen Gegenden.
Das Leitungswasser in Hong Kong entspricht internationalen Standards und ist grundsätzlich trinkbar. Viele Einheimische kochen es dennoch ab, nicht aus Angst, sondern aus Gewohnheit.
Öffentliche Toiletten sind heute deutlich sauberer als ihr Ruf.
Stehtoiletten gibt es noch, aber längst nicht überall. Toilettenpapier
ist meist vorhanden, trotzdem schadet ein kleines Päckchen Taschentücher unterwegs nicht.
Mini-Tipp: Hong Kong ist eine Stadt, die man schnell „zu voll“ plant. Lass bewusst Luft im Tag – sonst rennst du nur von Punkt zu Punkt und verpasst das eigentliche Stadtgefühl.
Verbeugungen gehören nicht zum Alltag. Ein lockeres Händeschütteln ist üblich, eher zurückhaltend als kräftig. Der Nachname wird zuerst
genannt, was für westliche Reisende manchmal verwirrend ist.
Hong Kong ist ein Paradies für Essen. Lautes Schmatzen oder extremes Verhalten, das man früher oft China zugeschrieben hat, ist im heutigen Stadtbild kein Normalfall mehr. In Restaurants gilt: probieren, offen sein, aber niemand erwartet, dass du alles isst oder alles magst.
Stäbchen senkrecht in Reis zu stecken gilt weiterhin als schlechtes Omen – darauf sollte man achten.
Bei Einladungen oder Geschäftsbegegnungen sind kleine Geschenke gern gesehen. Überreicht wird mit beiden Händen. Geschenke werden meist nicht sofort geöffnet, sondern später, das ist höflich.
Visitenkarten spielen im beruflichen Kontext nach wie vor eine Rolle.
Auch hier gilt: mit beiden Händen übergeben und kurz anschauen, nicht
sofort wegstecken.
Die Octopus Card ist eine wiederaufladbare Guthabenkarte, mit der du in Hong Kong fast alle öffentlichen Verkehrsmittel bezahlen kannst: MTR (U-Bahn), Busse, Straßenbahn, Fähren – sogar viele kleine Läden akzeptieren sie.
Statt jedes Mal ein Ticket zu kaufen, hältst du die Karte einfach ans Lesegerät. Das spart Zeit, besonders zu Stoßzeiten.
Was kostet die Octopus Card?
Es gibt zwei Varianten:
On-Loan Octopus Card
• 150 HKD beim Kauf
• 100 HKD Startguthaben
• 50 HKD Pfand
• Pfand bekommst du bei Rückgabe zurück
Sold Tourist Octopus
• Kein Pfand zurück
• Eher als Souvenir gedacht
Für normale Reisende reicht die klassische On-Loan-Version völlig aus.
Wo bekommt man sie?
• Direkt am Flughafen
• An jedem MTR Service-Schalter
• In vielen 7-Eleven Läden
Wenn du nur einen Tag bleibst, brauchst du sie nicht zwingend. Ab zwei Tagen lohnt sie sich fast immer. Gerade wenn du zwischen Tsim Sha Tsui, Central, Wan Chai oder Lantau unterwegs bist, ist sie deutlich entspannter als jedes Mal ein Ticket zu ziehen.
Und noch ein Punkt: Wenn dein Hotel nahe an einer MTR-Station liegt, wird die Octopus Card automatisch dein bester Freund.
Hong Kong wirkt auf der Karte klein, fühlt sich in der Realität aber riesig an. Die Wahl des Stadtteils entscheidet stark darüber, wie entspannt deine Reise wird.
Für Erstbesucher empfehle ich meist Tsim Sha Tsui – wegen der Nähe zur Promenade, zur Star Ferry und zur guten MTR-Anbindung.
Central ist moderner und teurer, Wan Chai oft etwas entspannter.
Meine Strategie bei Hotels in Hong Kong:
Wenn du dir unsicher bist, welcher Stadtteil wirklich zu dir passt (und wie du typische Anfängerfehler vermeidest),
findest du hier meine ehrliche Einschätzung:
→ Wo übernachten in Hong Kong?
Vom Victoria Peak hast du einen der bekanntesten Ausblicke auf Hong Kong. Genau deshalb ist es dort oft voll.
Die Fahrt mit der Peak Tram ist beliebt – aber Wartezeiten können lang sein. Alternativ kommst du mit Bus oder Taxi oft schneller hoch
(und hast dabei ebenfalls schöne Ausblicke).
Diese Szenerie kenne ich aus dem Film Infernal Affairs – deshalb wollte ich sie unbedingt einmal live sehen.
Wenn du den Trip machst: feste Schuhe anziehen. Bis ganz nach oben sind es 431 Stufen.
Dafür wirst du unterwegs von unzähligen Buddha-Figuren begleitet. Mit etwas Glück siehst du auch die Affen dort.
Der Kowloon Park ist eine riesige Parkanlage mitten in Tsim Sha Tsui – perfekt zum Durchatmen.
Du findest dort Gärten, die Moschee, den Bird Lake (Flamingos) und je nach Route auch den Weg zur Avenue of Comic Stars.
An heißen Tagen gibt es sogar einen Outdoor Pool. Der Eintritt in den Park ist kostenlos.
Die Avenue of Stars liegt in Tsim Sha Tsui an der Promenade – mit Blick auf den Victoria Harbour. Handabdrücke, Namen und Statuen erinnern an die Filmgeschichte Hong Kongs.
Wenn du wissen willst, wie es dort aussieht (und wie du am besten hinkommst), lies hier: Hong Kong – Avenue of Stars
Eine der simpelsten (und schönsten) Möglichkeiten, Hong Kong zu erleben, ist die Star Ferry.
Sie bringt dich in wenigen Minuten von Tsim Sha Tsui nach Central oder Wan Chai – günstig, schnell und mit bester Aussicht.
Mehr dazu findest du hier:
Hong Kong Reisetipp – Hong Kong auf dem Wasser erleben
Shoppen gehört in Hong Kong einfach dazu. Von Märkten über kleine Läden bis hin zu riesigen Malls ist alles vertreten. Feilschen ist in manchen Bereichen möglich, aber längst nicht überall nötig.
Kulinarisch lohnt es sich, Neues zu probieren. Hong Kong ist nicht „China-Küche“, sondern eine eigene Mischung mit starken kantonesischen Einflüssen.
Wenn du nicht in Touristenfallen landen willst, habe ich hier meine persönlichen Empfehlungen gesammelt:
→ Essen in Hong Kong – was sich wirklich lohnt
Beliebte Mitbringsel sind Tee, kleine Souvenirs, Gewürze oder spezielle Süßigkeiten. Vieles ist hochwertig, aber nicht unbedingt billig –
Qualität vor Quantität lohnt sich.
Für einen ersten Eindruck reichen oft 3–4 Tage, wenn du nur Stadt & Promenade machst.
Wenn du Ausflüge wie Lantau (Big Buddha) oder längere Wanderungen planst, sind 5–7 Tage entspannter.
Ja – vor allem bei Hotels. Essen kann günstig sein, wenn du lokal isst, aber Unterkünfte sind oft der größte Kostenpunkt.
Genau deshalb macht die Lage so viel aus: Ein gutes Viertel spart dir Zeit (und Nerven).
In Hotels, der MTR und touristischen Gegenden meist problemlos. In kleinen Restaurants oder auf Märkten hilft es,
entspannt zu bleiben (zeigen, lächeln, notfalls Übersetzungs-App).
In Hong Kong ja – ohne VPN. Das ist ein großer Unterschied zu Mainland China.
MTR + Octopus Card sind für die meisten Reisenden die einfachste Kombination.
Dazu gelegentlich Star Ferry – nicht nur als Transport, sondern auch als Erlebnis.

5 Kommentare
Irgendwie so fern und faszinierend, für mich (bisher) nur bekannt aus Filmen. Kann mir gar nicht richtig vorstellen, wie es wäre, dort zu wohnen …
…es ist vor allem erst einmal eines: Teuer. Ich wohne seit einem Jahr in HKG und bezahle fuer mein Apartment (ca. 30qm) 18.300 HK$. Zugegeben- das Apartment ist relativ neu- man findet sicherlich auch etwas guenstigeres- die Untergrenze duerfte so bei 15.000 HK$ liegen. Dafuer sind Bus, MTR und auch Taxi fuer deutsche Verhaeltnisse echt guenstig. Auch kann man ganz guenstig Essen gehen, wenn es denn nichts westliches sein muss. Fuer 35 bis 65 HK$ bekommt man schon eine schoene Mahlzeit. Oder man geht Pizza essen & trinkt 2 Glaeschen Wein dazu und wundert sich ueber die Rechnung von 337 HK$. Dafuer kann man dann beim Handyvertrag wieder sparen- ich habe eine 15 GB-Flat fuer 120 HK$- mein Internet zuhause (500 Mbit/s) kostet 256.
bist du derzeit immer noch in Hong Kong? Soll ja momentan etwas wild umher gehen…
Ja, die Mietpreise sind dort ja eine der teuersten der Welt, da hast du recht. Wenn ich auf Reisen gehe, esse ich meistens lokale spezialitäten ^^“ aber natürlich hast du auch hier recht, wer nicht auf westlichen Essen verzichten möchte, muss tief in die Tasche greifen. Das ist in Mainland China genauso. Westliches Essen gilt als „Luxus“.
Hi Tingting! Ja- ich lebe jetzt in HKG. Du hast Recht- hier ist es momentan alles andere als schoen. Die Gewalt auf beiden Seiten nimmt kontinuierlich zu. Du kannst ja mal auf Facebook bei ‚BeWater HK‘ und auf der Seite der South China Morning Post ein bisschen kucken… Fuer heute war eigentlich wieder eine Blockade der MTR angesagt- ich bin deswegen schon um 7 Uhr daheim weg, damit ich noch mit der MTR ins Buero komme- aber so wie es aussieht, faellt die Blockade heute wohl aus. Dafuer ist jetzt eine Aktion fuer 12 Uhr am Flughafen geplant. Alles nicht schoen.
Den Luxus des westlichen Essens brauche ich nicht oft- bin jetzt seit einem Jahr hier und war erst einmal. Asiatisches Essen wird nicht so schnell langweilig. Wenn ich nur an die vielfaeltigen Varianten denke, wie man sein Congee bestellen kann. Oder mein geliebtes DimSum- hier gehe ich oft zu Tim Ho Wan (die haben auch englische Bestellzettelchen).
Koreanisch mag ich inzwischen auch recht gerne- oder auch Indisch- die Auswahl hier in HKG ist wirklich gigantisch. Falls ich irgendwann wieder nach Deutschland ziehe, wird mir das mit Sicherheit fehlen.
Eine Prachtvolle Stadt … wie in Märchen