Tausendjährige Eier (Pidan) – alles wissenswerte über diese „faulen“ Eier

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Veröffentlicht: Aktualisiert: 49,K Aufrufe 3 Minuten Lesezeit

皮蛋 (Pidan), auf Deutsch besser bekannt als tausendjährige Eier, sind eines dieser Lebensmittel, über die im Internet extrem viel Unsinn erzählt wird. Auf TikTok sieht man Influencer, die sich ein ganzes Stück in den Mund stopfen, würgen, Grimassen schneiden und so tun, als hätten sie gerade etwas Lebensgefährliches gegessen.

Ganz ehrlich: Ich würde auch würgen, wenn ich mir ein großes Stück Blauschimmelkäse am Stück in den Mund schieben würde. So isst man tausendjährige Eier einfach nicht.
In China sind sie kein Mutproben-Food, sondern ein ganz normales Lebensmittel mit langer Tradition – und ja, mit einem sehr eigenen Geschmack.

Was sind tausendjährige Eier eigentlich?

Der deutsche Name ist irreführend und ist eine freie Bezeichnung und keine wörtliche Übersetzung vom chinesischen. Tausendjährige Eier sind natürlich keine 1000 Jahre alt. Sie reifen je nach Herstellungsverfahren nur einige Wochen bis Monate. 

Der chinesische Name 皮蛋 bedeutet wörtlich „Lederei“ und beschreibt das Aussehen ziemlich gut. Von außen sind die Eier dunkelbraun bis schwarz und leicht durchsichtig. Im Inneren ist das Eigelb grünlich-grau und cremig, während das Eiklar eine bernsteinfarbene, geleeartige Konsistenz annimmt, oft mit feinen, schneeflockenartigen Mustern.

Wie werden tausendjährige Eier hergestellt?

Die Herstellung von tausendjährigen Eiern hat nichts mit Fäulnis zu tun, sondern basiert auf einer kontrollierten chemischen Reaktion. Rohe Enteneier werden für mehrere Wochen bis Monate mit einer alkalischen Mischung ummantelt oder darin gelagert. Diese Mischung besteht unter anderem aus Kalk, verschiedenen Carbonaten, Salz und Tee. Während der Reifezeit dringen die alkalischen Stoffe langsam durch die Eierschale ins Innere des Eis ein.
Dabei verändert sich die Struktur des Eis grundlegend. Das Eigelb wird dunkel, cremig und fast streichfähig, während das Eiklar geliert und durchsichtig wird. Salz wirkt dabei konservierend, die alkalische Umgebung antibakteriell. Genau dadurch werden tausendjährige Eier lange haltbar, ohne gekocht zu werden.

Sind tausendjährige Eier gefährlich?

Kurz gesagt: Nein, solange sie korrekt hergestellt wurden.Moderne tausendjährige Eier, wie man sie im Asia-Markt kauft, unterliegen Kontrollen und sind sicher. Die Haltbarkeit entsteht durch Salz und den hohen pH-Wert, der Keime hemmt.
Viele Horrorgeschichten im Internet entstehen aus Unwissen oder absichtlich übertriebenen Social-Media-Inszenierungen.

Wie schmecken tausendjährige Eier wirklich?

Das ist die Frage, die sich fast jeder stellt. Tausendjährige Eier schmecken nicht faul.
Der Geschmack ist würzig, leicht mineralisch und hat manchmal einen etwas ammoniakartigen Geruch. Am ehesten lässt er sich mit sehr reifem Käse vergleichen.

Und genau hier liegt das Problem vieler Videos: Niemand isst ein ganzes tausendjähriges Ei auf einmal. Das wäre kulinarische Selbstsabotage.

Wie isst man tausendjährige Eier richtig?

Typisch ist eine sehr einfache Zubereitung:
    •    Das Ei wird geschält
    •    in 6 oder 8 Stücke geschnitten
    •    kalt serviert, meist mit Reisessig und etwas Sojasauce

Alternativ werden tausendjährige Eier auch warm gegessen, zum Beispiel in Reissuppe (Congee) mit Schweinefleisch oder in Kombination mit Tofu.

Ganz wichtig:
Langsam essen, kleine Stücke. Erst dann entfaltet sich der Geschmack richtig.

Wie sind tausendjährige Eier entstanden?

Eine bekannte Legende erzählt, dass sie zufällig in einem Teehaus entstanden sind. Der Wirt schüttete heißen Tee in die Asche, hielt Enten, und einige Eier blieben unbemerkt darin liegen. Als man sie später fand, sahen sie seltsam aus, rochen aber überraschend angenehm. Also probierte man sie.

Eine bekannte Legende erzählt, dass sie zufällig in einem Teehaus entstanden sind. Oft
schüttete der Teewirt restlichen Tee in die heisse Asche, da das Geschäft boomte und er schlicht keine Zeit hatte sie woanders zu entsorgen. Außerdem hatte der Teewirt einige Enten im Teehaus, diebesonders gerne ihre Eier in die Asche legten. Einige Eier blieben unbemerkt darin liegen. Als man sie später fand, sahen sie seltsam aus. Die ersten Gedanken waren, dass man die Eier
schon nicht mehr essen könne, denn die Eier waren schon schwarz verfärbt und mit einem weißen Blumenmuster verziert. Aber der Wirt fand, dass die Eier einen außergewöhnlichen Duft hatten. Zu schade sie wegzuschmeissen, probierte er davon.

Ob diese Geschichte stimmt oder nicht, weiß niemand genau – aber sie passt erstaunlich gut zu vielen traditionellen chinesischen Lebensmitteln.

Meine persönliche Meinung

Ich habe oft gehört, dass viele tausendjährige Eier eklig finden und sie deshalb nie probieren würden. Das finde ich schade, denn eigentlich ist daran nichts Ungewöhnliches, wenn man weiß, wie man sie isst.
Ich selbst bevorzuge die kalte Variante mit Reisessig und Sojasauce. Am Anfang wirken die Eier seltsam, das gebe ich zu. Aber genau so ging es mir auch mit sehr vielen Dingen, die ich nicht von klein auf kannte.

Und nein: Man muss sich kein ganzes Ei auf einmal in den Mund stopfen, um mitreden zu dürfen.

Wenn du neugierig bist, probier sie ruhig einmal – in kleinen Stücken. Bis jetzt habe ich tausendjährige Eier in jedem gut sortierten Asia-Markt gesehen.

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14 Kommentare

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Daniela 10/05/2013 - 20:25

Hallo Tingting. freut mich dich kennenzulernen. ich habe eine Frage: wie sagt man 三鲜馅饺子 auf Deutsch?
Beste Gruessen ^^

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Ting Ting 10/05/2013 - 23:16

Hallo Daniela,
freut mich auch dich kennen zu lernen :)
Uh, wie das auf Deutsch heißt. Schwere Frage. Wörtlich übersetzt heißt es:
三= 3
鲜= schmackhaft
馅= Füllung
饺子= Jiaozi, also Maultaschen
Also Maultaschen mit 3 verschiedenen schmackhaften Füllungen
Einen Deutschen Namen dafür habe ich jetzt noch nie gehört :-/

Ich hoffe ich konnte dir trotzdem irgendwie helfen.

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Nini 12/12/2014 - 01:02

Gefüllte Hefeklöße. ^^

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Carina 18/05/2013 - 08:17

Ich bin eigentlich immer offen für alles, also warum nicht? Sie sehen zwar nicht mehr aus wie Eier, schmecken auch nicht mehr so, aber tausend Jahre sind sie ja glücklicherweise doch nicht alt.
Obwohl, eigentlich mag ich keinen Käse… Mmh. Egal, sollte ich unerwarteterweise mal die Möglichkeit bekommen, davon zu kosten, würde ich nicht „nein“ sagen. :)

Und ich glaube bei Galilio war es „außergewöhnliches Essen“.

Ekelig war doch das Ei mit dem Kükenembryo drin oder? :D DAS würde ich mir dann doch nicht mehr antun. Beiße ich da so auf Knochen.. uääh. :D

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Ting Ting 19/05/2013 - 03:07

Hallo Carina :)
Find ich ja toll, dass du auch offen fuer >fast< alles bist ;)
Das mit dem Kükenembryo habe ich auch schonmal gehoert, aber zum Glueck selbst noch nie gesehen! Das soll es im glaub ich Sueden von China geben…da essen die ja allerlei komische Sachen….DAS wuerde ich auf jeden Fall auch nicht probieren :D

Mh, kann auch sein, dass es bei Galileo "außergewöhnliches Essen" war …kann mich nicht mehr so genau daran erinnern, aber von irgendwo habe ich mal gehoert, dass Pidan zum eines der ekligsten Essen gekuert wurde x)

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Uwe 19/05/2013 - 13:38

Hallo schönen Blog hast du. Tausendjährige Eier habe ich schon gegessen. Schmecken auch nicht so schlecht. Gibts in De in gutsortierten Asiashops. Man sollte diese wirklich Testen.Ich fand es nicht so schlimm. Mach weiter so LG aus Dippoldiswalde bei Dresden

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Ting Ting 21/05/2013 - 12:03

Hallo Uwe,
das freut mich, dass du deine Erfahrungen mit uns allen teilst. Ich finde immer wieder interessant, was Andere denken ^^

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Steffen 23/05/2013 - 13:43

Hallo Ting Ting ,
schöne Seite hast Du da !! Habe eine Freundin in China , im Norden , heißt übrigens auc Ting Ting ,
und habe auch schon einiges an essen probiert . Sicher sind die Pidan Eier schon etwas gewöhnungsbedürftig , zumindest beim ersten Versuch , aber wenn man sich getraut hat , hast du recht schmeckt nicht schlecht . Es gibt viele Sachen die ich nie gegessen hätte bevor ich meine Freundin kennen gelernt habe , aber mittlerweile bin ich doch sehr probierfreudig geworden .
Wo ich allerdings noch immer abstand halte sind Geflügelköpfe und die dazugehörigen Füße :-) !!
Schöne Seite , mach weiter so !
LG aus zur Zeit New Orleans Steffen

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Ting Ting 16/06/2013 - 03:20

Hallo Steffen,
danke erstmal für dein Kompliment, das hat mich sehr gefreut :) Ich habe dein Kommi leider übersehen, darum erst meine spaete Reaktion.
In China gibt es ein Sprichwort: „In deinem Leben kennst du bestimmt mindestens eine Ting Ting“. Der Name ist in China ziemlich weit verbreitet ^^“
Köpfe habe ich auch noch nie gegessen, aber Füße schon. Schmeckt eigentlich auch nicht soo übel.
In dem einem Jahr in China habe ich auch schon vieles probiert, was ich vorher noch nicht mal gesehen habe. Es ist aber immer wieder interessant.
lg nach New Orleans, wenn du denn jetzt immer noch dort bist ;)
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Frank 16/06/2013 - 03:21

Tausendjährige Eier, das war das erste was ich in China gegessen habe, einfach lecker!

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Nini 12/12/2014 - 01:05

Ich kenn die aus Thailand, dort werden die auch manchmal gegessen, da gibts dann so einen Dip zu. Irgendwas mit Fischsauce Chili und dunkler Sojasauce. Irgendwie sowas. Bisher hab ich sowas noch nicht gegessen.

Meine Mama legt sich immer Eier ein. Ich glaub da nennt man das eher Soleier, die sehen auch nicht aus wie diese hier.^^

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Tof 28/09/2015 - 06:00

Hey Ting Ting ^^
Ich bin durch einen Zufall auf deinen Blog gestoßen und wirklich begeistert. Vor allem, da du auch mal auflistest was authentische chinesische Küche ausmacht (ich bin ja meist eher im jap. Bereich unterwegs- Bento und co. ). 1000 jährige Eier würde ich sehr gern probieren, aber da es nur 6 er Packs gibt habe ich mich noch nicht rangewagt. Eigentlich schade, das sie nicht einzeln verkauft werden. Da hätte ich längst zugeschlagen.

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Ting Ting 01/10/2015 - 09:39

Hallo Tof,
ja, kann ich mir gut vorstellen, dass man nicht gleich 6Stck kaufen möchte. Bei mir damals im Aisamarkt gab es sie auch einzeln zu kaufen. Die Eier waren in „Erde“ verpackt.
Glaub aber, dass das auch eher selten ist. Vielleicht hast du aber Glück und findest sie mal irgendwo einzeln^^

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Devrim 02/03/2026 - 08:56

Guten Tag ich bin devrim bin 20 ich bin lehrling in einer massnahme zentrum und ja muss das bald in ÜK ( Überbetriblicherkurs) probieren meine oberstifte sagen es ist gar nicht gut. Ich freue mich schon das ich es probieren kann. Freundliche grüsse aus der Schweiz

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