Normalerweise stelle ich keine Spiele vor. Aber dieses hier ist so absurd putzig, dass ich damals einfach nicht anders konnte.
Tabikaeru, international auch als Travel Frog bekannt, ist ein japanisches Mobile Game der Firma Hit-Point (die auch Neko Atsume entwickelt haben – das Spiel wo man bei sich Zuhause kleine süße Kätzchen mit Futter und Spielzeugen anlockt). In dem Spiel begleitet man einen kleinen Frosch, der selbstständig auf Reisen geht und einem Postkarten nach Hause schickt.
In Asien wurde das Spiel schnell ein Gesprächsthema, weil es völlig anders funktioniert als die meisten mobilen Spiele. Es geht nicht um Level-Fortschritt, Highscores oder ständige Benachrichtigungen. Stattdessen begleitet man einfach einen kleinen Frosch auf seinen Reisen.
Tabikaeru – Unser kleiner Frosch auf Reisen
In Tabikaeru sind wir so etwas wie die „Mama“ eines kleinen Frosches. Das Spiel ist extrem ruhig. Man steuert kaum aktiv etwas. Man schaut nur ab und zu vorbei und sieht nach, was der Frosch gerade macht.
Mal sitzt er zu Hause und liest ein Buch.
Mal bastelt er.
Mal isst er.
Und irgendwann ist er einfach weg.
Dann ist er auf Reisen.
Man weiß nicht genau wohin. Man weiß nicht wie lange. Und genau das macht es irgendwie besonders. Die einzigen Hinweise, die man bekommt, sind Postkarten, die er von unterwegs schickt. Mal steht er vor einer Sehenswürdigkeit, mal sitzt er mit einer Maus zusammen auf einem Hügel. Ob das seine Freundin ist? Keine Ahnung. Man kann nur spekulieren.
Und genau dieses „Nicht-Wissen“ hat das Spiel so emotional gemacht.
Warum wurde Tabikaeru in China so gehypt?
Als das Spiel erschien, war es in China plötzlich überall. Social Media war voll von Frosch-Postkarten. Viele junge Frauen haben das Spiel gespielt und ihr „Kind“ vermisst, wenn es zu lange nicht nach Hause kam.
Der Vergleich mit einer Mutter passt tatsächlich ziemlich gut. Man bereitet Essen vor, packt Proviant ein und dann verschwindet der Frosch einfach. Man hat keine Kontrolle. Man kann ihn nicht zurückrufen. Man wartet einfach.
In einer Zeit, in der viele Spiele laut, schnell und kompetitiv sind, war Tabikaeru genau das Gegenteil: ruhig, minimalistisch, entschleunigt.
Vielleicht war genau das der Grund für den Hype.
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Wie funktioniert Tabikaeru?
Das Spielprinzip ist simpel: Man sammelt Kleeblätter (die Spielwährung), kauft davon Essen und Reiseutensilien wie Taschen oder Lampen und legt diese bereit. Der Frosch entscheidet selbst, wann er verreist und wohin.
Je nachdem, welchen Proviant man auswählt, schickt er unterschiedliche Postkarten zurück. Manchmal bringt er sogar Souvenirs mit.
Besonders spannend: Man hat keine direkte Kontrolle über seine Reisen. Man ist wirklich nur Beobachter.
Gibt es Tabikaeru auf Deutsch?
Die Originalversion ist auf Japanisch. Später erschien eine internationale Version unter dem Namen Travel Frog, die auf Englisch spielbar ist.
Man kann das Spiel auch ohne Sprachkenntnisse gut verstehen, weil es sehr intuitiv aufgebaut ist. Viel Text gibt es ohnehin nicht.
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Kann man Tabikaeru heute noch spielen?
Ja, das Spiel ist weiterhin verfügbar, auch wenn der große Social-Media-Hype inzwischen vorbei ist. Es wird noch immer heruntergeladen und hat sich zu einem kleinen Kultspiel entwickelt.
Gerade weil es kein stressiges Gameplay bietet, funktioniert es auch heute noch gut als entspannte Mini-Auszeit.

Mein persönliches Fazit
Mir gefällt Tabikaeru bis heute, weil es anders ist. Man ist nicht der Held. Man gewinnt nichts. Man kämpft nicht. Man levelt nicht.
Man wartet. Und freut sich ehrlich über eine Postkarte.
Vielleicht klingt das banal. Aber genau das hat mich damals so fasziniert. Dieses Gefühl, dass man nur zuschaut, wie jemand sein eigenes kleines Leben lebt.
Mein Frosch hieß übrigens „Pawa“. Und ich war jedes Mal gespannt, wo er wieder gelandet ist.

3 Kommentare
Haha, an diesem Spiel kommt man die Tage in China wirklich nicht vorbei. Aber gibt es das wirklich nicht auf Chinesisch?
Mh. Soweit ich weiß, gibt es das Spiel derzeit nur auf japanisch. Im Internet findet man aber viele Tutorials mit chinesischen Übersetzungen, die beim Spielen weiter helfen sollen.
Aber so beliebt, wie das Spiel in China jetzt ist, denke ich mal, dass es recht bald eine chinesische Version geben wird?
Schon möglich, aber bis dahin ist es vielleicht schon wieder out? Aber stimmt, es ist so simpel, dass es auch ohne Übersetzung geht (hat mich nur gewundert, dass es hier offensichtlich alle auf Japanisch spielen …). Ich glaube das Katzenspiel damals (hatte ich auch ;-)) gab’s allerdings auch nur auf Japanisch.