Bubble Tea gibt es in China schon seit Jahrzehnten. Wer einmal dort war, merkt schnell: Man kommt diesem Getränk kaum aus dem Weg. Egal ob in Einkaufszentren, an U-Bahn-Ausgängen oder in kleinen Läden am Straßenrand – Bubble Tea ist überall präsent und fest im Alltag verankert.
In Deutschland kennt man das Getränk meist unter dem Namen Bubble Tea, in China wird es oft auch Perlenmilchtee genannt. Gemeint ist dasselbe Kultgetränk, das dort schon lange existierte, bevor es hierzulande überhaupt bekannt wurde.
Was ist Bubble Tea eigentlich?
Bubble Tea ist im Grunde ein recht simples Getränk. Die klassische Basis besteht aus schwarzem Tee und Milch. Manchmal wird auch grüner Tee verwendet, je nach Region und Geschmack. Dazu kommen sogenannte Toppings und genau hier beginnt die riesige Vielfalt.
Die traditionellste und in China bis heute beliebteste Variante ist schwarzer Tee mit Milch und schwarzen Tapioka-Perlen. Diese Perlen bestehen aus Tapiokastärke, sind rein pflanzlich und haben selbst kaum Eigengeschmack. Sie erinnern in ihrer Konsistenz ein wenig an Fruchtgummi. Der eigentliche Geschmack steckt im Tee, die Perlen sind vor allem zum Kauen da.
Und ja: Bubble Tea macht überraschend satt. Wer das Getränk regelmäßig trinkt, merkt schnell, dass es nicht gerade figurfreundlich ist.
Welche Toppings gibt es bei Bubble Tea?
Neben den klassischen Tapioka-Perlen gibt es in China unzählige weitere Toppings. Sehr verbreitet sind zum Beispiel:
• Pudding
• Kokosnussstücke
• rote Bohnen
• Gelee-Varianten
In Deutschland tauchen oft sogenannte Boba Pops auf. Das sind kleine Kügelchen mit einer dünnen Hülle, die beim Draufbeißen platzen und Fruchtflüssigkeit freigeben. Ehrlich gesagt: nicht mein Favorit. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
Bubble Tea in Deutschland – kurzer Hype, schnelle Panik
Als ich 2012 Deutschland verließ, steckte Bubble Tea dort gerade mitten im Boom. Überall eröffneten neue Läden, es gab lange Schlangen und viel Neugier. Doch genauso schnell, wie der Hype kam, verschwand er wieder.Der Grund waren Schlagzeilen, nach denen Bubble Tea angeblich gesundheitsschädlich oder sogar krebserregend sein sollte. Später stellte sich heraus, dass diese Meldungen so nicht korrekt waren. Der Schaden war da aber bereits angerichtet. Viele Menschen tranken keinen Bubble Tea mehr, die meisten Läden gingen pleite.
Meine Familie hatte damals sogar kurz überlegt, selbst einen Bubble-Tea-Laden zu eröffnen. Rückblickend bin ich sehr froh, dass wir es nicht getan haben.
Ein „deutscher“ Bubble Tea mitten in China?
Vor kurzem habe ich eine dreiste Lüge in China entdeckt.. Ein Bubble-Tea-Laden behauptete ernsthaft, dass es Perlenmilchtee in Deutschland schon seit 1993 gebe und dass genau dieser „deutsche Bubble Tea“ dort verkauft werde.
Neugierig wie ich bin, musste ich mir den Laden natürlich genauer ansehen. Ein deutscher Milchtee? Seit 1993? Das klang schon sehr kreativ.
Mein Mann fragte die Verkäuferin dann ganz direkt, ob dieses Getränk wirklich aus Deutschland stamme. Sie nickte ohne zu zögern und sagte überzeugt: „Ja, aus Deutschland.“
Die Begeisterung vieler Chinesen für alles Deutsche ist wirklich faszinierend. Aber wenn man schon etwas erfindet, dann bitte wenigstens sauber. Auf dem Werbematerial gab es nämlich einen ziemlich offensichtlichen Fehler:
Bubble Tea selber machen – einfaches Grundrezept
Nach all dem bekommt man fast automatisch Lust auf das süße Getränk. Die gute Nachricht: Man kann ihn problemlos selbst machen, wenn man Tapioka-Perlen hat. Die bekommt man inzwischen in fast jedem Asia-Shop oder online.
Tapioka-Perlen zubereiten
Die Perlen werden nach Packungsanweisung gekocht. Ich greife meist zu schnellkochenden Tapioka-Perlen, die nach etwa fünf Minuten fertig sind. Nach dem Kochen spüle ich sie mit kaltem Wasser ab und lege sie anschließend in Zuckersirup ein.
Tee zubereiten
Der schwarze Tee sollte etwas stärker aufgebrüht werden als üblich. Ich koche ihn oft direkt mit Milch zusammen. Manche bereiten den Tee zuerst mit Wasser zu und geben die Milch später hinzu, das ist Geschmackssache.
Wer den Tee warm trinken möchte, mischt die Perlen direkt in den heißen Tee. Für die kalte Variante lässt man den Tee abkühlen oder gibt Eiswürfel hinzu. Das wars auch schon.

19 Kommentare
Eine plumpe Fälschung.
Aber – um Himmels Willen – seit wann ist Deutschland für Bubble Tea bekannt ? ich hab es jedenfalls noch nie getrunken.
Meine Ironie ist wohl nicht ganz rüber gekommen. Sorry ^^“ Natürlich habe ich das nicht ernst gemeint.
Die Chinesen mögen alles, was aus dem Ausland kommt. Darum schreibt man halt kurzehand drauf, dass das etwas „exotisches“ ausm Ausland ist.
Findest du Bubble Tea nicht interessant? Also in Deutschland habe ich 2 Mal Bubble Tea getrunken und ich fands doch ganz lecker… :mrgreen:
Ja, aber wer in China denkt denn, dass Bubble Tea aus Deutschland kommt. Schon der Name spricht dagegen. Die halten die Kunden ja für saublöd.
Ist das dieses bunte Zeug, was auch noch sauteuer ist ?
Hab ich nur gesehen. Das wird sich nicht durchsetzen.
Da trink ich nun doch lieber mal einen handgepressten Fruchtsaft.
Ja, ich denke auch, dass das keiner ernst nimmt. Man wirbt in China einfach gerne mit „exotischen“ Dingen aus dem Ausland. Und so dieses mal halt mit Bubble Tea. Bubble Tea heißt in China ja eigentlich gar nicht Bubble Tea sondern sondern 珍珠奶茶 (Perlen-Milchtee).
Durchsetzen wird es sich in Deutschland jetzt sicherlich nicht mehr, da es ja so viele negative Nachrichten darüber gab. Viele Läden sind ja schon bankrott gegangen, weil keiner mehr Bubble Tea trinken will. Dass Bubble Tea einen echten Fruchtsaft nicht toppen kann, da stimme ich dir zu ^^ Aber ab und zu trinke ich persönlich doch gerne so nen Milchtee.
Also ich habe mal Bubble tea probiert hier bei uns in Frankfurt, allerdings fand ich es wirklich nicht lecker. Vor allem diese Kügelchen. Ist ja sowieso alles Gemackssache. c:
Das gab es auch eine Zeit lang beim Mc Donalds, allerdings scheint das auch wieder vorbei zu sein… wie du bereits sagtest, das hat sich sehr schnell schlecht geredet.
Vor allem denke ich aber, dass das Produkt für die deutschen nichts war, da wir auch nicht unbedingt die Teetrinker sind. (Zumindest hatte ich diese Annahme bei uns in der Gegend machen können :D)
Stimmt, Tee ist in Deutschland ja nicht ganz sooo üblich wie in China. Aber auch mir schmeckt nicht jede Bubble Tea Sorte. Das erste Mal hatte ich einen fruchtigen Bubble Tea und der hatte mir auch gar nicht geschmeckt. Wie du schon ganz richtig sagst, Geschmäcker sind anders ^^
Vielleicht hätte ja eine andere Sorte besser geschmeckt?
Habe ich noch nie probiert, ich glaube ich bleibe bei echtem Ostfriesen-Tee…..;-)
Liebe Grüße, Ophelia
Ah schade, aber den Ostfriesentee habe ich z.B auch noch nie probiert. Wenn er so gut ist, muss ich ihn ja auch irgendwann probieren ^^
Bei uns gabs auch diesen Bubble Tea Laden Boom. Auf einmal gab es 4 Läden und jetzt gibt es keinen von denen mehr, was ich eigentlich ziemlich schade finde, weil ich es ab und zu ganz gern getrunken habe. Das „Problem“ ist halt, dass es so viele Bubble Tea Variationen gibt, eigentlich eben für jeden Geschmack etwas, aber viele probieren es nur einmal und wenn sie dann die falsche Sorte erwischt haben + irgendwelche Krebsnachrichten hören, dann kann man sich denken, warum sie wieder von der Bildfläche verschwunden sind. ^^ Deutschland ist leider noch nicht bereit für Bubble Tea :(
Oha, ich finds aber auch total schrecklich für die Besitzer, die wegen solchen falschen Nachrichten pleite gingen. Medien werden sowieso überbewertet..
Mein erster Bubble Tea war auch ein totaler Fehlgriff, aber mein Freund war damals auch dabei und hatte sich auch einen bestellt. Seins hingegen war ganz lecker…
Es ist aber leider oft so, wenn einem einmal was nicht geschmeckt hat, kommt dieser kein zweites Mal. Manche Sachen schmecken einem aber auch erst, wenn man sie öfters probiert. Ich kenne noch Dinge aus meiner Kindheit, die ich total abartig fand, aber ich jetzt total genieße xD
Hier gibt es leider keine Läden mehr, aber in Düsseldorf haben ein oder zwei überlebt. Ich trinke den „klassischen“ Bubbletea sehr gerne (Schwarztee mit Milch und Tapioka), die ganzen witzig schmeckenden Kügelchen und Geschmacksrichtungen und all das finde ich aber auch ziemlich ekelig. Ich habe mich nach der Tapioka-Empfehlung aber auch nie weiter durchprobiert, dafür ist mir das leider zu teuer :D.
Deine Entdeckung vom „deutschen“ Bubbletea ist aber auf jeden Fall witzig xD
In Düsseldorf hatte ich meinen ersten Bubble Tea probiert ^^
Hat denn dieser Laden in der Nähe vom Bahnhof/ Japanstr. überlebt?
Ja, son Bubble Tea war schon nicht billig…
Ja genau der, der ist auch noch gut besucht :3
Hehe, der Laden ist ja witzig. Seit 1993 in Deutschland… xD
Ich habe leider auch noch nie Bubble Tea getrunken, wollte es aber immer mal tun. Ich hatte mir auch mal einen Laden in Bonn ausgeguckt, doch als ich dann dort war und mich schon auf meinen Bubble Tea freute, musste ich feststellen, dass es den Laden gar nicht mehr gibt. Echt schade und vor allem ärgerlich für die Besitzer. Die Panikmache der Medien konnte ich auch nicht verstehen – Krebserregend, Erstickungsgefahr, Ungesund. Ungesund ist doch heute fast alles, was wir so in uns reinschaufeln und ersticken, kann man an so ziemlich allem. Außerdem, die Menge macht’s, nehme ich mal an. Dass man sich nicht jeden Tag zehn Becher davon gönnen sollte, ist wohl klar, aber hin und wieder, wird einen kaum umbringen. ^^
Na ja, vielleicht kehrt der Hype ja irgendwann wieder, sodass ich es endlich mal probieren kann. :D
Meine erste Erfahrung mit Pearlmilktea hatte ich in China und fand es eigentlich ganz lecker. Knapp ein Jahr später kam dann der Hype nach Deutschland (wie auch die solarbetriebenen Wackelblumen oder die geringelten Haargummis). Meine Begleiterinnen waren dagegen nicht so begeistert von dem Zeug. Allerdings haben die auch mehr zu den Sorten mit schlabberigem Fruchtfleich gegriffen – die mag ich auch nicht so. Die Tapiokaperlen dagegen schmecken und ich persönlich mag auch die Perlen, die zerplatzen (jedenfalls, wenn die Füllung lecker ist).
Hab mal versucht, es selber nachzubasteln, aber irgendwie haben meine Tapiokaperlen nicht die richtige Konsistenz erreicht. Außen fielen die auseinander und innen waren sie noch mehlig und hart. Deshalb finde ich es auch irgendwie schade, daß die Shops wieder verschwunden sind.
Hast du die Tapiokaperlen von grundauf selber gemacht? Ich kaufe manchmal fertige Kugeln vom Asiashop, die man dann aufkochen muss. Man muss sie wirklich lange kochen, weil sonst der Kern noch, wie du auch so schön sagtest, hart ist.
In Städten, wo es noch viele asiatische Studenten gibt, findet man manchmal noch einen Bubble Tea Shop. Letztes Jahr hat bei uns in Essen z.B ein neues eröffnet ^^
Nee, ich habe auch die fertigen aus dem Asiashop genommen. Wahrscheinlich habe ich sie dann nicht lange genug gekocht. Aber gibt es da irgendwie einen Trick, daß sie außen nicht schon vorher auseinanderfallen ehe der Kern weich ist?
Hier in der Innenstadt findet gerade leider ein massives Ladensterben statt – das muß sich wohl erstmal ganz allgemein erholen, bevor hier wieder solche Trendläden wie Bubble Tea oder ähnliches fußfassen. Ich hoffe aber sehr, daß sich der gut sortierte Asiashop halten wird!
Mhh.. Hast du genug Wasser verwendet? Oder zu heiß gekocht? Normalerweise sollten sie nicht so stark kaputt gehen :(
Ja, momentan ist leider überall eine schwierige Zeit.. mein lieblings Asia Shop hat vor einigen Monaten hier auch zu gemacht..
Vielleicht hängt die falsche Nachricht von Interesseverteilung im Bereich Getränke(Saft,Kaffee usw.) ab.
LG