Nara (奈良市) war von 710 bis 784 die erste dauerhafte Hauptstadt Japans. Heute ist die Stadt vor allem für zwei Dinge bekannt: ihre historischen Tempel und die rund 1.200 freilebenden Sikahirsche, die sich mitten im Stadtgebiet bewegen.
Wir haben Nara gegen Ende unserer Kansai-Reise besucht, als Tagesausflug von Osaka. Die Anfahrt ist unkompliziert und dauert je nach Startpunkt etwa 40–60 Minuten. Wenn man ohnehin in Osaka oder Kyoto unterwegs ist, lässt sich Nara sehr gut einplanen.
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Der Nara Park – Heimat der berühmten Sikahirsche
Der Nara Park liegt zentral in der Stadt und ist frei zugänglich. Hier trifft man die meisten Hirsche, sie bewegen sich zwischen Grünflächen, Tempelanlagen und Wegen ganz selbstverständlich zwischen Einheimischen und Touristen.
Sie laufen frei herum, ruhen im Schatten oder stehen mitten auf dem Gehweg. Und ja – sie kommen sehr nah.
Die Tiere gelten seit Jahrhunderten als heilig und stehen unter Schutz. Trotz ihrer Zutraulichkeit sind es Wildtiere, das sollte man nicht vergessen.
Hirsche füttern im Nara Park – was du wissen solltest
Im Park werden spezielle Hirschkekse verkauft (Shika Senbei) und kosten nur wenige Euro.
Wir waren zu fünft. Also fünf Packungen gekauft. Großer Fehler.
Kaum hält man die Kekse sichtbar in der Hand, tauchen sie auf. Erst einer. Dann drei. Dann acht. Sie stupsen, ziehen an Taschen, knabbern an Kleidung. Einer hat sogar an meiner Bluse gezogen, sodass ich kurz nicht wusste, ob ich lachen oder schreien soll.
Flüchten bringt übrigens nichts.
Wichtiger Tipp:
Beide Hände offen hochheben. Damit signalisiert man, dass man kein Futter mehr hat. Erst dann lassen sie von einem ab.
Das hätte man mir ruhig vorher sagen können.
Verbeugende Hirsche – Mythos oder echt?
Manche Hirsche senken tatsächlich mehrmals den Kopf, fast wie eine kleine Verbeugung. Angeblich haben sie sich das von den Menschen abgeschaut.
Ob das stimmt oder einfach konditioniertes Verhalten ist, sei dahingestellt.
Aber es funktioniert. Viele Touristen geben genau in diesem Moment einen Keks.
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Mehr als nur Hirsche – Sehenswürdigkeiten rund um den Nara Park
Was Nara besonders macht: Alles liegt sehr nah beieinander. Vom Park aus erreichst du mehrere der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Japans zu Fuß.
🏯 Todai-ji Tempel
Im nördlichen Teil des Parks befindet sich der Todai-ji Tempel mit seiner riesigen Holzhalle. Im Inneren steht die 15 Meter hohe Bronze-Buddha-Statue – eine der größten ihrer Art in Japan.
Wenn du kurz Abstand von den Hirschen brauchst: Hier sind sie nicht erlaubt.
⛩ Kasuga-Taisha Schrein
Berühmt für seine hunderten Stein- und Bronzelaternen. Zwei Mal im Jahr werden sie vollständig beleuchtet – dann muss es dort magisch aussehen. Wir sind nur daran vorbeigelaufen, aber allein der Weg dorthin durch den Wald ist sehenswert.
🏮 Kofuku-ji Tempel
Mit seiner fünfstöckigen Pagode gehört er zu den Wahrzeichen Naras. Besonders fotogen, vor allem im Zusammenspiel mit dem Park.
🌿 Isuien & Yoshikien Garten
Wer Ruhe sucht: klassische japanische Gartenanlagen mit Teich, Brücken und viel Grün – nur wenige Minuten vom Trubel entfernt.
Lohnt sich Nara als Tagesausflug?
Ja – wenn man weiß, was einen erwartet.
Nara ist kein Ort für
Skyline-Fotos oder Shopping. Es ist ruhig, historisch geprägt und lebt
stark von diesem besonderen Zusammenspiel zwischen Stadt und Tieren.
Ein halber Tag reicht aus.
Ein ganzer Tag ist entspannt.
Mehr braucht man meiner Meinung nach nicht.
Und ja, trotz Mini-Panikmoment würde ich wieder hingehen. Aber diesmal mit einer halben Packung Kekse.

12 Kommentare
lach, super artikel.
weiss gerade nicht wen ich puzziger finde, dich oder die in dich soo verliebte sika- hirschkuh. die verteilung deiner kekse war wohl etwas naja, eilig, in grossen stücken, he, he, aber doch elegant. von panik keine spur. könnte mir vorstellen dass dein auftritt noch länger gesprächsthema war. aber ich hätte auch nicht gewusst wie ich mich verhalten soll, beine in die hände nehmen, oder hände hoch ?
lg, dieter :-)
In mich verliebt? Eher in die Kekse? Nachdem das Futter weg war, war ich denen sowas von egal, lach.
Am Anfang wollte ich die Kekse etwas zerkleinern, aber die Hirsche kamen so schnell angerannt, so schnell konnte ich gar nicht gucken. Die standen nämlich schon neben dem Keksstand und warteten wohl nur darauf anzugreifen :D
Wenn ich aber irgendwann nochmal die Chance haben sollte dorthin zu reisen, weiss ich, wie ich es angehen muss, hehe^^
Oh, da war ich auch schon – eines der Highlights meiner Japanreise. Und das Beste: die nehmen tatsächlich den Zebrastreifen um über die Straße zu kommen und standen beim Eismann in der Schlange mitten unter den Leuten. Die sind einfach großartig!
Ich habe gerade deinen Bericht über den Fushimi Inari Schrein gelesen. Haben ja dann fast die selben Orte abgeklappert ^^
Vor den Hirschen hätte ich Respekt :D Von Japan kenne ich noch gar nichts, daher super mal einen Beitrag zu lesen, der nicht über die klassischen Touristenort geht.
Bisher hat mich Japan ja nicht so arg fasziniert, aber sollte ich doch mal hinfliegen, muss ich diese Hirsche besuchen! Die sind ja putzig :) Ich kenn solche Attacken von Ziegen auf Guadeloupe, die hüpfen über die Zäune auch wenn sie was zu Fressen wittern. Lg Barbara von Reisepsycho
Ich war noch nie in Japan aber deinen Beitrag fand ich sehr interessant. Es ist immer schön etwas über andere Länder und Städte zu lesen, in denen man noch nie war oder auch vielleicht gar nicht hinkommt. Das mit der Verbeugung der Sika Kühe ist ja echt niedlich :-)
Liebe Grüße
Melanie von https://www.lovingcarli.com
Hey,
das muss man aber auch erst einmal wissen, dass man dann die Hände hochheben soll :) Das ist sicher ein Highlight in Japan!
LG Steffi
Wow, da will ich hin! Bislang stand Japan nicht auf meiner Bucketlist, allerdings habe ich in letzter Zeit immer wieder tolles von Japan gelesen, wie jetzt auch deinen Artikel. Danke für die schönen Eindrücke und tollen Bilder!
Liebe Grüße
Isa von lustloszugehen
Ich habe bisher noch nie von Nara gehört, aber dein Beitrag hat mich wirklich total neugierig gemacht. Danke! :-)
Sehr schön geschriebener Artikel. Als ich vor 4 Jahren in Japan für 3 Monate war, bin ich auch für kurze Zeit in Nara gewesen. Absolut beeindruckend und schön. Mit all den Kulturellen Stätten, Big Buddha usw ein absolutes Muss für eine Japan-Reise. Und die niedlichen zutraulichen Hirsche, die auch in die Geschäfte reinlaufen, sind natürlich der Hammer. Schon alleine wegen Nara werde ich sicher ein weiteres Mal nach Japan reisen. Dir noch viele tolle Reise-Erlebnisse
Hallo Ralf,
vielen Dank für deinen Kommentar ^^
Ich mag generell Japan sehr. Aber Nara war schon wirklich sehr besonders mit den niedlichen Hirschen ?