Reis kochen wie beim Chinesen auch ohne Reiskocher

by Avatar-FotoTing Ting
Veröffentlicht: Aktualisiert: 23,9K Aufrufe 3 Minuten Lesezeit

In einem chinesischen Haushalt gehört ein Reiskocher so selbstverständlich dazu wie bei vielen Deutschen die Kaffeemaschine. Reis ist kein Beilagen-Extra, sondern tägliche Basis. Morgens vielleicht Congee, mittags Reis mit Gemüse, abends wieder eine Schüssel dampfender, weißer Jasminreis.

In deutschen Küchen steht dagegen oft kein Reiskocher. Viele kochen Reis nur gelegentlich und wundern sich dann, warum er entweder matschig, klebrig oder trocken wird. Dabei ist perfekter Reis kein Hexenwerk.

Ich zeige dir hier, wie du Reis wie beim Chinesen kochst, im ganz normalen Topf. Ohne Spezialgeräte. Ohne Schnickschnack. Aber mit dem richtigen Gefühl und ein paar wichtigen Details, die den Unterschied machen.


Warum chinesischer Reis anders schmeckt

Wenn man in Deutschland Reis kocht, kommt fast automatisch Salz ins Wasser. Manchmal auch Öl oder sogar Brühe. In China macht man das nicht.

Weißer Reis wird dort ganz bewusst neutral gekocht. Kein Salz, kein Pfeffer, keine Gewürze. Nur Reis und Wasser. Warum?

Weil der Reis nicht im Mittelpunkt steht, sondern die Gerichte drumherum. Fleisch, Gemüse, Soßen, all das bringt Geschmack. Der Reis gleicht aus, nimmt Soße auf und sorgt für Balance.

Wenn du also willst, dass dein Reis wirklich „wie im China-Restaurant“ schmeckt, dann fang damit an, ihn nicht zu würzen. Das fühlt sich am Anfang ungewohnt an, aber genau so wird er traditionell zubereitet.

Welche Reissorte eignet sich für chinesische Gerichte?

Für die chinesische Küche wird überwiegend Langkornreis verwendet, besonders Jasminreis.
Ich persönlich kaufe meistens große 15–20 kg Säcke Jasminreis im Asia-Shop. Das lohnt sich, wenn man fast täglich Reis isst. Für einen normalen Haushalt sind kleinere Packungen natürlich praktischer.

Alternativen sind:
    •    Basmati (etwas trockener, weniger aromatisch)
    •    Milchreis (nur bedingt geeignet)
    •    Rundkornreis (nicht ideal für klassische chinesische Gerichte)

Wichtig: Bitte keinen Klebereis verwenden. Klebereis ist für spezielle Gerichte wie Zongzi oder Desserts gedacht – nicht für den alltäglichen weißen Reis.

Wenn du unsicher bist: Mit Jasminreis kannst du nichts falsch machen. 

Persönliche Empfehlung: Ich habe mich in Deutschland schon durch verschiede Marken durchprobiert, egal ob von Reishunger oder Eigenmarken von Edeka, Kaufland, Rewe, etc. Mir persönlich schmecken doch immer noch die vom Asiamarkt am besten, z.B Jasminreis von Royal Thai Rice oder Royal Tiger.  

Reis richtig waschen – der wichtigste Schritt

Viele überspringen diesen Schritt. Und genau das ist oft der Grund, warum der Reis später matschig oder klebrig wird. Reis muss gewaschen werden.

Warum? Weil sich auf der Oberfläche Stärke befindet. Diese Stärke sorgt beim Kochen dafür, dass die Körner stärker aneinanderkleben.

So geht es richtig:
    1.    Reis in eine Schüssel oder direkt in den Topf geben.
    2.    Kaltes Wasser hinzufügen.
    3.    Mit der Hand oder einem Löffel umrühren.
    4.    Das Wasser wird milchig.
    5.    Wasser abgießen.
    6.    Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen.

Du musst ihn nicht zehnmal waschen, aber zwei bis drei Durchgänge machen einen deutlichen Unterschied. Der Reis wird später lockerer und bekommt diese typische, leicht getrennte Körnung, die man aus chinesischen Restaurants kennt.


Das perfekte Reis-Wasser-Verhältnis

Das ist die häufigste Frage: Wie viel Wasser braucht man? In chinesischen Haushalten misst man oft nicht mit Bechern, sondern mit Gefühl. Und mit der sogenannten Finger-Methode.

So funktioniert sie:
    •    Reis in den Topf geben.
    •    Wasser hinzufügen.
    •    Den Zeigefinger senkrecht auf den Reis stellen.
    •    Das Wasser sollte bis knapp über den ersten Fingerknöchel reichen (ca. 2 cm).

Das ist erstaunlich zuverlässig. Wer es lieber exakt mag, kann sich am Verhältnis 1:1,2 orientieren.
Also zum Beispiel: 1 Becher Reis → 1,2 Becher Wasser

Magst du den Reis etwas weicher, kannst du minimal mehr Wasser nehmen. Lieber trockener? Dann etwas weniger. Aber bitte nicht ständig während des Kochens nachjustieren. Das ruiniert das Ergebnis.

Reis im Topf kochen – Schritt für Schritt

Jetzt kommt der eigentliche Kochvorgang.
    1.    Gewaschenen Reis mit dem passenden Wasser in einen Topf geben.
    2.    Deckel drauf.
    3.    Herd auf höchste Stufe stellen.
    4.    Warten, bis das Wasser kräftig kocht.
    5.    Hitze sofort stark reduzieren.
    6.    Ca. 15 Minuten sanft köcheln lassen.
    7.    Deckel nicht öffnen.
    8.    Nicht umrühren.

Das ist wichtig. Sobald das Wasser verkocht ist, schaltest du den Herd komplett aus. Lass den Reis noch 5–10 Minuten im geschlossenen Topf stehen. Er quillt nach und wird perfekt durch. Erst danach mit einem Löffel oder einer Gabel vorsichtig auflockern.

Du wirst merken: Wenn alles stimmt, klebt er nicht als Block zusammen, sondern bleibt locker, aber dennoch leicht haftend, so wie es sein soll.

Häufige Fehler beim Reis kochen

Wenn dein Reis nicht gelingt, liegt es meistens an einem dieser Punkte:
Zu viel Wasser → matschig
Zu wenig Wasser → hart
Deckel zwischendurch geöffnet → ungleichmäßig gegart
Zu hohe Hitze → unten angebrannt
Reis nicht gewaschen → klebrig
Und der Klassiker: ständig umrühren.
Das ist nicht nötig und zerstört die Struktur.

Warum Reis in China nicht gesalzen wird

Das ist ein Punkt, der viele überrascht. In der chinesischen Esskultur steht Harmonie im Vordergrund. Reis dient als Ausgleich zu würzigen, salzigen oder scharfen Speisen. Wenn du ihn salzt, verändert sich diese Balance.

Natürlich darfst du ihn so zubereiten, wie es dir schmeckt. Aber wenn du wirklich authentischen Reis willst, lass das Salz weg.

Lohnt sich ein Reiskocher?

Wenn du nur einmal im Monat Reis kochst, wahrscheinlich nicht. Wenn du jedoch regelmäßig Reis isst, dann ist ein Reiskocher eine enorme Erleichterung. Du gibst Reis und Wasser hinein, drückst einen Knopf – fertig.

Kein Anbrennen.
Kein Kontrollieren.
Keine Sorge, dass er kalt wird.

Moderne Geräte halten den Reis automatisch warm und eignen sich sogar für:
    •    Baozi dämpfen
    •    Congee kochen
    •    Suppen
    •    Gedämpftes Gemüse
    •    Teilweise sogar Kuchen

Ich persönlich finde: Wer oft Reis isst, spart damit Zeit und Nerven. Aber: Für perfekten Reis brauchst du ihn nicht zwingend.

Warum Reis im China-Restaurant oft besser schmeckt

Viele denken, Restaurants hätten „geheime Tricks“. In Wahrheit sind es drei Dinge:
    1.    Gute Reissorte
    2.    Richtiges Waschen
    3.    Konstante Hitze

Großküchen arbeiten fast immer mit hochwertigen Reiskochern, die Temperatur und Feuchtigkeit exakt kontrollieren. Zu Hause kannst du mit etwas Übung fast dasselbe Ergebnis erreichen.



Persönliche Erfahrung

Ich bin mit täglichem Reis aufgewachsen. Für mich war es völlig normal, dass immer ein Topf Reis in der Küche stand. Als ich später deutsche Freunde besuchte, war ich überrascht, wie kompliziert Reis in der deutschen Küche oft behandelt wird. Abmessen, würzen, umrühren, experimentieren. Dabei ist er eigentlich simpel.

Reis braucht nur Geduld, Ruhe – und dass man ihn in Ruhe lässt. Wenn du die Grundregeln beachtest, gelingt er zuverlässig.


FAQ – Häufige Fragen

Warum wird mein Reis klebrig?
Meistens wurde er nicht gründlich genug gewaschen oder es war zu viel Wasser im Topf.

Wie lange muss Reis kochen?
Etwa 15 Minuten bei niedriger Hitze plus 5–10 Minuten Nachquellen.

Kann man Reis im Topf genauso gut wie im Reiskocher kochen?
Ja. Ein Reiskocher macht es nur bequemer.

Muss man Reis salzen?
Für authentische chinesische Zubereitung: nein.

Wie bekomme ich Reis fluffig?
Richtig waschen, nicht umrühren und nach dem Kochen auflockern.


Fazit

Perfekter Reis ist kein Geheimnis.

Er besteht aus:
    •    guter Reissorte
    •    gründlichem Waschen
    •    richtigem Wasser-Verhältnis
    •    Geduld

Du brauchst keinen Reiskocher, keine Gewürze, keine komplizierten Techniken.

Nur Reis. Wasser. Und ein bisschen Vertrauen in den Prozess. Wenn du das ein paar Mal ausprobierst, wirst du merken: Es ist einfacher, als man denkt.

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Reis kochen ohne Reiskocher – zum Ausdrucken

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ZUBEREITUNG

  • Reis waschen
    • 2-3 Waschgänge um die Stärke und den Schmutz zu entfernen.
  • Reis in einen Antihaftbeschichteten Topf mit Deckel geben.
  • Mit Wasser auffüllen (Verhältnis 1 zu 1,2).
    • Reis nicht würzen
  • Topf auf den Herd geben und auf die höchste Stufe aufkochen lassen
  • Sobald das Wasser brodelt den Herd auf kleine Flamme herunter schalten
    • währenddessen den Deckel auf keinen Fall öffnen! Rühren ist nicht notwendig.
  • 10-15 Minuten vor sich hin köcheln lassen.
  • Danach den Herd abschalten und den Reis für einige Minuten weiter aufquellen lassen.


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15 Kommentare

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Udo 04/10/2018 - 22:28

Interessant…..also daß man den Reis vor dem Kochen waschen muß ist mir ganz neu. Kommt der nicht gewaschen aus der Fabrik in den Beutel? Ich muß gestehen, hab noch nie das Verhältnis Reis zu Wasser hinbekommen. Bei mir ist der Reis entweder fertig und schwimmt im Wasser oder das Wasser ist weg der Reis aber noch nicht ganz durch. Daher hab ich solche Mischungen aufgegeben. Außerdem hatte ich bei den Versuchen immer das Problem, daß der Reis am Topf-Boden geklebt ist, ein Teil davon auch nicht mehr zu lösen war und somit für den Ausguß in der Spüle. Und da ich von Natur aus nicht gerne leckeren Reis verschwende, hier mein Rezept für leckeren Reis:
Ich nehme Thailändischen Duftreis aus dem Asia-Shop. Laut dem Inhaber die Premium-Marke aus Thailand. Dann koche ich einen Topf mit viel Wasser und ein paar Körnern Salz. Das Salz ist nicht für den Geschmack (dafür ist es viel zu wenig), sondern weil es den Siedepunkt des Wassers in einen Siedebereich verwandelt und somit heißer wird. Wenn das Wasser kocht, drehe ich nur ein wenig zurück damit es noch gut weiter kocht. Anschließend werfe ich den ungewaschenen Reis direkt aus der Verpackung in das kochende Wasser. Am Anfang muß man noch ein bischen umrühren, da der Reis sonst am Topf-Boden festklebt. Nach ein, zwei Minuten schwimmt der Reis und nichts klebt mehr fest. Nach 15 Minuten ist er fertig und ich schütte den Topf durch ein feines Edelstahlsieb. Habe ich vorher gut gerührt, ist nicht ein Reiskorn im Topf zurück geblieben.

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Ting Ting 07/10/2018 - 00:07

Vielen Dank für dein Kommentar und dein Rezept :) Das ist ja interessant. Meine polnische Freundin kocht den Reis auch so wie du. Ich persönlich habe es so noch nicht ausprobiert. Müsste ich mal ausprobieren, ob der Reis dann anders schmeckt. In China bereitet man den Reis meistens mit der Aufquellmethode zu und nicht durch richtiges Kochen.
Das weiß ich leider auch nicht, ob die vorher gewaschen werden, oder nicht. Das Waschen dient aber nicht nur zur Säuberung, sondern auch damit sich die Stärke etwas ablöst. Dann ist der Reis später nicht mehr so klebrig/matschig.
Ja, wenn man keinen antihaftbeschichteten Topf hat und man nicht aufpasst, klebt der Reis sehr einfach unten an. Das hatte ich früher auch schon einige male. Da musste ich die Kruste immer einige Stunden einweichen lassen, bis es sich abwaschen lässt.
Hat man einen antihaftbeschichteten Topf und achtet auf die Zeit, sollte eigentlich nichts mehr kleben bleiben.

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Nini 12/01/2019 - 01:12

Hallo Ting Ting, ich finde deinen Blog sehr interessant. Ich habe eine Frage. Wenn ich den Yasminreis nehme, kleben aber die Reiskörner nicht zusammen. Wie esse ich den Reis dann mit Stäbchen? Oder mache ich was falsch? Liebe Grüße, Nini

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Ting Ting 14/01/2019 - 18:32

Hallo Nini,
der Reis klebt gar nicht? Ich weiß ja leider nicht, wie du den Reis kochst. Von daher kann ich dir auch nicht sagen, was du evtl. falsch machst :-/
Hier ein Video, wie eine Dame Reis isst. Weiß nicht, ob dir das weiter hilft ^^“ https://www.youtube.com/watch?v=XhhDpduiups

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Jing 09/12/2018 - 18:38

Hallo Ting Ting
ich verfolge deinen Blog schon länger und finde deine Themenauswahl immer sehr interessant :)
Meine Eltern sind auch aus China, bin aber genauso wie du in Deutschland aufgewachsen. Den Reis koche ich genau so, wie du es beschrieben hast, aber halt im Reiskocher :D (für mich in der Küche nicht wegzudenken). Ich finde es auch immer witzig, wenn meine deutschen Freunde mich ganz schockiert angucken, wenn ich sage, dass ich den Reis nicht salze lol
Den Reis aus dem Asiamarkt sollte man auf jeden Fall waschen. Die sind in der Regel vorher nicht gewaschen. Der Reis aus den deutschen Supermärkten sind meistens vorher mit Wasser poliert. Aber mit dem Waschen macht man auf jeden Fall nix falsches.

LG JING

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Ting Ting 02/01/2019 - 16:45

Hallo Jing,
das freut mich :) Und vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrung!
Jaa, das mit dem Salzen kenne ich nur all zu gut ^^

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Daniel 04/07/2019 - 06:22

Hallo Ting Ting,

finde deine Seite super. Meine Verlobte Mengting (auch Ting Ting genannt :-)) und ich kochen sehr gerne (geb. Shanghai), Vorliebe für Original Sichuan Küche. Deine Rezepte sind toll.

Hoffe auch, dass sich original Rezepte mehr und mehr durchsetzen. Früher dachte ich auch, „Chinesisch“ zu essen bei typischen „Asia – Mix – Lokalen“ in der Nähe von Wien, wo irgendeine Mischung aus angeblichen China, Japan, Korean und Thai Gerichten serviert wird. Hab mich früher gefragt, wie bei diesen meist fetten Essen die Menschen in China nicht übergewichtig wie typische US Amerikaner werden.

Werden in Kürze eine längere Zeit in Shanghai, Beijing und Teilen von Sichuan bleiben. Nach der letzten Reise nach Hong Kong diesen März hoffe ich auch weitere gute Rezepte mitnehmen zu können.

PS: Hubei bzw. Wuhan hat auch tolle Rezepte. :)

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Ting Ting 07/07/2019 - 11:34

Hallo Daniel,
vielen Dank, das freut mich :)
Ja, für viele ist die authentisch chinesische Küche leider noch total unbekannt. Wenn die wüssten, wie lecker und vielfältig das Essen dort ist…
Ich wünsche dir jedenfalls eine gute Reise und eine schöne Zeit dort :) Bin ganz neidisch, bei mir ist das schon wieder über ein Jahr her, dass ich das letzte mal in China war ^^“

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Daniel 12/07/2019 - 09:23

Haha, heute machen wir am Abend Hot Pot, kann ich dir Bilder schicken. :-)

Habe gerade entdeckt, dass mehr als nur Rezepte auf deiner Homepage zu finden sind. Wirklich tolle Seite.

Ja die Reise wird toll. :) Aus welche Region stammst du?

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Ting Ting 16/07/2019 - 10:59

Hot Pot hatten wir vor kurzem auch erst. Bei dem jetzigen kalten Wetter passt es ja wieder ^^“
Meine Eltern kommen aus der Provinz Zhejiang. Qing Tian, um genau zu sein ;) https://tingtingsnest.com/qingtian-%e9%9d%92%e7%94%b0/

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Silvia 20/04/2020 - 17:16

Servus Ting Ting,
als ich mit (Reis-)Kochen anfing, gab es ausschliesslich Rundkornreis, Mittelkornreis und Langkornreis zu kaufen. Meine Mama hat mir damals beigebracht, den Reis vorher im Sieb zu waschen, ihn in wenig Öl anzuschwitzen um ihn dann mit Wasser aufzugiessen und kurz aufzukochent. Ausdämpfen durfte er dann zugedeckt im Bett unter der Tuchent. So wurde er auch warm gehalten. Je nach Reissorte wurde die anderthalbfache bzw. die doppelte Menge an Wasser verwendet.
Wir Mädchen wurden angehalten, darauf zu achten, dass der Reis beim Aufkochen nicht anbrennt. Es gab damals ja noch keine beschichteten Töpfe und es war eine Schande wenn man keinen Reis zubereien konnte. :-).
Heute bereite ich meinen Reis auch im Reiskocher zu, gewaschen wird er auf jeden Fall, denn die Kartons, in welchen er verpackt ist bestehen aus Altpapier. Es sind also auch Hygienegründe.

Deinen Blog mag ich sehr, ich finde immer wieder interessante Beiträge. Danke dafür!
LG Silvia

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Alex 10/01/2023 - 11:26

Hallo,
ich habe mich genau an Deine Anleitung (waschen, kochen ohne Reiskocher mit der „Knöchelmethode“, ohne Salz) gehalten und ich kann sagen: PERFEKT!
Der Reis war auf den Punkt!
Dazu gab es Ente süß-sauer und ich konnte alles mit Stäbchen essen ;-)
Vielen Dank!
Ab jetzt koche ich Reis nur noch so!

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Yashar 17/02/2023 - 23:33

Boah euer Ernst? So macht ihr Reis? Also vorne weg ich liebe asiatische Küche, aber der Reis ist echt nicht lecker mit dieser Methode. Ihr verpasst was…
Ich komme aus dem Iran und der Reis den wir zubereiten ist so geschmackvoll, dass er eigentlich keine beilage brauch. Auch in Indien ist der Reis sehr lecker und aromatisch. Von daher erstmal sorry für die Kritik, aber so wie ihr Reis zubereitet ist das einfach nicht lecker.

Zunächst mal wird der Reis ebenfalls gewaschen. Allerdings nehmen wir lauwarmes/warmes Wasser. Auf keinen Fall kaltes Wasser! Dazu geben wir Salz, um den Reis zu säubern und schneller die Stärke rauszuwaschen. Das ganze lassen wir für ein bis zwei Stunden stehen. Anschließend wird der Reis mehrfach ausgespült. Bereits jetzt hat der Reis ein gewisses Aroma, was ich an dieser Stelle nicht beschreiben kann.

Wir nehmen einen Topf, setzen Wasser auf und bringen das zum Kochen. Sobald das Wasser kocht, drei Teelöffel Salz hinzugeben und anschließend den Reis hinzu. Das ganze wird dann 2-3 Minuten gekocht, bis die ersten Reiskörner an die Oberfläche sprudeln. Am besten ein paar Körner rausnehmen und kontrollieren, ob diese noch biss haben. Wichtig, der Reis darf nicht zu weich sein. Hat der Reis die richtige Konsistenz, den Reis in einem Sieb rausnehmen. Einen weiteren Topf nehmen, ein wenig Öl in den Topf und auf den Herd auf niedrige Stufe stellen. Reis hinzugeben, den Deckel mit einem Küchentuch bedecken, damit der Topf abgedichtet ist und der Reis im Dampf fertig garen kann. In meiner Heimat schneiden wir noch Kartoffeln in gleich grosse Scheiben und legen das als Boden aus und dann darüber den Reis. Jetzt für 1-1.5 dampfen lassen. Fertig ist der Reis, sobald Dampf am Deckelrand austritt. Dieser Duft vom fertigen Reis ist so lecker. Leider habe ich diese Aromen nie bei der asiatischen Küche. Ich finde dass der Reis immer fad ist. Meine chinesische Freundin macht den Reis nur noch auf meine beschriebene Methode und ist der gleichen Meinung. Probiert es mal aus.

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Linda 20/02/2023 - 20:02

Lieber Yashar, es mag ja sein, dass der Reis mit der von dir beschriebenen Methode lecker ist. Geschmäcker sind verschieden. Wenn ich asiatische Gerichte esse, möchte ich aber einen milden Reis, der nur nach Reis schmeckt. Kein Salz, kein Öl, keine Kartoffeln und sonst auch nichts. Ich möchte den puren, milden Reisgeschmack. Deine Geschmacksnerven sind offenbar nicht so sensibel wie meine, denn du beschreibst den Geschmack von asiatisch zubereitetem Reis als „fad“. Wenn man sensible Geschmacksnerven hat, dann ist der Reis überhaupt nicht fad, sondern hat viele sehr feine Aromen.

Du hast geschrieben: „der Reis den wir zubereiten ist so geschmackvoll, dass er eigentlich keine beilage brauch“
Genau so ist es. Den Reis kann man ohne Beilage essen. Weil er so viel Geschmack hat. Aber wenn man asiatische Gericht isst, dann braucht man einen Reis, der nicht viel Geschmack hat. Er muss schön mild und ganz dezent schmecken. Nur so kommen die Aromen der anderen Gerichte und Beilagen zur Geltung. Wenn man da einen Reis nehmen würde, der mit Salz und Öl gekocht wurde, wäre der Geschmack viel zu intensiv. Also halten wir fest: Dir persönlich schmeckt Reis besser, wenn er iranisch zubereitet wird. Den meisten Asiaten und vielen anderen Menschen schmeckt der Reis besser, wenn er asiatisch zubereitet wird. Das ist völlig ok, denn Geschmäcker sind verschieden.
Liebe Grüße,
Linda

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Ting Ting 04/03/2023 - 14:02

Hallo Yashar,
danke für deinen Kommentar und deine Empfehlung. Ich kenne den Reis, den du beschreibst. Eine Freundin von mir macht den auch so ähnlich wie du. Ich finde es auch sehr lecker, aber man kann beides so nicht miteinander vergleichen. Es sind zwei ganz verschiedene Küchen und dienen nicht dem selben Zweck.

Ich würde z.B auch keinen gebratenen Reis als Beilage Reis nehmen, obwohl ich den auch lecker finde.

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