Wer noch nie einen Sommer in Ningbo erlebt hat, kann sich kaum vorstellen, wie sich 40 Grad bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit anfühlen. Es ist nicht einfach nur heiß. Es ist diese Art von Hitze, bei der man nach drei Minuten draußen das Gefühl hat, man würde langsam schmelzen. Atmen fällt schwer, die Kleidung klebt, und selbst im Schatten ist es kaum auszuhalten.
Und trotzdem läuft draußen alles ganz normal weiter.
Was mich im Sommer in China immer wieder fasziniert, ist nicht nur die Hitze – sondern wie sich Menschen trotz dieser Temperaturen kleiden.
Weniger Haut als man denkt
Man würde vielleicht erwarten, dass bei 40 Grad alle möglichst wenig Stoff tragen. Aber genau das ist oft nicht der Fall.
Sehr tiefe Ausschnitte sind hier nicht gern gesehen. Ein normales Sommertop, das in Deutschland niemanden interessieren würde, kann in China schnell auffallen. Ich habe das selbst erlebt. Nicht dramatisch – aber diese Blicke merkt man.
Gleichzeitig sind kurze Röcke oder Shorts völlig normal. Sehr kurz sogar. Diese Kombination wirkt für viele Außenstehende widersprüchlich. Beine sind okay. Dekolleté eher nicht.
Die Regeln sind einfach anders verteilt.
Stoffe, Farben und Schnitte
Was im Sommer in China besonders auffällt, sind die Materialien. Viel Chiffon, leichte Baumwolle, weite Schnitte. Locker fallende Kleider sind extrem beliebt, oft mit floralen Mustern oder Pastelltönen.
Während man in Deutschland im Sommer oft Jeansshorts und Tanktops sieht, dominieren hier luftige Kleider, weite Blusen und Sonnenschirme. Ja, Sonnenschirme gehören für viele Frauen ganz selbstverständlich dazu, nicht nur als Hitzeschutz, sondern auch um die Haut hell zu halten.
Was man im Hochsommer allerdings kaum sieht: enge Jeans. Das wäre schlicht zu warm.
Online shoppen statt feilschen
Ich selbst kaufe Kleidung in China fast nur online. Nicht, weil es keine Geschäfte gibt, im Gegenteil. Aber Feilschen liegt mir überhaupt nicht. Und in kleineren Läden hat man als Ausländerin schnell das Gefühl, mehr zu zahlen als andere.
Online ist es entspannter. Die Auswahl ist riesig, die Preise oft niedrig. Allerdings sieht auf Bildern vieles besser aus als in Wirklichkeit. Ein Shirt, das auf dem Model perfekt sitzt, kann in echt plötzlich ganz anders fallen. Das habe ich leider auch schon öfter erlebt.
Sommermode in China bedeutet also nicht nur Hitze, sondern auch Experimentierfreude, mit Farben, Schnitten und Trends.
Und manchmal auch kleine Enttäuschungen beim Auspacken.

4 Kommentare
Ich finde das Oberteil schön.
Überhaupt ist die asiatische Mode femininer. Aber ich befürchte,
das sind alles Kindergrößen. Wenn selbst du schon Probleme mit den Größen hast, wird das für die europäische Durchschnittsfrau
fürchterlich, auch wenn ich Mädels kenne, die Gyaru oder Lolita-Mode in Asien einkaufen.
LG Maricel
Hallo Ting-Ting,
der blaue Jeansrock finde ich zeitlos modern. Den kann Frau eigentlich immer tragen. Der kurze Braune ist mehr für zierliche Frauen. Aber du hast ja das Glück, so eine Figur zu besitzen. :-)
Deine Bluse gefäält mir sehr. Allerdings ohne den „Tüll“. Ich finde der past nicht dazu. Der „Tüll“ ist etwas zu altbacken. Du kannst ja mal schreiben, was dir dann, als du es hattes, nicht gefallen hat?
Ich sah leider nicht ganz so zierlich aus, wie das Model aus dem Bild. Außerdem fand ich den Stoff jetzt nicht so schön. Da das Shirt eine Einheitsgröße war, sah ich darin leider etwas gequetscht aus. Also es ist für mich etwas zu klein das Shirt, bzw. auch viel zu kurz T.T
Hallo Ting-Ting das überrascht mich nun doch. Denn du bist wirklich zierlich mit femininer Silhouette, also das, nach dem Männer hinterherschauen. Gar kein Vergleich zu unseren Germaninnen. Für deren Walkürenfigur findet sich dann in den chin. Onlinekatalogen tatsächlich nichts kleidsames. :-(
Tscha, was mache in nun mit meiner Vorliebe für Qipaos? Vielleicht eine passende Chinesin importieren? ;-)